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Natur & Garten

Trockenheit: Eine Bedrohung für die Stadtbäume

So geht das Gießen im Sommer richtig.

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Mit Wassersäcken werden besonders junge Bäume vor dem Austrocknen gerettet.

Die Bäume in unseren Städten haben es im Sommer nicht leicht. Die Baumscheiben, also der Bereich rund um den Stamm ist oft viel zu klein, die Erde stark verdichtet und so können die Wurzeln der Bäume schlecht Wasser aufnehmen. Gerade in den heißen Sommermonaten benötigen unsere Stadtbäume deshalb Hilfe, um nicht zu vertrocknen.

Mit Gießkanne oder Eimer wässern
Die übliche Methode, einem Stadtbaum Wasser zukommen zu lassen, ist die Gießkanne. Am besten wässert man den Baum in den frühen Morgenstunden oder am Abend, wenn die Sonne untergegangen ist. Am Morgen sorgt die Feuchtigkeit der Nacht dafür, dass der Boden rund um den Stamm das Wasser besser aufnehmen kann. Wer abends gießt, sollte den Boden erst anfeuchten und einen Moment warten, bevor mit dem Rest des Wassers gegossen wird.
Ein durchschnittlich großer Stadtbaum benötigt laut BUND etwa bis zu 100 Liter Wasser pro Woche. Dabei ist es besser, den Bäumen einmal eine große Menge Wasser zukommen zu lassen, damit auch die tieferen Wurzeln erreicht werden, als jeden Tag eine kleine Menge Wasser. Um das Verdunsten oder Abfließen des Wassers zu verhindern, kann man einen kleinen Erdwall mit etwas Abstand zum Stamm rund um die Baumscheibe formen.
Um den Bäumen auf längere Sicht zu helfen, kann die Baumscheibe mit verschiedenen Blumen und Gräsern bepflanzt werden. Damit werden nicht nur Insektenoasen geschaffen, sondern die Bepflanzung hilft auch dabei, dass das Wasser nicht so schnell verdunstet und der Boden länger feucht bleibt. Zudem wirken die kleinen Pflanzen der Verdichtung des Bodens entgegen und halten ihn schön locker, so dass das Wasser besser an die Wurzeln des Baumes vordringen kann.
An manchen Bäumen kann man Bewässerungssäcke entdecken. Die Säcke aus Kunststoffgewebe werden um den Baumstamm gelegt und mit Wasser gefüllt, das langsam heraustropft und so die Wurzeln feucht hält. Diese Methode eignet sich aber eher für junge und frisch gepflanzte Bäume. Bei älteren Bäumen liegen die Wurzeln für diese Methode zu tief.

Bewässerung durch die Stadt
Egal ob Witten, Hattingen oder Sprockhövel – alle Städte helfen bei der Bewässerung der Stadtbäume. „Die Stadt selbst bewässert junge Bäume ebenfalls mit Wassersäcken. Anfangs starteten wir mit ca. 40 Wassersäcken, haben aber aktuell bereits ca. 110 Stück im Einsatz bzw. bringen diese gerade heraus“, erklärt Katrin Kaiser-Henschen, Pressesprecherin der Stadt Sprockhövel. Ansonsten gibt es in Sprockhövel auch regelmäßige Gießrundfahrten, bei denen auch die Wassersäcke befüllt werden und einige wenige Baumpaten. Interessierte an einer Baumpatenschaft können sich per Mail an das Sachgebiet Tiefbau wenden, gruenflaechen@sprockhoevel.de.
„Die Stadt Witten begrüßt natürlich ausdrücklich, wenn Bürger dem Stadtgrün durch den heißen Sommer helfen“, so Lena Kücük aus der Pressestelle der Stadt Witten. Generell pflegt und bewässert die Stadt Witten (Abteilung Grünflächen) alle Stadtbäume selbst, sodass „sowohl das Gießen von Bäumen als auch die Baumbeetpatenschaften ein zusätzliches Engagement sind, das freiwillig ist. Ich bin mir sicher, dass die Liebe zum Grün vor der eigenen Tür auch niemanden davon abhalten wird, einem Baum durch einen besonders heißen Tag zu helfen.“ Doch nicht nur die Bürger in Witten helfen ab und an bei der Bewässerung aus: „In der Vergangenheit gab es auch schon mal besondere Aktionen wie eine Unterstützung durch die Polizei, die mit einem Wasserwerfer Bäume bewässert hat. Aber auch das war natürlich eine besondere Freiwilligkeit, für die sich die Stadt Witten herzlich bedankt hat.“
Susanne Wegemann, Pressereferentin bei der Stadt Hattingen, berichtet ähnliches: „Wir freuen uns, wenn Bürger mithelfen unsere Bäum vor dem Verdursten zu retten, dazu die Gießkanne oder den Schlauch in die Hand nehmen und Jungbäume oder welche, die die Blätter hängen lassen, gießen. Wir als Stadt gießen regelmäßig rund 200 Bäume. In der Regel sind es neu angepflanzte. Viele davon haben wir mit Wassersäcken bestückt, die gerne durch Bürger nachgefüllt werden können. Die Kosten für das Wasser können wir leider nicht übernehmen, weil die Abrechnung mit einem separaten Wasserzähler erfolgen müsste. Der Aufwand dafür wäre zu hoch. Daher danken wir allen, die den Hattinger Bäumen Wasser spenden.“ nxs