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Sport

Über Akrobatik und Tanz zu Liebe und Leichtathletik

René und Simone Strack aus dem Vorstand des TV Hasslinghausen waren früher professionell unterwegs und fanden sich zufällig.

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Simone und René Strack.

Manchmal sind es Geschichten, die fremde Personen im ersten Moment gar nicht glauben können. So wie die Begegnung zwischen René Strack und seiner Frau Simone (ehemals Metzmacher). Er ist Sportwart der Leichtathleten des TV Hasslinghausen. Sie ist seit dem Vorjahr ebenfalls im Vorstand aktiv, als zweite Vorsitzende des Gesamtvereins. Kennengelernt haben sie sich in weiter Ferne und waren im ganz anderen Sport unterwegs.

Sommer 2007. Simone Metzmacher und René Strack sind über einen Reiseveranstalter jeweils zu einer Gruppenreise angemeldet. Es geht nach Spanien in die Sonne, an den Strand und zu Trips. Die beiden sind allerdings nicht mit genau derselben Gruppe gereist. Metzmacher war eine Woche vorher da und verlängerte ihre Reise um eine Woche, um zu entspannen. Dabei traf sie einige Reisende der Gruppe zwei, diese waren nicht mit zu einem Tagesausflug nach Sevilla gefahren. Mit darunter: René Strack. Er war sportlich, lag oft am Strand und las, was Metzmacher „irgendwie gefiel“. Heute sagt sie: „Es war Liebe auf den ersten Blick und Sportler fand ich schon immer attraktiv.“

Vom Turnen zur Sportakrobatik
Sie spazierten gemeinsam und lernten sich intensiver kennen. Dabei tauschten sie sich über ihre sportlichen Aktivitäten aus. „Ich fand es witzig, dass er tanzt. Ich hatte mir mal bei einem Tanzkurs einen Muskelfaserriss geholt“, erinnert sich Metzmacher. Dabei kommt sie ursprünglich aus einem Sport, in dem Geschick und Körperbeherrschung besonders wichtig sind. Mit sechs Jahren ging sie zum Kinderballett und fing an zu reiten. Turnen hatte sich dann ergeben, obwohl sie sich eigentlich im Eiskunstlauf ausprobieren wollte. Die in Essen aufgewachsene Sportlerin erzählt: „Vom Turnen war ich sofort begeistert und habe zwei Wettkämpfe gemacht.“ Im Damenpaar, erst in der damaligen Volksklasse, dann auf westfälischer und westdeutscher Ebene.
Dann begegnete ihr die Sportakrobatik, zu der sie über ihre turnerische Basis fand. Das war beim PSV Ennepe in Hattingen, wohin sie gezogen war. Ihr Talent war riesig, sodass es im Jahr 1986 mit 16 Jahren für sie plötzlich zur Weltmeisterschaft ging. Sie war total aufgeregt, bestätigte aber in der Paar-Kategorie ihre Leistungen. 1987 fuhr sie in die USA zum Weltcup, 1990 trat sie erneut bei der Weltmeisterschaft an, in Augsburg. Das Besondere dabei: Am selben Tag wurde die Europameisterschaft ausgerichtet. Erst gab es Bronze und auf kontinentaler Ebene sogar Silber. Viermal wöchentlich stand sie in der Halle, sechsmal, wenn die Lehrgänge mit der Nationalmannschaft anstanden. Nach ihrem Abitur machte sie noch eine kleine Weile weiter, parallel zur Ausbildung. Dann war der Aufwand zu groß und sie beendete ihre Karriere.
Ihr Mann René spielte früher Handball, solange bis er erwachsen war. Mit 15 begann er mit dem Tanzsport, bedingt durch die Schule und später vor allem durch den Abiball. Er fand mehr und mehr Gefallen am Tanzen und hatte Talent. Also trat er einem Verein bei und tanzte leistungsorientiert. Er fand sich in einer Latein-Formation und im Paartanz (Latein und Standard) wieder, wobei es auch Welt- und Europameisterschaften gibt. In Deutschland startete er mit dem TC Seidenstadt Krefeld in der Ober- und Regionalliga. Vier Jahre lang trat er später für den im Tanzsport renommierten holländischen Verein Vida Latin 2 Team an und wurde mit seiner Partnerin holländischer Meister. „Zwischen der Fachhochschule Mönchengladbach und Uni Nimwegen gab es eine Kooperation, weshalb es mich während des Studiums dorthin verschlug“, erklärt der aus Ratingen stammende Sportler, der zu dem Zeitpunkt in Krefeld wohnte.

In 2. Bundesliga getanzt
In Deutschland tanzte er mit dem TD RW Düsseldorf in der 2. Bundesliga, das war 1998. Als seine Tanzpartnerin aufgrund ihres Studiums nicht mehr greifbar war, fand Strack keine mehr auf seinem Niveau. Während Strack den Paartanz mit mehr Freiheit in den Schritten erlebte, war er mit den Formationen an synchrone Abläufe gebunden. Die Gruppen tragen sogar einheitliche Kleidung und haben sich die Haare auch mal schwarz gefärbt. Es ging oft in die Maske, eine Stellprobe wurde vor den Wettkämpfen vorgenommen, ehe sich das Team umzog und abliefern musste. Eine harte Zeit, aber eine, die der 
heutige Sprockhöveler nicht missen möchte.
Während einer Vorbereitung auf eine Handballsaison nahm Strack früher mal an zwei Volksläufen teil und sein Interesse an der Leichtathletik wurde geweckt. Er startete in Kamp-Lintfort für das Team Niederrhein über 800 Meter, 5000 Meter und 10000 Meter. Mit 30 Jahren erwarb er eine Trainerlizenz. Beim TVH leitet der ehemalige Tänzer die Leichtathletik und ist im Lauftreff aktiv. Frau Simone ist ausschließlich in der Vorstandsarbeit aktiv. Die Leichtathletik sei nicht ihr Bereich: „Ich habe das Sportabzeichen ein paar Mal in Gold absolviert. Aber einmal habe ich mir durch zu viel Ehrgeiz beim Sprint eine Muskelfaser gerissen“, erzählt sie. Mit der Leichtathletik war es aus – aber die Liebe hält, durch die René Strack 2007 nach Haßlinghausen umzog, wo seine Partnerin damals schon lebte.Von Hendrik Steimann