Logo
Natur & Garten

Naturnahe Hecken anzulegen heißt: Mehr Leben im Garten

Warum die richtige Strauchauswahl entscheidend ist und einheimischen Sträuchern Vorrang gebürt.

GAR-Hecke-Panthermedia-2025.jpg

Die Auswahl der Sträucher spielt eine zentrale Rolle für die ökologische Vielfalt im Garten. In vielen Gärten dominieren exotische Pflanzen, die zwar optisch ansprechend sind, der heimischen Tierwelt jedoch kaum Nahrung bieten. Viele dieser Ziergehölze sind entweder so gezüchtet, dass sie keine Früchte tragen, oder ihre Früchte werden von den hiesigen Tieren nicht verwertet. Auf Thuja, Bambus, Forsythie, Magnolie und Zierkirsche sollte man zugunsten der Natur verzichten.
Die Vorteile einer Hecke im Naturgarten
Eine Hecke ist ein wertvolles Element in jedem naturnahen Garten. Neben ihrer dekorativen Wirkung erfüllt sie zahlreiche ökologische Funktionen: Sie sorgt für ein ausgeglichenes Mikroklima, indem sie Wind abmildert und den Feuchtigkeitsgehalt im Boden stabilisiert. Zudem filtert sie Staub und Schadstoffe aus der Luft und trägt zur Lärmminderung bei. In dicht bebauten Wohngebieten bietet eine Hecke somit nicht nur Schutz vor Umweltbelastungen, sondern schafft auch einen wertvollen Lebensraum für zahlreiche Tiere.
Um dieses ökologische Gleichgewicht zu erhalten und Schädlinge auf natürliche Weise in Schach zu halten, ist es wichtig, auf die richtige Pflanzenauswahl zu achten. Während heimische Gehölze eine Fülle an Nahrung und Unterschlupf für Insekten und Vögel bieten, sind viele exotische Sträucher in unseren Breiten nutzlos. Sie bilden entweder keine verwertbaren Früchte oder sie reifen im mitteleuropäischen Klima nicht aus, sodass sie der heimischen Tierwelt keinen Nutzen bringen.
Heimische Sträucher: Ein wichtiger Beitrag zur Artenvielfalt
Heimische Pflanzen bieten das ganze Jahr über Nahrung und Schutz für zahlreiche Tiere. Ein eindrucksvolles Beispiel ist die Stieleiche, die rund 300 Insektenarten und 28 Vogelarten beherbergt. Im Gegensatz dazu finden sich an der eingeführten Rosskastanie lediglich vier Insekten- und zwei Vogelarten.
Neben dem ökologischen Nutzen sprechen weitere Argumente für die Wahl heimischer Gehölze. Wildsträucher sind an das mitteleuropäische Klima angepasst und trotzen Wind, Wetter und Kälte besser als viele exotische Arten. Zudem sind sie pflegeleichter, robuster und benötigen weder chemische Düngemittel noch Pflanzenschutzmittel, was die Umwelt schont. Da sie seltener in Gärten zu finden sind, bringen sie zudem mehr Abwechslung in das gewohnte Landschaftsbild.
Neben ihrem ökologischen Wert bieten heimische Sträucher auch einen hohen ästhetischen Reiz. Sie zeigen über das gesamte Jahr hinweg eine abwechslungsreiche Optik – von der Blüte im Frühling über die kräftige Laubfärbung im Herbst bis hin zu den dekorativen Früchten im Winter. Im Gegensatz zu vielen exotischen Ziersträuchern, die oft nur für kurze Zeit in voller Blüte stehen, sorgen heimische Gehölze langfristig für einen attraktiven Garten. Allerdings sollte bei der Pflanzenauswahl darauf geachtet werden, dass die Gehölze an den Standort angepasst sind. Bodenbeschaffenheit, Feuchtigkeitsgehalt und Lichtverhältnisse spielen eine wichtige Rolle für gesundes Wachstum und Langlebigkeit der Pflanzen.
Hecken richtig pflanzen und pflegen
Beim Anlegen einer Hecke müssen auch nachbarschaftliche Regelungen beachtet werden. Mittelgroße Hecken sollten mindestens 1,5 Meter vom Nachbargrundstück entfernt gepflanzt werden. Der Abstand zwischen den einzelnen Sträuchern variiert je nach Art und Wuchsform und liegt in der Regel zwischen einem und zwei Metern.
Die beste Zeit für die Pflanzung von laubabwerfenden Gehölzen ist der Herbst (Oktober bis November) oder das Frühjahr (März bis April). Immergrüne Sträucher sollten hingegen bereits zwischen August und September gesetzt werden, damit sie vor dem Winter ausreichend Wurzeln bilden können.
Ein wichtiger Punkt beim Heckenschnitt: Während der Brutzeit der Vögel, also vom 1. März bis zum 15. September, sollte auf das Zurückschneiden verzichtet werden. Je mehr Tiere sich in der Hecke angesiedelt haben, desto wichtiger ist es, diesen Lebensraum ungestört zu lassen. Rückschnitte sollten daher bevorzugt außerhalb dieser Zeit erfolgen.
Mit einer Hecke aus heimischen Gehölzen lässt sich also nicht nur die Artenvielfalt im Garten fördern, sondern auch ein natürlicher, pflegeleichter und langlebiger Sichtschutz schaffen.

Heimische Sträucher

Vom NABU empfohlen für die Gartengestaltung: 
Berberitze, Besenginster, Faulbaum, Feldahorn, Hainbuche, Hasel, Rote Heckenkirsche, Himbeere, Schwarzer Holunder, Schwarze Johannisbeere, Kornelkirsche, Kreuzdorn, Liguster, Pfaffenhütchen, Rotbuche, Schlehe, Gemeiner Schneeball, Ilex, Traubenkirsche, Vogelbeere, Weißdorn, Wildapfel, Wildbirne, Wildrosen.