Logo
Dies und Das

So gelingt es, gute Vorsätze in den Laufschuhen umzusetzen

Viele wollen nach dem Jahreswechsel wieder mehr Sport machen und probieren sich mit Joggen aus. Lauf-Expertin Jennifer Defontaine weiß, wie man dranbleibt und Ziele erreicht.

DUD-Vorsaetze-Feb2026.jpg

Das Jahr 2026 läuft seit einigen Wochen und es gibt Personen, die sich gute Vorsätze gesetzt haben. Mehr Bewegung und Sport gehört häufig dazu. Eine Anmeldung im Fitness-Studio oder Laufschuhe kaufen und loslaufen. Jennifer Defontaine ist Läuferin des TV Hasslinghausen und leitet bei ihrem Verein ein Lauftraining. Sie gibt Tipps für Einsteiger, um sich langsam heranzutasten.

IMAGE: Wie bleibt man dabei, ohne nach wenigen Wochen schon wieder alles schleifen zu lassen?
Defontaine: Das A und O ist es, sich Gleichgesinnte zu suchen, um sich gegenseitig zu motivieren. Man kann sich auch einer Gruppe anschließen. Danach muss man erst mal versuchen, sich überhaupt eine gewisse Zeit durchgängig zu bewegen. Wenn man nach einer Weile nicht mehr laufen kann, geht man ein Stück, um den Puls etwas runter zu bringen und atmet durch. Vielleicht schafft man es danach wieder weiterzulaufen.

IMAGE: Wie kann man das neben dem Alltag schaffen?
Defontaine: Man kann sich einen Plan machen, der an den Wochenplan im Alltag angepasst wird, damit sich die Laufeinheiten an Arbeit und Familie orientieren. Es gilt natürlich, sich die Freiräume auch wirklich zu setzen. Wenn jemand in einem Verein ist, der zu einer bestimmten Zeit trainiert, wäre dies ja auch ein fester Termin. Man muss also mit dem Vorsatz eine Priorität setzen.

IMAGE: Wie oft sollte das innerhalb einer Woche sein und warum?
Defontaine: Das muss jeder individuell entscheiden, wie es zeitlich passt. Ich habe in meiner Lauftrainer-Ausbildung den sogenannten Schweinehund-Plan kennengelernt. Nach dem soll man die ersten vier Wochen jeden Tag eine Viertelstunde lang laufen. Um zu lernen, sich aufzuraffen. Darum geht es hauptsächlich.

IMAGE: Macht man sich dadurch nicht automatisch Druck oder will bei so vielen Laufeinheiten schnell zu viel erreichen?
Defontaine: Für Einsteiger sind zwei bis drei Einheiten pro Woche gut. Wenn man zu viel will und alles zu schnell angeht, verletzt man sich womöglich. Das war mir selbst anfangs überhaupt nicht klar. Ich bin immer schneller gelaufen, bis ich einen Ermüdungsbruch hatte. Wenn so etwas passiert, hören viele auf. Sie erwarten zu viel von sich selbst oder vergleichen sich mit Personen, die schon lange laufen oder auch gewichtsmäßig viel leichter sind und schnellere Zeiten schaffen. Man sollte daher mit Personen gemeinsam laufen, die ungefähr auf demselben Level sind.

IMAGE: Wie kann man sich zusätzlich motivieren, um dauerhaft bei der Stange zu bleiben und keine Ausreden zu erfinden?
Defontaine: Es ist ein Fehler, wenn man zuhause erst einmal lange auf der Couch sitzt. Man kann sich die Laufsachen zum Beispiel auch mit ins Büro nehmen, sich dort auf der Toilette umziehen und direkt nach Feierabend eine Runde laufen. Unterwegs kann man Musik hören oder vielleicht sogar einen Podcast. Laufen muss an das persönliche Leben angepasst und mit anderen Hobbys kombiniert werden. Man muss der Sache eine Chance geben und wer dabei bleibt, dem fällt es nach und nach automatisch leichter. Von Hendrik Steimann