Logo
Witten

Viele neue Ideen zur besseren Vermarktung der Stadt

Jasmin Vogel leitet seit Anfang 2026 das Wittener Stadtmarketing. Erste Neuerungen sind in Sicht.

Jasmin Vogel

Jasmin Vogel ist mit viel Motivation dabei.

Seit diesem Jahr hat das Wittener Stadtmarketing schon wieder ein neues Gesicht in der Leitung. Es ist kein unbekanntes: Mit Jasmin Vogel hat die Leiterin des Kulturforums Witten nun die Geschicke in der Hand. Mit einem klaren Auftrag: Kulturforum und Stadtmarketing zusammenführen. „Die Aufgaben, die das Stadtmarketing übernimmt, sollen damit gestärkt werden“, erklärt Vogel. Ihre Vorgänger hatten die Aufgabe, das Stadtmarketing zu stabilisieren und auszubauen, dabei aber die Grundform nicht zu verändern. Dies ändert sich nun. Die neue Chefin hat sie mehrere Bereiche aufgelistet, die angegangen werden müssen.
„Was sich herauskristallisiert hat, ist, dass wir uns wieder mehr auf die Basis konzentrieren müssen. Dazu gehören für mich der Wochenmarkt und die Stadtfeste im Allgemeinen“, sagt die neue Leiterin des Stadtmarketings. Sie sieht den Wochenmarkt aktuell in einem „desolaten Zustand“. Dabei sei er das Aushängeschild der Stadt. „Wenn das nicht funktioniert, haben wir ein Problem“, merkt Vogel an. Es wird in diesem Jahr ein neues Format als Testlauf geben: Von Mai bis Oktober wird es an jedem letzten Samstag im Monat einen Wochenendmarkt auf dem Rathausplatz geben, der anders als der reine Wochenmarkt mit einem „Genuss“ verbunden werden soll. „Wichtig ist, neben dem Einkaufen das Erlebnis zu stärken“, betont Vogel. Der Markt soll einen Grund zum Aufhalten geben und ein Ort des Zusammentreffens sein.
Märkte und Stadtfeste sieht Vogel als soziales Fundament der Innenstadt – Begegnung und Frequentierung müssen wieder steigen. Einen hohen Stellenwert haben dabei die Traditionsveranstaltungen: Die Zwiebelkirmes und die Himmelfahrtskirmes sollen wieder in die Innenstadt zurück. „Sie müssen viel präsenter werden, damit wir die verkaufsoffenen Sonntage wieder präsenter darstellen können“, sagt Vogel. Auch der Weihnachtsmarkt und das Rathausfest sollen gestärkt werden.

Wochenmarkt wird schon 2026 gestärkt
Ursprünglich wollte Vogel in diesem Jahr noch nichts Neues ausprobieren, erst ab 2027. „Beim Wochenmarkt besteht allerdings unheimlich Druck, weil wir nur noch wenige Händler haben. Wir stehen vor der Entscheidung: Entweder wir stärken ihn jetzt oder wir haben bald keinen Wochenmarkt mehr in der Innenstadt“, verdeutlicht Vogel. Der Wochenendmarkt soll den Bezug der Wittener zur eigenen Stadt stärken, ehe sie in andere ausweichen. Dazu wird es ein Kinderangebot geben, was es zuvor noch nie gab. „Ich gehe nicht davon aus, dass wir direkt überrannt werden. Es braucht Zeit“, ordnet Vogel ein.
Die Stadt möchte stärker ihre öffentlichen Orte bespielen, mittels der bekannten Veranstaltungen wie dem Parksommer oder dem Muttentalfest. Die Fußgängerzone, die Bahnhofstraße oder der Rathausplatz sollen stärker belebt werden, um die Aufenthaltsqualität zu erhöhen. Das wird aber erst ab 2027 der Fall sein, dazu werden intern die strukturellen Voraussetzungen vorbereitet. Veranstaltungen sollen zum Werben für das Stadtbild besser vermarktet werden. Die Touristinfo ist für diejenigen, die Tickets nicht online erwerben, weiterhin die erste Anlaufstelle. Online auf der Webseite sind im Moment im Veranstaltungskalender nur sehr wenige Veranstaltungen eingetragen. „Veranstaltungen müssen künftig viel stärker aktiv vermarktet werden. Eine gemeinsame Eventvermarktung aller Akteure könnte dafür ein erster Schritt sein“, sagt Vogel.

Szenische Stadtführungen als Idee
Geplant ist es zudem, Stadtführungen auszubauen. „Wir haben aktuell nur noch fünf Guides, was eine Riesenherausforderung ist. Wir müssen uns daher breiter aufstellen, um die Stadt zu erleben. Es besteht viel Potenzial, allein vom Naturportfolio gesehen“, weißt Vogel. Neben dem Bergbau im Muttental oder den Fackelwanderungen sei alles aber geschrumpft. Gerade mit Blick auf die IGA 2026 soll dies verändert werden. „Wir wollen Witten über eine Verbindung zur lokalen Geschichte erlebbar machen – nicht nur für Gäste von außen, sondern genauso für die Menschen, die hier leben. Das ist für mich lokale Identität“, denkt die Stadtmarketing-Leiterin. Das könne in Zusammenarbeit mit dem Stadtarchiv und den Museen geschehen. Vogel hat auch szenische Stadtführungen als Idee, bei denen Themen der Urbanität aufgegriffen werden können.
Sie hat darüber hinaus die Stärkung lokaler Initiativen im Blick: „Das ist bewusst ein offener Punkt, der sich entwickeln muss“, so Vogel. Was bestehe ist in ihren Augen ein gutes Netzwerk unter Vereinen und Engagierten. Mit ihnen will Vogel kooperieren, da sie sich für ihre Stadt einbringen. Sie nennt unter anderem die Stadtortgemeinschaft oder den Verein Wiesenviertel. Es gelte, die lokale Szene zu unterstützen. Nicht nur die Kultur, sondern auch den Einzelhandel, um temporär eine Nutzung öffentlicher Räume zu ermöglichen.
Von Hendrik Steimann

Zurück