Dieter Körner und Ludger Böhmer aus Sprockhövel sind für den SGV vor Ort unterwegs.
Dieter Körner (links) und Ludger Böhmer sind Wegemarkierer beim Sauerländischen Gebirgsverein. Zuständig sind sie auf dem Sprockhöveler Stadtgebiet für die Waben 1 (Niedersprockhövel, Ludger Böhmer) und 2 (Obersprockhövel, Gennebreck, Dieter Körner).
Seit 2022 ist der Sauerländische Gebirgsverein in Hattingen und Sprockhövel für die Wegemarkierung der Wanderwege im Stadtgebiet verantwortlich. Das Hattinger Stadtgebiet ist in sechs Waben mit rund 350 Kilometer Wanderwege unterteilt, auf dem Sprockhöveler Stadtgebiet sind es drei Waben mit rund 180 Kilometern. Für jede Wabe ist eine Person zuständig, die im zweijährigen Rythmus jeden Wanderweg abgehen muss. In Sprockhövel sind für die Waben 1 (Niedersprockhövel) und 2 (Obersprockhövel, Gennebreck) Ludger Böhmer und Dieter Körner zuständig. Beide haben sich zum Wegemarkierer qualifizieren lassen und sind – gegen eine kleine Aufwandsentschädigung – ehrenamtlich per pedes oder mit dem Fahrrad unterwegs. Ihre Aufgabe: die Markierungen der Wanderwege überprüfen und gegebenenfalls ersetzen und ausbessern, Wegebehinderungen feststellen und dafür sorgen, dass sie beseitigt werden. Ihre Wabe hat jeweils etwa 60 Kilometer Wanderwege.
So geht das mit der Beschilderung
Die meisten Menschen kennen diese Zeichen, die sich in der Nähe von Wanderkarten, Rastplätzen oder an Bäumen in den Wäldern finden: Oft mit einem Buchstaben versehen (zum Beispiel „H“ für Hattinger Rundwanderweg oder „NS“ für Niedersprockhövel), handelt es sich oft um historisch gewachsene Wanderwege der Region. Gemeinsam mit dem Heimat- und Geschichtsverein kümmern sich die Wegemarkierer auch um die fünf Bergbauwanderwege in Sprockhövel.
„In der Regel starten wir mit unserer Arbeit im Frühjahr, wenn die erste Vegetation bereits vorhanden ist und wir sehen können, ob sie beispielsweise die Wanderzeichen verdeckt“, erklärt Dieter Körner. Die Wanderzeichen dienen der Qualitätssicherung auf den Wegen und natürlich der Orientierung für die Wanderer. „Sichtbar müssen sie sein und dem Wanderer zeigen, wo es langgeht. Es gibt genaue Vorgaben, in welchen Abständen die Wanderzeichen stehen müssen. An jeder Wegkreuzung beispielsweise, aber auch alle 250 Meter auf gerader Strecke und nach einer Kreuzung sollte ein Zeichen als Beruhigung für den Wanderer erkennbar sein, damit er weiß: ich bin auf dem richtigen Weg“, erläutert Ludger Böhmer das System. Einen ganzen Tag haben sich die beiden dafür vom Sauerländischen Gebirgsverein zum Wegemarkierer qualifizieren lassen – eine dicke Mappe mit Material zum Nachlesen inklusive.
Die meisten Wanderzeichen findet man an zentralen Orten wie Wanderpläne oder Rastplätze. Aber auch an Bäumen werden sie befestigt – übrigens heute nicht mehr genagelt, sondern mit umweltfreundlichem Material geklebt. Böhmer, der am liebsten alleine auf seinen Erkundungstouren unterwegs ist, erzählt: „Ich habe eine kleine Handwerkstasche dabei mit dem notwendigen Material, das ich gebrauchen könnte. Wenn man als Wegemarkierer unterwegs ist, wandert man anders. Man schaut weniger auf die Natur, sondern achtet eben auf die Wanderzeichen. Den Blick für den Naturraum, in dem man sich bewegt, den habe ich als Wanderführer, wenn ich mit einer Gruppe unterwegs bin. Zum Beispiel als Gesundheitswanderführer. Wer das machen möchte, bekommt eine mehrtägige Qualifizierung mit Informationen zu Organisation, Planung, Wetterkunde, Bauhistorie, Biologie, Recht – das ist schon umfangreich. Für beides – Wanderführer und Wegemarkierer – gilt aber: wer nicht gerne in der Natur wandert, für den ist das nichts.“
Das benötigte Material – Werkzeug und Beschilderung – erhalten die Wegemarkierer vom Sauerländischen Gebirgsverein. „Auf unseren Inspektionstouren stellen wir zum Beispiel fest, dass Schilder kaputt sind, überklebt wurden oder auch schon einmal verschwunden sind. Je attraktiver sie sind, desto größer das Risiko, dass sie verschwinden. Dann kleben wir natürlich nach.“ Dabei sind sie auch auf Hinweise aus der Bevölkerung angewiesen. Diese können am besten über das Kontaktformular an die Wegemarkierer gesendet werden: es befindet sich auf der Homepage www.sgv-hattingen.de. Dort gibt es auch das Jahresprogramm und viele andere wertvolle Informationen.
Mittelfristig arbeitet man an einer Beschilderung mit QR-Code „Ihr Hinweis zum Weg“, um es den Wanderern noch einfacher zu machen, Hinweise direkt an den richtigen Mann (oder Frau) zu bringen. Für die Wegemarkierung haben die beiden sogar ein eigenes Schild: „Wanderwegmarkierer im Einsatz“ steht darauf und es ist vor allem dann hilfreich, wenn sie Forstwege nutzen müssen.
Langfristig, da sind sich beide einig, muss das historische Wanderwegenetz weiter entwickelt werden. „Es gibt keine Wanderwege zwischen den Sprockhöveler Stadtteilen, außer dem Agenda-Weg. Es gibt zu wenig kurze Wanderwege für Menschen mit Einschränkungen. Wir brauchen auch neue Wanderkarten zum Aufstellen an zentralen Orten, aber auch als Broschüre oder digital“, so Körner. Ludger Böhmer hat noch einen Appell an alle: „Seid in der Natur mit Respekt unterwegs und nehmt den eigenen Müll wieder mit.“ Von Dr. Anja Pielorz