Im Jever Krog war zur Altweiberfastnacht Jeanny zu Gast. Im April kommt Kay Ray.
Jeanny
Travestieshows gibt es schon lange, bereits im 17. Jahrhundert in Form von Theater und Ballett. Im vergangenen Jahrhundert wurden sie dann auch mitunter im verrufenen Rotlicht-Milieu bekannt, sie entwickelten sich insgesamt aber zu kunstvollen und kabarettistischen Darbietungen. Zu Altweiberfastnacht gab es im Jever Krog in Herbede eine kleine Veranstaltung, bei der Jeanny auftrat. Manche Gäste des Restaurants waren zum ersten Mal live bei einer Travestieshow, die gut ankam.
Über einen seiner Kellner entstand die Idee und er vermittelte die Künstlerin in den Wittener Westen. Restaurant-Betreiber Karsten Laux war vor vielen Jahren mal bei einer Travestieshow im Revuepalast in Herne und hatte Jeanny (Jörg Gocke) dabei live gesehen. Und: Zu seiner Eröffnung im April 2014 hatte er mit dem Dortmunder Travestiekünstler Dietmar Damköhler schon mal Miss-Lili vor Ort im Jever Krog. „Sie hat sich damals sogar extra ein Meerjungfrauen-Kostüm herstellen lassen“, erinnert sich Laux, der an dem Abend das Thema See und Meer hatte. Es war ein Abenteuer, die Gäste wussten nicht, dass sie sogar an der Tür schon von Miss-Lili empfangen werden.
Mehr Akzeptanz in der Gesellschaft
Nun war also Jeanny zu Gast und interagierte mit den Gästen, von denen sich die meisten schon früh Karten gesichert hatten. Laux, der selbst mit einem Partner zusammenlebt, freute sich, dass nicht nur das Thema Travestie mittlerweile auf mehr Akzeptanz in der Gesellschaft stößt. Die sei durch den Wandel offener geworden, generell mit Blick auf die immer breiter werdende LGBTQIA+ – Community. Es könne sogar helfen, noch bestehende Hürden oder Berührungsängste abzubauen. Im Jever Krog begegneten sich Künstler und Gäste in einem kleinen Rahmen. „Die Menschen treffen aufeinander, sehen sich direkt und lernen sich so einander besser kennen. Gäste sehen, dass Travestiekünstler normal sind und sie andersherum ebenfalls akzeptiert werden. Wir konnten gemeinsam einen schönen Abend erleben, egal wer welche Neigung oder Interessen hat“, sagt Laux.
Auch die ältere Generation war vertreten. Darunter einige Stammgäste, die teilweise schon über 70 Jahre alt sind und mit Themen wie einer Travestieshow noch ganz anders groß geworden sind als die junge Generation heutzutage. Es war mal etwas anderes, etwas Neues im Programm. Am 13. April folgt die Kay Ray Show (20 Uhr, Karten: 20,90 Euro). Mit dem Untertitel: Frech, schnell, obszön und keinesfalls politisch korrekt. „Es ist mal etwas ganz anderes und kann durchaus unter die Gürtellinie gehen“, blickt Laux voraus.
Im Saalbau findet am Samstagabend, 28. Februar, mit dem Festival der Travestie mit Maria Chron noch eine Veranstaltung in diesem Bereich statt (Karten von 49,40 bis 55,40 Euro). Von Hendrik Steimann