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Dies und Das

Müssen Frauen echt öfter „müssen” und gehen nie allein?

Die stillen Örtchen sind manchmal gar nicht so still – lange Warteschlangen gibt‘s nur bei Frauen.

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Mindestens die eine Hälfte der Menschheit kennt das Problem: Wenn Frauen „müssen“, müssen sie sich im Vorfeld ihre Gedanken machen. Zumindest in unserer zivilisierten Welt ist der Gang zum stillen Örtchen nicht selten eine Herausforderung. Für Frauen gibt es immer zu wenige Rückzugsmöglichkeiten, dorthin zu gehen, wohin auch Kaiser und König allein gingen. Und die Warteschlange ist nicht selten beträchtlich, sodass eine ausreichende Zeitperspektive für den Druck auf die Blase eingeplant sein will.
Doch warum sind die Warteschlangen bei den Damen immer so lang? Liegt es vielleicht daran, dass Frauen einfach öfters „müssen“? Und… allein zum Klo gehen? Also ich kenne doch ziemlich viele, die zumindest bei Veranstaltungen die Frage der Fragen stellen, wenn sie sich auf den Weg machen wollen: Ich muss mal wohin. Kommst Du mit dahin?
Also, zunächst einmal zur Häufigkeit: Zumindest theoretisch müssen Frauen öfter auf die Toilette, weil sie eine kleinere Blasenkapazität haben als Männer. Bei Frauen liegt die Kapazität um 400 Milliliter und bei Männern um 500 Milliliter. Natürlich gibt es aber viele weitere Faktoren: das Alter spielt eine Rolle und bei der Frau auch die Hormone. Bei Männern ist es im Alter die Prostata. Manchmal sind es auch Angewohnheiten, die den Toilettengang scheinbar notwendig machen. Als Frauen haben wir die Angewohnheit, vor dem Verlassen des Hauses noch mal die Toilette zu besuchen, weil wir zum Beispiel öffentliche Toiletten vermeiden wollen. Sind ja auch meistens nicht so schön und jede Frau kennt das Trainieren der Oberschenkel, um zumindest die Sitzflächen des öffentlichen Örtchens weiträumig zu vermeiden.
Natürlich ist auch entscheidend, wieviel und welche Flüssigkeit man zu sich nimmt. Das gilt aber für alle Geschlechter –Bier ist genauso harntreibend wie Kaffee. Auch Medikamente (sogenannte „Wassertabletten“) wirken harntreibend.
Kommen wir zum Mythos des kollektiven weiblichen Klogangs. Dieses immer wieder zu beobachtende Phänomen hat nichts mit gleichzeitigem Müssen zu tun. Im Gegenteil. Manchmal muss die eine Person gar nicht, geht aber aus Solidarität mit. Und das wiederum hängt mit der Situation zusammen: Da ist eine Veranstaltung, auf der ich nicht alleine sein will, wenn die Freundin zur Toilette spaziert. Da ist mit einer Mega-Warteschlange zu rechnen und ich habe eher Lust darauf, jemandem zum Unterhalten dabei zu haben.
Das Wichtigste ist aber: Mädchen werden früh sozialisiert, nicht allein unterwegs zu sein: Geh nie alleine irgendwo hin! Lass dein Getränk nicht aus dem Blick! Sage immer, wohin du gehst! Der Klassiker, den die Erwachsenen – oft die Erziehungsberechtigten – aus Sorge dem Nachwuchs immer wieder einbläuen. Und was das kleine Mädchen gelernt hat, wird eben auch als erwachsene Frau angewandt. Zudem kennen die meisten von ihnen irgendjemanden, dem tatsächlich etwas widerfahren ist – und sei es einfach nur ein unangenehmes Gefühl. Es schafft einfach Sicherheit, wenn die bekannte Freundin an der Seite ist. anja