Gesundheit

Zeigt her eure Schuhe

Wenn Ihr Kind selbständig mindestens 20 Schritte laufen kann, sollten Sie die ersten Kinderschuhe kaufen...

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Ihr Kind braucht Schuhe, wenn es selbständig laufen kann!
Wenn Ihr Kind selbständig mindestens 20 Schritte laufen kann, sollten Sie die ersten Kinderschuhe kaufen. Behindern Schuhe die Bewegungsfreiheit des Kindes, können Fehlentwicklungen die Folge sein. Kinderfüße brauchen zur gesunden Entwicklung keine Hilfe von Schuhen. Nur bei uneingeschränkten Bewegungsmöglichkeiten lernen Kinder richtig über den gesamten Fuß abzurollen. Zu steife und zu schwere Schuhe können dazu führen, dass sich der Vorfuß versteift, da das Kind in ihnen nicht die Möglichkeit hat richtig abzurollen.
Barfuß laufen ist gesund und fördert die Fußentwicklung
Nach Expertenmeinung ist das Barfußlaufen auf unterschiedlichen Untergründen wie Sand, Gras oder einem Holzboden am gesündesten für Kinderfüße. Die Sinne werden zusätzlich angeregt. ABS-Socken (Socken mit Gummierung auf der Laufsohle) helfen gegen kalte Füße in der Wohnung. Eine Alternative bieten Krabbelschuhe aus Leder. Das Laufen in Lederpuschen kommt dem Barfußlaufen schon sehr nah, außerdem ist das Material atmungsaktiv und die Kinderfüße schwitzen nicht. Natürlich sind feste Kinderschuhe sinnvoll, um die Kinderfüße gegen Kälte, Nässe und vor Verletzungen durch harte Untergründe zu schützen.
Kinderfüße kennen keinen Schmerz
Rund 98 Prozent aller Kinder kommen mit gesunden Füßen zur Welt, aber etwa 40 Prozent der Erwachsenen leiden an Fußproblemen. Bei Kindern sind Bindegewebe, Sehnen und Bänder noch sehr weich und dehnbar. Auch sind die Knochen noch eher knorpelig. Erst im Laufe der ersten Lebensjahre vollzieht sich die Verknöcherung des Skelettes. Bei Kinderfüßen beginnt der Prozess am Rückfuß außen und am Vorfuß innen. Erst mit etwa 13 Jahren bis 15 Jahren ist dieser Wachstums- und Reifungsprozess der Füße abgeschlossen. Nur wenn die Füße in ihrer Entwicklung nicht behindert und eingeschränkt werden, können aus ihnen gesunde Erwachsenenfüße werden.
Erwachsene können sagen, ob ein Schuh drückt und schmerzt. Kinder können das nicht! Die noch weichen und biegsamen Füße im Kleinkindalter passen sich der sie umgebenden Form an. Es ist schon erstaunlich, wie sehr ein Kind seine Füße in Schuhe quetschen kann, die viel zu klein sind, ohne dies zu merken, beziehungsweise ohne dies anzuzeigen.
Sind die Schuhe zu klein, können sich die Füße verformen und Fehlstellungen und Haltungsschäden die (Spät-)Folge sein. Der zu kleine Schuh gibt den Zehen nicht genug Raum. Die Zehen knicken in Richtung der Fußaußenkante ab, allen voran die große Zeh. Gleiches gilt übrigens auch für zu enge Socken.
Füße und Schuhe messen – erst dann passt‘s
Kinderschuhe kaufen Sie am besten im Fachgeschäft mit speziell geschulten Mitarbeitern. Doch bevor Sie sich überhaupt für ein Modell entscheiden, müssen beide Kinderfüße vermessen werden. Hierzu gibt es vier unterschiedliche Systeme und Verfahren.
1. Die Fuß-Messlehre mit Schuhgrößen-Skala. Nachteil: Die Fußweite wird nicht gemessen.
2. WMS-Kinderfußmessgerät. Es werden sowohl die Fußlänge als auch die Weite gemessen. Nachteil: Die Messergebnisse sind nur für WMS-genormte Schuhe verwendbar.
3. plus12-Schuhmess-System. Mit einem Gerät wird zunächst die Fußlänge und anschließend die Innenlänge des gewünschten Schuhs gemessen. Vorteil: Geeignet für alle Schuhfabrikate und Typen, Nachteil: Nicht ganz einfach in der Handhabung, sehr kleine Schuhe lassen sich schwer ausmessen.
4. Clevermess. Mit dem digitalen Messsystem wird zunächst die Fußlänge bestimmt. Zusätzlich erfassen seitlich angebrachte Schieber die Weite des Fußes am Ballen. Anschließend wird das Gerät in den gewünschten Schuh geschoben und die Messwerte für Fuß und Schuh miteinander verglichen. Vorteil: Geeignet für alle Schuhfabrikate und Typen, gleichzeitige Messung von Länge und Weite. Nachteil: Sehr kleine Schuhe lassen sich schwer ausmessen.
Fazit: Kaufen Sie Kinderschuhe nie ohne Ihr Kind, auch Kleinkinder müssen Schuhe anprobieren. Verlassen Sie sich niemals allein auf das Messergebnis, ein Gerät oder eine bestimmte Messmethode. Probieren Sie, wenn nötig, mehrere Möglichkeiten und Methoden aus. Jede Messung liefert nur einen Anhaltspunkt für die nachfolgende Auswahl eines passenden Kinderschuhs. Die Verbindung aus sorgfältiger Messung und fachgerechter Beratung bietet die beste Voraussetzung, passende Kinderschuhe zu finden.
Kinderschuh ist nicht gleich Kinderschuh
Kinderschuhe müssen natürlich passen. Sind sie zu klein, kann es zu Fehlentwicklungen der Füße kommen. Sind sie zu groß, rutschen die Füße in den Vorderschuh und werden gestaucht, was wiederum Fehlentwicklungen zur Folge hat.
Markenspezifische Unterschiede
Schuhgröße ist nicht gleich Schuhgröße. Zwischen den einzelnen Schuhfabrikanten und Schuhtypen gibt es zum Teil erhebliche Unterschiede hinsichtlich des Größenausfalls. Auch die Weite der Schuhe variiert von Marke zu Marke und innerhalb der Markenangebote noch einmal von Modell zu Modell. Daher ist es besonders wichtig, die Schuhe möglichst immer zusammen mit dem Kind zu kaufen. Nur wenn die Füße sorgfältig vermessen und dann verschiedene Schuhtypen und Passformen direkt am Kinderfuß anprobiert werden, kann der optimal passende Kinderschuh gefunden werden.
Gute Kinderschuhe – gesunde Kinderfüße
Geschultes Verkaufspersonal wird nach Analyse des Fußes erkennen, welche Länge und Weite benötigt wird. Voraussetzung ist allerdings, dass das Geschäft ein ausreichendes Angebot vorhält, also mindestens 700 Modelle über den gesamten Größengang von 17 bis 41. Das können in der Regel nur spezialisierte Kinderschuh-Fachgeschäfte. Steuern Sie daher weder Boutiquen noch Discounter an, wenn Sie Ihrem Kind neue Schuhe kaufen wollen.
Bei Kinderschuhen ist Qualität besonders wichtig
Die Qualität von Kinderschuhen definiert sich aus der Passform, den eingesetzten Materialien und der Verarbeitung. Die in Kinderschuhen verwendeten Materialien müssen Feuchtigkeit gut abgeben und ein gutes Fußklima gewährleisten können. Schuhe sollten schadstoffgeprüft sein und natürlich gegerbte Leder verwenden. Die Sohlen sollten aus natürlichem Gummi sein, die Futterstoffe aus reiner Schurwolle oder Lammfell. Ein weiterer Aspekt ist der ökologische Fußabdruck: Hersteller, die in der Europäischen Union produzieren, unterliegen strengen Emissionsgrenzwerten und produzieren somit weniger CO₂.
So erkennen Sie Qualität
● Die Schuhe sollten leicht, weich und biegsam sind.
● Die Sohle sollte rutschfest und ohne Absatz sein.
● Die Fersenkappe sollte stabil und hochgezogen sein.
● Klettverschlüsse sind praktisch, Schnürsenkel bieten eine bessere Anpassung, besonders bei schmalen Füßen.
● Achten Sie auf atmungsaktives Obermaterial, diese Eigenschaften besitzen alle Echtleder und moderne TEX-Materialien.
● Auch das Innenmaterial sollte Feuchtigkeit absorbieren.
● Gummistiefel fördern die Bildung von Schweißfüßen und sollten daher, wenn überhaupt, nur kurz getragen werden. Außerdem geben Sie dem Fuß keinerlei Halt.
Geschwisterschuhe nicht auftragen, sondern Neue kaufen
Jeder Schuh passt sich beim Tragen dem Fuß an. Selbst nach kürzerer Eintragszeit ist dieser Schuh quasi fest mit Kinderfuß des Erstträgers verbunden. Und jeder Fuß hat eine andere Problematik und insofern ist es ganz ungünstig, Kindern gebrauchte Schuhe zu geben. Auch, wenn sie noch gut aussehen, auch wenn sie teuer waren. Es ist allemal besser, das Kind hat weniger Schuhe, dafür neue.
Lassen Sie sich Zeit beim Kinderschuhkauf
Kinderfüße schwitzen viel mehr als Füße von Erwachsenen, deshalb sind Wechselschuhe ein Muss. Getragene Schuhe müssen stets gut lüften und austrocknen, um ein gutes Schuhklima zu gewährleisten.
Vergessen Sie nicht, frische Strümpfe und die Wechselschuhe mitzunehmen. Dann kann der Verkäufer vor Ort prüfen, ob ihre alten Schuhe noch passen oder ob sie gegebenenfalls gleich zwei Paar neue Schuhe brauchen.
Eltern müssen entscheiden, welcher Schuh der Richtige ist
Nicht allein die Optik entscheidet. Ein kleines Kind kann nicht beurteilen, welcher Schuh wohl der Richtige ist. Die Eltern müssen zum Wohle der Gesundheit des Kindes ihre Entscheidung treffen, auch wenn dem Kind ein anderer Schuh mal besser gefällt.
Wann braucht ihr Kind wieder neue Schuhe?
Im Alter von 1 bis 3 Jahren sollten Eltern spätestens alle zwei Monate die Größe der Füße überprüfen, denn in diesem Alter wachsen die Füße bis zu 1,5 Millimeter im Monat, das heißt: Ihr Kind braucht ca. alle 3 bis 4 Monate größere Schuhe. Im Kindergartenalter wachsen die Füße dann schon langsamer, aber immer noch durchschnittlich einen Millimeter im Monat oder zwei bis drei Schuhgrößen pro Jahr. Bei Schulkindern sind es immer noch ein bis zwei Größen jährlich.
Quelle: www.schuhe-schuhe.de