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Hattingen

Wegen Corona: Gottesdienst zu Weihnachten auf CD

Wegen Corona dürfen nicht viele Besucher in die Kirche. Deshalb hat man sich in St. Peter und Paul Hattingen etwas Besonderes einfallen lassen - eine Gottesdienst-CD.

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Gereon Georg ist Organist in St. Peter und Paul. Für die Weihnachts-CD spielte er nicht nur Orgel, sondern sang auch das Martyrologium.

400 CDs wurden gebrannt. Doch bevor das möglich war, musste der Gottesdienst glockenhell und tonklar aufgenommen werden. Das erledigte der Hattinger Filmemacher Claus Barteczko, der in diesem Jahr mehrfach mit der Hattinger Kirche für Ton und Film unterwegs war. Die Vorbereitungen zu dieser weihnachtlichen Hör-Premiere begannen bereits im November.

Jeder kennt das: Zu den Weihnachtsgottesdiensten sind die Kirchen voll. Da spielt es keine Rolle, welcher Konfession man angehört oder wie oft man sonst in die Kirche geht. Weihnachten und Kirche gehören für viele Menschen zusammen. Im Coronajahr 2020 kann dieser Wunsch nicht wahr werden. In St. Peter und Paul Hattingen hat man sich deshalb etwas anderes einfallen lassen. Zum ersten Mal gibt es den Weihnachtsgottesdienst auf einer CD.
„Jeder unserer Gottesdienste wird an Weihnachten von bis zu 300 Menschen besucht. Das ist in diesem Jahr natürlich nicht möglich. Deshalb hatten wir die Idee mit der Weihnachts-CD“, erzählt Chorleiter Meinolf Denis. Für ihn war das Jahr mit seinen Chören besonders herausfordernd. „Wir konnten seit dem Frühjahr als Chor nicht mehr proben. Wir haben an einigen Gottesdiensten teilgenommen, aber mehrstimmiger Chorgesang war nicht möglich. Im Sommer ging das nur mal draußen auf Abstand.“ Das galt für alle Chöre - den Spontanchor Niederwenigern, den Chor Constantia und auch für Schola Cantorum. „Wir haben uns entschlossen, bei dem Weihnachtsgottesdienst einstimmige Kirchen- und Weihnachtslieder einzusingen, die man zuhause auch mitsingen kann.“
Die Idee, so sagen die Verantwortlichen, sei es einfach gewesen, denjenigen, die an Weihnachten nicht zur Kirche in einen Gottesdienst gehen können, auf diese Art und Weise einen feierlichen Moment zuhause zu bieten. So entstanden 400 CDs, die in der Gemeinde verteilt werden.
Dafür musste neben der inhaltlichen Planung auch Technik und Logistik aufgefahren werden. Die Aufgaben wurden verteilt: Neben Gereon Georg an der Orgel, der auch das Martyrologium sang (Anm.: Das Römische Martyrologium, Martyrologium Romanum, enthält für den 25. Dezember die Datierung der Geburt Jesu seit Erschaffung der Welt), gab es Fürbitten, das Evangelium, die Predigt von Pfarrer Lamm und die Choraufnahmen. Die Technik des Hattinger Filmemachers Claus Barteczko sorgte für den richtigen Ton und die passende Mischung. Und wenn der gesungene Ton oder das gesprochene Wort beim ersten Mal nicht richtig saßen - kein Problem. Dann wurde es halt wie beim Drehen einer Filmsequenz noch einmal aufgenommen. Im Jahr 2020 waren die katholische und evangelische Kirche in Hattingen regelmäßig mit dem Hattinger Filmemacher für digitale Ergebnisse unterwegs - beispielsweise bei den Feiern zur Kommunion oder zu Ostern auf dem Weg des Kreuzes. „Für uns haben sich neue Möglichkeiten eröffnet, Menschen zu erreichen.“

Zu hören ist der Gottesdienst auch über die Homepage www.hattingen-katholisch.de oder www.ruhrkanal.news.de.