AVU unterstützt: Den Mehrspartenverein DJK Märkisch Hattingen.
Das vergangene Jahr war ein besonderes für die DJK Märkisch Hattingen. Sie wurde genau 100 Jahre alt. Der Verein besteht aus mehreren Abteilungen. Den Großteil der knapp 800 Mitglieder macht die Zahl der angemeldeten Fußballbegeisterten aus. Rund 430 Personen sind es. Und gerade durch Jugendfußballteams gab es in den vergangenen Jahren einen Schub nach oben.
Vor rund 15 Jahren hatten die Deutschen Jugendkraftler etwa 1000 Mitglieder, davon waren aber viele passiv. Dann kam es ausgerechnet während der Coronajahre dazu, dass die zwischenzeitlich zurückgegangene Mitgliederzahl wieder anstieg. Der Jugendfußball breitete sich auf dem 2019 eingeweihten Kunstrasenplatz in der Berenbeck im Hattinger Stadtteil Holthausen aus. Der Vorsitzende des Gesamtvereins, Rainer Schröter, wagt eine Aussage: „Ich bin mir sicher: Wenn wir den Kunstrasen nicht realisiert hätten, gäbe es die Fußball-Abteilung womöglich nicht mehr.“
Doch das künstliche Geläuf hielt den Betrieb am Laufen und war ein wichtiger Meilenstein. Es hatte aber seinen Preis: Etwa 700.000 Euro, wovon der Verein 250.000 Euro selbst stemmt. Abbezahlt wird der Kunstrasen erst im Jahre 2034 sein. Viele Partner unterstützten den Verein finanziell, darunter leistete auch die AVU einen wichtigen Beitrag, schon lange Zeit vor dem Bau des Kunstrasens. „Es ist für Vereine wie uns unbezahlbar, Partner wie die AVU zu haben, die man in unterschiedlichsten Fällen ansprechen kann. Viele Veranstaltungen und Aktivitäten wären ohne diese Unterstützung kaum durchführbar“, unterstreicht Schröter die Bedeutung. Das alles ermöglicht es der DJK, vor allem Kindern den Fußball anzubieten. „Wenn wir zusätzliche Betreuer finden würden, hätten wir diese Saison noch drei Teams mehr gemeldet“, merkt Schröter an. Die A-Junioren spielen – wie die erste Herrenmannschaft – in der Kreisliga A. Seit Herbst 2020 gibt es nach einer Pause von mehr als 20 Jahren auch wieder ein Mädchenteam.
Kampfkunst-Abteilung besteht erst seit April 2018
Eine Sparte des Vereins, die noch nicht alt ist und im April 2018 neu gegründet wurde, ist die Kampfkunst-Abteilung. Zu Beginn stand Taekwondo auf dem Plan. Abteilungsleiter Marc Wilczynski erfüllte sich den Traum, seine geliebte Sportart, die er nun seit knapp 40 Jahren betreibt, selbst zu lehren. Anfang 2019 kam die koreanische Selbstverteidigung „Hap Ki Do“ hinzu, im August 2021 „Kummooyeh“. Die anfangs kleine Trainingsgruppe wuchs nach und nach, sowohl Kinder als auch Erwachsene schlossen sich ihr an. Mit den „Little Dragons“ werden junge Kinder spielerisch an die Kampfkünste herangeführt. Aktuell sind rund 20 Mitglieder in der Abteilung angemeldet.
Nicht viel größer ist die Volleyball-Abteilung mit 25 Mitgliedern, die im Sommer auch beachen. „Es ist seit vielen Jahren eine feste Hobbygruppe“, erzählt Schröter. Über all die Jahre spielten die Volleyballer in der Regel bei Hobby-Turnieren oder früher mal in Hobby-Ligen mit, nur kurzzeitig im offiziellen Ligabetrieb. Die DJK war im Jahr 1987 übrigens mal an einem Weltrekord beteiligt, als sie mit fast 900 anderen Teams an einem Turnier in Berlin teilnahm – was es deshalb ins Guinessbuch der Rekorde schaffte. Die Volleyball-Abteilung ging im Mai 1981 aus dem „Familienturnen“ der Turn-Abteilung hervor, die eine von dreien bei der Vereinsgründung war. Sie beherbergt viele weitere Sportarten. „Hockergymnastik boomt“, weiß Schröter. Angebote sind zudem gezielt auf Altersklassen abgestimmt. Es gibt so zum Beispiel bewusst Federball neben Badminton. Eine andere Sportart ist Wassergymnastik. Früher gab es in der Abteilung auch Wandern, Tanzen oder Kin-Ball.
Spielgemeinschaft beim Handball
Die fünfte Abteilung des Hattinger Vereins ist Handball, die ebenfalls seit Gründung dabei war. Sie stieß 1962 zum Deutschen Handballbund hinzu, ehe sie zuvor nur unter dem DJK-Dachverband stand. Innerhalb der ganzen Jahre feierten die Handballer und auch Handballerinnen Erfolge, indem sie es sportlich auf die Bezirksebene schafften. Seit 2016 gibt es eine Spielgemeinschaft mit dem VfL Niederwenigern und VfL Winz-Baak, die „Handball Ruhrbogen Hattingen“ heißt und derzeit in der Kreisklasse am Ball ist. Abteilungsleiter der DJK, Volker Schmuck, ist eines von vielen Beispielen, die schon lange im Verein sind und lange in verantwortlicher Position. „Wir haben das Problem wie 98 Prozent aller Vereine: Wo findet man Ehrenamtliche?“, sagt Schröter.
Der 64-Jährige ist selbst seit 48 Jahren im Vorstand aktiv, sucht nun einen Nachfolger. Er sieht Vereinsarbeit künftig mehr in Konzeptdenken und Projekten, in die Mitglieder zeitweise eingebunden werden. Der Vorsitzende erklärt: „So ist es einfacher, Helfer zu bekommen und sie müssen sich nicht langfristig verpflichten.“ Verantwortung wollen kaum noch Personen übernehmen. Die fehlt seit einigen Jahren in der Spitze der Turn-Abteilung, die kommissarisch geführt wird. Der Verein freut sich über helfende Hände und ist generell offen für neue Angebote. Von Hendrik Steimann