Junge Basketballerinnen entwickeln sich gut. Der Zulauf bricht nicht ab.
Die Sprockhövel Miners haben in ihrer Szene einen Namen. Sie sind im Basketball aktiv und gehören als Abteilung der TSG Sprockhövel an. Im Verlaufe der vergangenen Jahre gab es einen wahren Boom. Nach der Coronazeit und dem WM-Titel der deutschen Nationalmannschaft im Herbst 2023 stieg das Interesse an der Sportart. Die Miners haben mittlerweile rund 200 Mitglieder, wovon 150 im Jugendbereich auf Korbjagd gehen. Davon sind fast 40 Mädchen aktiv, weshalb es seit dieser Saison zwei reine Mädchenteams gibt.
In der Vorsaison gab es bereits ein weibliches U14-Team. Zuvor spielten Mädchen mit den Jungs gemischt. Das ist formal in der Altersklasse U14 gestattet. Doch danach erlauben die Statuten dies nicht mehr. In Sprockhövel war das kein Problem. Aus dem U14-Team entwuchsen die älteren Spielerinnen, die nun in ihrer ersten U16-Saison spielen. Die U16 wurde neu gegründet, der Verein hatte Trainingskapazitäten, die mittlerweile durch den Mitgliederzuwachs jedoch erschöpft sind. Die weibliche U16 wird in der Kreisliga entweder Erster oder Zweiter werden. Nächstes Jahr wird eine U18 gemeldet, die in der etwas mehr leistungsorientierteren Oberliga an den Start geht. „Wir können dafür noch Spielerinnen gebrauchen“, sagt die Koordinatorin der Mädchen, Sonja Will. Sie trainiert derzeit die U16, ihre Tochter Kira gemeinsam mit Elisa Biernath die U14.
„Aktuell überlegen wir, nächste Saison eine U14, U16 und U18 zu bilden. Altersmäßig könnten ein paar U18-Spielerinnen noch in der U16 spielen und so mehr Einsätze sammeln und sich gleichzeitig gegen Ältere messen. Und die U16 könnte bestehen bleiben, weil aus der U14 Mädchen aufrücken und genauso den Anschluss an die Älteren bekommen“, erzählt Will. Dann würde es insgesamt neun Jugendteams bei den Miners geben. „So viele gibt es selbst in der Basketball-Hochburg Schwelm nicht“, freut sich der Vorsitzende, Jochen Knorr. Für die Sprockhöveler spielen zwei Herrenteams um Punkte, in der Bezirks- und Kreisliga. Daneben gibt es noch eine gemischte Hobbymannschaft, in der Sonja Will mitspielt.
Ihre Tochter spielt in der U16, sie profitierte vom weiblichen Zuwachs in Sprockhövel. Will sagt: „Es gab vorher ein Basketball-Loch in Sprockhövel. Und es gab lange immer nur eine Herrenmannschaft. Die Attraktivität war aber da.“ Der Verein kümmerte sich seit 2023 verstärkt um Hallenzeiten. Seitdem gab es laut Knorr im gesamten Jugendbereich einen „Run“: „Es hören zwar auch mal Kinder wieder auf, aber es kommen dauernd neue hinzu.“ Die Fahrtwege in den Ligen sind weit, vor allem bei den Mädchen, weil es bis auf die großen Vereine kaum Klubs gibt, die reine weibliche Teams haben. Bei der TG RE Schwelm etwa gibt es keine U16. „Wir könnten für die Spielerinnen ein ziemlich angenehmes Auffangbecken werden“, so Knorr.
In Sprockhövel freuen sich die Mädchen über die Möglichkeit. „Manche haben Berührungsängste, nur mit Jungs in einem Team zu spielen“, erzählt der Vorsitzende. Neben den Miners gibt es in Gevelsberg bei der SEG Mädchenteams und noch eine Damenmannschaft. Zudem sind im Kreis Hagen/Ennepe-Ruhr nur noch die Witten Baskets im weiblichen Bereich gut aufgestellt.
Von Hendrik Steimann (Foto: Frank Beyer)