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Hattingen

Peter und Paul mit neuem Dach und trockenen „Füßen“

Alles hat seine Zeit und so war auch das Dach der katholischen Kirche...

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Das Bauteam von St. Peter und Paul sorgt für neues Dach und trockenen Sockel. V.l. Andreas Lamm, Luisa Puls, Jürgen Uphues und Guido Friderici.

Alles hat seine Zeit und so war auch das Dach der katholischen Kirche
St. Peter und Paul an der Bahnhofstraße 21 in Hattingen in seine Jahre gekommen. Jetzt werden die Dachziegel und Teile der Fassade in einer aufwändigen Aktion erneuert.
Immerhin hatte der vermutlich aus der Nachkriegszeit stammende sauerländische Schiefer dafür gesorgt, dass die Gläubigen in dem von 1868 bis 1870 gebauten Gotteshaus ein Dach über den Kopf hatten.
Seine Aufgabe, die Feuchtigkeit draußen zu halten, damit bei Wind und Wetter Messen und Andachten gefeiert werden konnten, erfüllte das Dach aber immer weniger. „Der Schiefer hatte sein Bindemittel verloren“, erklärt Bauleiterin Luisa Puls vom beauftragten Ingenieurbüro ptd ingenieure + sachverständige, Dormagen. Ein Komplettaustausch war dringend geraten.
Ins Rollen kam das Projekt bereits 2015, wie Andreas Lamm, leitender Pfarrer der Pfarrei St. Peter und Paul, berichtet. Der Pfarrei-Entwicklungsprozess hemmte jedoch den weiteren Fortgang erst mal bis 2017. Im März d. J. wurden dann endlich die Gerüste aufgebaut und ab Mai 2020 die Arbeiten an Fassade und Dach aufgenommen. Es geht gut voran – bald sollen die Bauarbeiten abgeschlossen sein. Die meisten Ziegel hatten dem betonähnlichen Fugmörtel nicht standgehalten, der beim Verfugen benutzt worden war. Die zum Teil drei bis vier Zentimeter breiten Fugen auszustemmen sei selbst mit einem Pressluft-Stemmhammer „ein echter Knochenjob“ für die Arbeiter gewesen, sagt die Bauleiterin. Da die für die genau 831 benötigten Dachziegel benötigte Menge nicht mehr aus dem Sauerland geliefert werden kann, kommt das Material jetzt aus einer Grube in Spanien. Gleichzeitig werden auch 126 Formsteine ausgetauscht, die unter anderem als Schmuck an den Fensterbögen dienen.
Kanalanbindung erfolgt 2021
Zu den weiteren Arbeiten gehören u. a. das Auskleiden der Wasserspeier mit Blei und Arbeiten an den Holzluken im Dach, die vom Regen in Mitleidenschaft gezogen worden waren. An einigen der Kirchenfenster wurde gesprungenes Glas ersetzt und bei der Gelegenheit, wie die Bauleiterin erzählt, die Reihenfolge von zwei irgendwann mal asymmetrisch eingesetzten Fenstern getauscht. Im kommenden Jahr wird noch die Dachentwässerung auf Seiten des Pastor-Schoppmeier-Hauses an das Kanalnetz angeschlossen und der Weg erneuert. Tatsächlich floss das Regenwasser bisher von den Fallrohren auf den Weg und stand dann mitunter bis zu einem halben Meter hoch an den Sockelflächen. Nach der Anbindung an den Kanal können die Sockel der Kirche trocknen. „Das wird allerdings einige Jahre dauern“, weiß Luisa Puls aus Erfahrung.
Die Kosten für die jetzigen Baumaßnahmen belaufen sich auf 1,6 Mio. Euro. „Unterstützt wird die Gemeinde bei der Finanzierung durch das Bistum Essen. Es stellt einen Betrag in Höhe von 770.000 Euro als zinsloses Langzeitdarlehen zur Verfügung“, wie Guido Friderici von der Katholischen Gemeindeverwaltung erklärt. Das geplante Budget wird aller Voraussicht nach auch eingehalten. „So eine Sanierung ist für uns finanziell ein Kraftakt. Aber mit der Sanierung von Dach und Fassade ist unsere Kirche jetzt äußerlich für die Zukunft gerüstet“, zeigt sich Pfarrer Andreas Lamm erleichtert.
Mit dem Ergebnis zufrieden ist auch Jürgen Uphues, Denkmalpfleger der Stadt Hattingen: „Die Kirche St. Peter und Paul ist ist ein bedeutendes Denkmal des neugotischen Kirchenbaus im 19. Jahrhundert. Dank der erfahrenen Fachfirmen ist das Erscheinungsbild der Kirche mit großer Sorgfalt wiederhergestellt worden.“