Sport

Sollen doch andere zahlen

Olympia: Die Lobbymaschine ist angelaufen. Ein Kommentar zum Bericht: "Große Chance für Revier“.

Die Lobbymaschine ist angelaufen und hat nun unseren Europa-Abgeordneten erfasst. Dennis Radtke beredet das Thema „Olympia 2032“ mit warmen Worte wie, „innovatives Konzept“, „setzt Zeichen“, „Gemeinschaftsgefühl“ und sagt – nichts.
Hinter all dem Werben steckt die Essener „Rhein Ruhr City GmbH“, mit den Geschäftsführern Philip Erbers und Michael Mronz. Der Unternehmer Michael Mronz (53) will Olympia 2032 mit der Privatinitiative „Rhein Ruhr City 2032“ ins Land holen. Hauptsächlich ist er erfolgreich als Berater und „Event“-Manager tätig. Das ist an sich nichts Schlimmes. Auf der Internetseite „rheinruhrcity.com“ ist zu lesen, dass schon 90 Prozent der Sportstätten vorhanden seien – eine stramme Behauptung, die mir dreist übertrieben scheint.
Wir blicken auf die Großereignisse der vergangen Jahrzehnte und sehen kaum genutzte Riesenstadien, die langsam, aber sicher verwittern; ein Blick nach Brasilien genügt. Ich wette, aus den 90 Prozent werden unterm Strich höchstens 50, wenn nicht weniger. Nach all den Schließungen durch die Kommunen: Wo steht beispielsweise eine Schwimmhalle, die für Wettkämpfe und Publikum geeignet ist? Und so weiter. Was in Deutschland mit Großprojekten passiert, sehen wir in Berlin (BER), Hamburg (Philharmonie) oder Stuttgart.
Der verbuddelte Bahnhof sollte die Steuerzahler anfangs gar nichts kosten, jetzt sind wir bei 8 Milliarden. Machen wir es wie die Hanseaten bei ihrer Bewerbung vor Jahren: kühlen Kopf bewahren und bei einer Volksabstimmung die kalte Schulter zeigen. Sollen doch andere Bau und Unterhalt von Investitionsruinen zahlen.