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Sprockhövel

So soll der neue Quartiersmittelpunkt Haßlinghausen aussehen

Wenn alles klappt, ist das multifunktionale Begegnungszentrum Ende 2029 fertig.

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Haßlinghausen könnte bald einen neuen Quartiersmittelpunkt haben. In vier Jahren entsteht an der Stelle der Kreissporthalle in der Geschwister-Scholl-Straße ein neuer schlichter zweigeschossiger Bau. Für großartige Wünsche ist kein Geld da, aber die Zweckmäßigkeit soll trotzdem vieles möglich machen: Architekt Jörg Preckel hält viel von der Verblendung des Baukörpers mit Ziegelsteinen, die eine besonders gute Speicherung von Wärme haben. Außerdem gibt es große Fenster in der Bibliothek und in den Tagungsräumen. Aus energetischen Gründen soll es möglichst wenig Flure geben, die Räume sollen multifunktional sein, um möglichst intensiv nutzbar zu sein. Tribünen mit Stauraum und eine Galerie im Obergeschoss sind ebenfalls vorgesehen. Detaillierte Planungen wird es geben, wenn die beauftragte Machbarkeitsstudie vorliegt.
Das Projekt gehört zum Integrierten Handlungskonzept Mittelstraße Haßlinghausen, welches 2018 beschlossen wurde. 2021 erhielt Sprockhövel erstmalig eine Förderung aus dem Städtebauförderprogramm „Aktive Zentren“ des Ministeriums für Heimat, Kommunales, Bau und Digitalisierung NRW. Die Umgestaltung vom Nikolaus-Groß-Platz und dem Rathausplatz wurde daraus finanziert. 2026 wird die Umgestaltung der Mittelstraße zwischen Raiffeisenmarkt und Poststraße beginnen. Der Förderbescheid liegt vor. 
Eine weitere Maßnahme ist JETZT das multifunktionale Begegnungszentrum. 2023 wurde die Sporthalle aufgrund statischer Mängel geschlossen. Das Gebäude soll abgerissen und durch eine 3-fach Sporthalle ersetzt werden. Geplant ist eine Halle mit einer Fläche von rund 1800 qm sowie Sitz- und Stehtribünen, die optimale Bedingungen für Schul- und Vereinssportarten, größere Wettkampfveranstaltungen und Turniere und Liga-Spiele bietet. Doch geplant ist viel mehr als eine Sporthalle. Soziale und kulturelle Veranstaltungen sollen ebenfalls Raum bekommen. Außerdem wird die Stadtbibliothek in die neuen Räume einziehen.
Im Erdgeschoss ist neben der Sporthalle mit Umkleiden und Geräteräumen ein Foyer mit Küche und Theke geplant. Die Bibliothek soll sich über beide Stockwerke erstrecken. Im Obergeschoss befinden sich auch die Tribünen der Sporthalle sowie Seminarräume. Wichtig ist eine multifunktionale Nutzung vieler Räume, die auch durch Faltwände veränderbar sein werden. 
Für diesen Plan gibt es im Rahmen der Städtebauförderung finanzielle Unterstützung von Land, Bund und Europäischer Union, um die Innenstädte zu stärken. Das Kostenvolumen von 30 Millionen Euro in einer ersten Planung wurde allerdings in der Höhe als nicht förderfähig eingestuft, weil die beantragte Summe rund die Hälfte des Förder-Gesamtvolumens des Landes NRW 2025 darstellte. Damit die Maßnahme in die Städtebauförderung aufgenommen werden konnte, musste abgespeckt werden. Die Planung wurde überarbeitet und vor allem Kosten dahingehend eingespart, dass das neue Gebäude an gleicher Stelle und nicht, wie ursprünglich geplant, zurückversetzt nach hinten, gebaut wird. So kann die bestehende Bodenplatte der alten Sporthalle genutzt werden. 
Weitere Detailplanungen sind in Arbeit, denn der Fördermittelgeber hat einen engen Zeitrahmen vorgegeben. Die neue Multifunktionshalle muss bis Dezember 2029 fertiggestellt sein. Die vorbereitenden Maßnahmen sowie der Bau des Gebäudes werden bei positiver Bescheidung des Qualifizierungsantrages zu 60 Prozent gefördert. Die restlichen 40 Prozent sind kommunale Eigenmittel. 
Von Dr. Anja Pielorz