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Witten

NRW-Stiftung fördert erneut Günnemann-Kotten

Seit mehr als 350 Jahren steht der Günnemann-Kotten an der Brunebecker Straße 98 in Rüdinghausen. Der 1668 gebaute Fachwerk-Bauernhof schien noch zur Jahrtausendwende dem Untergang geweiht. Dem stellt sich seit 2000 der „Günnemann-Kotten e.V.“ tatkräftig entgegen. Jetzt erhielt der Verein weitere 40.000 Euro von der NRW-Stiftung.

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Große Freude am Günnemann-Kotten: Karl Peter Brendel, Vorstandsmitglied der NRW-Stiftung (4.v.li.), überreichte gemeinsam mit den beiden Regionalbotschaftern der NRW-Stifung Michaela und Matthias Sprenger (2. und 4.v.re.) eine Förderzusage samt Urkunde an (v.li.) Henriette Brink-Kloke, Marc Junge, Birigt Klein, Sibylle Assmann und Andreas Flader vom Vorstandsteam des Vereins.

Die 1668 entstandene Hofstelle gilt als letztes Relikt des ehemals ländlich geprägten Ortes. Um den leerstehenden alten Kotten, dessen Name auf den Kauf des damaligen Pächters Bernhard Heinrich Günnemann für 1300 Taler im Jahre 1818 zurückgeht, wieder ins Leben zurückzuholen, krempelte Marc Junge vor fünfundzwanzig Jahren die Ärmel hoch und gründete mit Gleichgesinnten den gemeinnützigen Verein „Günnemann-Kotten e.V.“. Rund 100 Mitglieder jeden Alters engagieren sich heute für das älteste Anwesen in Witten-Rüdinghausen, um Gebäude und Grundstück als Kulturerbe der spezifischen bäuerlichen Prägung der Gemeinde Rüdinghausen zu erhalten.

Bauernhof als Begegnungs- und Kommunikationsstätte
„Der Günnemann Kotten soll aber kein Ort der Idylle werden, sondern eine Begegnungs- und Kommunikationsstätte, wo wir Themen wie Geschichte, Natur und Klima ansprechen und diskutieren können“, erklärt Marc Junge, der den Verein von Anfang an als 1. Vorsitzender führt. Neben der Wiederherstellung des früher stattlichen Fachwerk-Gebäudes kümmern sich die Mitglieder auch um den bäuerlichen Gemüsegarten sowie den Hühnerhof und Gänsestall auf dem Grundstück. In einem weiteren Projektschritt wurde auch der kleine Bach Brunebecke liebevoll renaturiert.

Weitere 40.000 Euro kommen von NRW-Stifung
Im Jahr 2019 erhielt der Günnemann Kotten e. V. bereits 265.000 Euro von der NRW-Stiftung, um die Bausubstanz des Gebäudes zu sichern sowie zur Schaffung eines Begegnungsraums mit Sanitäranlagen. Damit das Projekt erfolgreich abgeschlossen werden kann, stellt die Stiftung jetzt weitere 40.000 Euro zur Verfügung. Damit zählt der Zuschuss der Nordrhein-Westfalen-Stiftung in Rüdinghausen seit ihrer Gründung 1986 zu den mehr als 3.800 Natur- und Kulturprojekten mit insgesamt über 325 Millionen Euro. Das Geld dafür erhält die Stiftung über das Land NRW aus Lotterieerträgen von Westlotto, aus Mitgliedsbeiträgen ihres Fördervereins und aus Spenden.
Bei einem Pressetermin überreichte Vorstandsmitglied Karl Peter Brendel jetzt die Förderurkunde an das Vorstandsteam des Vereins. „Der Verein Günnemann Kotten e. V. hat durch den Erwerb des ortsbildprägenden Ensembles dessen Erhalt am Ort erreicht und ihn bereits in den letzten Jahren während der Bauphase zu einem lebendigen nachbarschaftlichen Begegnungs- und Lernort entwickelt, der viele Menschen neugierig macht und zum Mithelfen anstiftet“, erklärte Karl Peter Brendel. „Die Förderung der NRW-Stiftung macht es dem Verein möglich, infrastrukturell notwendige Räume zu schaffen, die für ein lebendiges Vereinsleben erforderlich sind.“ Von Matthias Dix