Die Innenstadt soll immer stärker attraktiver Treffpunkt für die Bürgerschaft werden.
Zum 1.1.2026 erhielt die Stadt Sprockhövel die Zuständigkeit über die Hauptstraße sowie die Mühlenstraße. Möglich wurde dies durch die Abstufung der Straßen zu Gemeindestraßen nach dem Bau der Umgehungsstraße.
Sprockhövel erhält Gelder aus dem Bundesförderprogramm „Zukunfts-
fähige Innenstädte und Zentren“. Die Stadt selbst muss 25 Prozent der jeweiligen Summe für eine Maßnahme als kommunalen Eigenanteil aufbringen. Einige Maßnahmen zur Aufwertung der Innenstadt in
Niedersprockhövel sind bereits sichtbar: so wurden mobile Stadtmöbel und Grünelemente für das Stadtgebiet angeschafft. Die Bänke haben Rücken- und Armlehnen und laden zum Verweilen ein. Pflanzkübel mit integriertem Bewässerungssystem verschönern die Innenstadt. Vierzig neue Fahrrad-Abstellanlagen wurden ebenfalls aufgestellt. Im Oktober 2025 wurden zwei Geschwindigkeits-Smileys angebracht. Im November wurde die alte Linde am Kirchplatz mit einer mitwachsenden Beleuchtung für Stadtteilfeste und die Weihnachtszeit ausgestattet. Die Zukunftsstrategie Niedersprockhövel bildet außerdem die Grundlage für eine mögliche Förderung im Rahmen des Städtebauförderprogrammes NRW. Hier gilt der aktuelle Fördersatz für Sprockhövel derzeit bei fünfzig Prozent.
Weniger Verkehr auf der Hauptstraße
Seit Eröffnung der Umgehungsstraße hat nach einer aktuellen Verkehrszählung die tägliche Verkehrsdichte um rund dreißig Prozent abgenommen. Bisher liegt die zulässige Höchstgeschwindigkeit bei 30 km/h. In Kürze wird diese allerdings auf Schrittgeschwindigkeit von 20 km/h reduziert. In der mittel- bis langfristigen Planung steht auch ein Mini-Kreisverkehr an der Kreuzung von-Galen-Straße/Friedrichstraße sowie eine Gehwegerweiterung an der Zwiebelturmkirche.
Langfristig soll die Hauptstraße eine geringere Fahrbahnbreite bekommen. Sie soll von 6,50 Meter auf sechs Meter reduziert werden. Die Bushaltestellen sollen barrierefrei umgebaut werden, die Außengastronomie bekommt Erweiterungsmöglichkeiten. Zusätzliche Grün- und Aufenthaltsbereiche sind geplant. Grundsätzlich soll die Durchfahrt der Hauptstraße für den Autoverkehr aber erhalten bleiben. Auch das Parken soll grundsätzlich möglich bleiben. Die Verkehrsuntersuchung kam übrigens zu dem Ergebnis, dass die höchste Auslastung der Parkflächen am Donnerstag zwischen 10 und 15 Uhr sowie am Samstag zwischen 10 und 14 Uhr gegeben ist.
Leuchtturmprojekt Sparkassenplatz
In zahlreichen Workshops und Beteiligungsmöglichkeiten der Bürgerschaft wurde dem Sparkassenplatz eine große Bedeutung zugesprochen. In der Vergangenheit hatte es beispielsweise mehrfach Veranstaltungen über das Stadtmarketing und den Verkehrsverein gegeben. Dazu zählten weihnachtliche Veranstaltungen an einem Wochenende ebenso wie ein Jazzfrühschoppen. Der Wunsch, in
Zukunft den Platz wieder stärker zu bespielen und ihn zu einem Treffpunkt zu machen, ist deutlich. Wie gut er angenommen wird, erkennt man auch beim Stadtfest. Mit dem Oktoberfestzelt auf dem Platz gibt es einen regen Besucherandrang bei leckerem Essen, Musik und guten Gesprächen. Der Sparkassenplatz ist eines der beiden sogenannten „Leuchtturmprojekte“, die geplant werden. Er soll ein Quartierstreffpunkt werden – damit hätte Niedersprockhövel dann wie Haßlinghausen einen solchen Treffpunkt. Dort ist ein neuer Quartierstreffpunkt an der Stelle der alten Kreissporthalle geplant. Diese wird abgerissen und durch ein multifunktionales Begegnungszentrum ersetzt. Eine Sporthalle wird genauso integriert wie der Umzug der Stadtbibliothek. Ein zweites „Leuchtturmprojekt“ für Niedersprockhövel ist die Nachnutzung des ehemaligen Kita-Gebäudes in der Hauptstraße 8. Hier soll ein Haus der Generationen entstehen.
Barrierefreiheit und Begrünung
Neben diesen beiden Projekten gibt es weitere sechs Handlungsfelder, die in der Zukunft abgearbeitet werden sollen: barrierefreie Umgestaltung des öffentlichen und privaten Raumes, Ausbau und Anbindung bestehender Wegenetze, Aufwertung der Freiräume vor dem Hintergrund eines klimaresilienten Ortskerns (stärkere Durchgrünung des Innenstadtbereiches), Stärkung des Ortskerns als Wirtschafts- und Versorgungsstandort, gleichberechtigte und klimagerechte Mobilität sowie eine Bespielung öffentlicher Räume und Pop-Up-Maßnahmen. Der Rat der Stadt Sprockhövel hat die Zukunftsstrategie Niedersprockhövel in seiner letzten Ratssitzung für die zukünftige Entwicklung des Ortskerns beschlossen.
Eine weitere stadtbildprägende Maßnahme wird der barriefreie Umbau des Busbahnhofs sein.
Von Dr. Anja Pielorz