Logo
Superbanner 749 x 89 Pixel_Platzhalteranzeige.jpg
Hattingen

Touristenmagnet Hattingen: Hier ist es richtig nett

Neue Marketingkampagne stellt die Vorzüge der Stadt heraus – Wanderbaumallee kommt...

HAT-Touristenmagnet2021.jpg

Ab ins Grüne - die Elfringhauser Schweiz ist ein beliebtes Wandergebiet.

„Die Touristen werden wieder nach Hattingen kommen. Unsere Fachwerk-Altstadt ist beliebt und wir bieten ein grünes Umland mit vielen Freizeitmöglichkeiten. Ich glaube, das wird ein Selbstläufer“, sagt Hattingen Marketing Chef Georg Hartmann.
In der Corona-Pandemie habe man außerdem die Digitalisierung vorangetrieben, um die Chancen für Gastronomie, Handel und Beherbergung zu verbessern. Dazu gehört der Online-Marktplatz und die bald an den Start gehende „Hattingen Card“. Außerdem gibt es Finanzmittel für eine neue Marketingkampagne. Das Geld – eine Anschubfinanzierung von 30.000 Euro – kommt aus nicht genutzten Geldern vom ausgefallenen Hattinger Altstadtfest 2020. Im Ausschuss für Wirtschaftsförderung, Stadtmarketing und Tourismus zeigte sich die Politik bereits überzeugt.
Für die Kampagne wurde der Hattinger Uli Wilkes, Ideengeber der „Kleinen Affäre“ aus Blankenstein, mit seinem Kölner Unternehmen pro.in space ins Boot geholt. Das Unternehmen, in dem übrigens auch seinerzeit die Firma von Alfred Biolek integriert wurde, ist eine digitale Kreativ- und Onlineagentur. Das Unternehmen ist der Frage nachgegangen, wie man Besucher nach Hattingen holen und Einheimische für die Vorzüge ihrer Stadt sensibilisieren kann. „Die Zielgruppe sind Einwohner, Bewohner aus den umliegenden Städten und Touristen. Neben dem Fachwerk sind Gemütlichkeit und Gemeinsamkeit, das Zeithaben, entscheidende Etiketten. Aber diese positiven Elemente dürfen nicht ins Negative übersetzt werden – etwa mit Vergangenheit, Langsamkeit oder einfach nur Langeweile. Daher haben wir eine Kampagne erdacht, die mit einem Wort arbeitet, welches für viele von uns zunächst gemischte oder gar negative Assoziationen hervorruft – das Wort ,nett‘. Ich weiß, vielen Menschen kommt sofort der Satz ,Nett ist die kleine Schwester von sch…‘ in den Sinn, doch genau das wollen wir ändern. Denn eigentlich ist der Begriff etwas Positives,“ erklärt Uli Wilkes. Gemeinsam aktiv für alle eine Wohlfühlatmosphäre schaffen – das ist die Übersetzung von „Wir machen es uns nett.“
Hattingen genießen
Doch den Worten müssen Taten folgen, die Kampagne muss mit Inhalten gefüllt werden. Auch da präsentiert Uli Wilkes erste Ideen. „Zunächst einmal werden wir die sozialen Medien mit Fotos und Texten bespielen, in denen wir zeigen, was alles in Hattingen ,nett‘ ist. Dann werden wir eine Wanderbaumallee mit zehn bis 12 Bäumen ins Leben rufen. Optisch sind es Bäume auf einem Handkarren mit einer Bank drumherum. Rechtlich betrachtet dürfen diese Bäume jeweils drei Wochen an einem Standort stehen. Die Handkarren baut die Hattinger Ideenschmiede zum Materialkostenpreis und für das Material werden Sponsoren gesucht.
Menschen, Bürger dieser Stadt, werden die Handkarren dann in Aktionen jeweils an verschiedenen Stellen im Stadtgebiet aufstellen. Gerne in der Nähe von Gastronomie und Handel, damit sich Menschen auf die Bänke setzen können, im Freien Gemeinschaft genießen und vielleicht etwas trinken oder essen können. Oder einfach nur so zum Reden.“ Ein Stück Vergangenheit im liebevollen Sinn spricht auch aus dem Vorschlag von Uli Wilkes, vielleicht auch einen kleinen „Affenfelsen“ entstehen zu lassen – welcher Hattinger (und Sprockhöveler) erinnert sich nicht an das Gebilde an der heutigen Stelle des Treidelbrunnens, DER Treffpunkt vor allem für junge Menschen damals in Hattingen. Wilkes macht allerdings keinen Hehl daraus, dass die Kampagne nur Fahrt aufnehmen kann, wenn die Bürger, der Handel, die Gastronomie und Hotellerie – eben alle – zum Mitmachen bereit sind.
Kontakt wurde auch aufgenommen mit der Gesellschaft für deutsche Sprache (GfdS), die zum ersten Mal gemeinsam mit der Stadt Hattingen eine Wortpatenschaft für das Wort „nett“ übernehmen könnte. Ähnlich wie Städtepartnerschaften soll dies auch auf Schildern dokumentiert werden. Ein Fragezeichen steht allerdings hinter Live-Veranstaltungen. Marketingchef Georg Hartmann: „Wir werden auch in diesem Jahr unser beliebtes Altstadtfest nicht feiern können. Ob im Herbst Veranstaltungen möglich sein werden, müssen wir abwarten. Gespräche mit Alfred Schulte-Stade zum Thema Weihnachtsmarkt laufen“, zeigt sich Georg Hartmann optimistisch. „Unsere Stadtführungen und damit eine wichtige Säule der Einnahmen sind von 6632 im Jahr 2019 auf nur 966 Personen in 101 Gruppen in 2020 zurückgegangen. Die Übernachtungen sind im letzten Jahr um 39 Prozent eingebrochen auf 137.869 Übernachtungen. Aber jetzt nimmt die positive Entwicklung wieder Fahrt auf und die Besucher erleben: Hattingen ist einfach nett.“anja