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Dies und Das

Kriminelle Machenschaften am Telefon

Gefahren durch Abzocke am Telefon...

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Gefahren durch Abzocke am Telefon lauern, wenn es nur kurz klingelt und der Anrufer dann wieder auflegt. Halten Sie es durch, nicht zurückzurufen. Ihr Anruf landet dann oft im Ausland, nicht selten im Nahen Osten oder in Afrika.
Der Rückruf wird so sehr teuer, und die Taschen der Abzocker füllen sich. Seien Sie schon vorsichtig, wenn die Vorwahl des Anrufenden mit zwei Nullen oder dem +-Zeichen beginnt.
Diese Masche wird auch als „Ping-Call“ bezeichnet. Besonders mies ist natürlich nach wie vor der Enkeltrick. Meist ältere Menschen werden von angeblichen Polizisten, Anwälten oder der Enkelin angerufen, die eine absurde Geschichte auftischen: ihr Geld auf der Bank oder im Tresor sei nicht mehr sicher, oder ein Verwandter brauche dringend Geld, weil er einen Unfall habe.
Geld oder den Schmuck abholen
Die Betrüger wollen dann das Geld oder den Schmuck abholen lassen oder fragen nach Kreditkartennummer und PIN. Die Polizei ruft jedoch in keinem Fall unter der Notrufnummer 110 an und erkundigt sich auch nie nach Kontonummer und PIN, geschweige denn fordert Sie am Telefon auf, Ihr Geld und Ihren Schmuck einer dritten Person zu übergeben.
Geben Sie daher niemals sensible Daten am Telefon preis, sondern legen kommentarlos auf und rufen sofort selbst die Polizei an – nicht per Rückruftaste, sondern indem Sie nach einem Freizeichen selbst die Notrufnummer 110 ins eigene Telefon tippen.

"Können Sie mich verstehen?" Nie mit "Ja" antworten!

Es ist schnell passiert: Das Telefon klingelt, am anderen Ende ist jemand, der den Namen kennt und nachfragt, ob er auch mit besagter Person verbunden ist. Die Antwort ist erwartungsgemäß ein deutliches „Ja“. Der Anrufer beglückwünscht einen, dass man bei einem Preisausschreiben gewonnen habe, oder fragt, ob man bereit wäre, an einer Umfrage zum Beispiel über Energiekostensparen teilzunehmen.
Nebenbei erkundigt sich der Anrufer: „Hören Sie mich?“ oder „Können Sie mich verstehen?“ Wieder lautet die Antwort „Ja“. Das war zweimal ein „Ja“ zuviel. Ein paar Tage später erhalten Sie eine hohe Rechnung für einen angeblichen Vertrag, den Sie telefonisch abgeschlossen haben sollen. Betrüger scheffeln so Unsummen.
Offensichtlich sind Sie Abzockern auf den Leim gegangen. Tatsächlich drehte es sich bei dem Anruf einige Tage zuvor nicht um ein Preisausschreiben oder eine Umfrage. Der Anrufer hatte nur ein Ziel: Er wollte das Wort „Ja“, und zwar aus Ihrem Munde, auf Band festhalten. Mit der entsprechenden Software und ein paar Mausklicks später wird die kleine Tonsequenz dann aus dem Telefonat geschnitten und hinter die Frage gesetzt, ob Sie mit dem Abschluss eines Vertrages zum Beispiel für ein kostspieliges Abo einverstanden seien. Der angebliche Beweis ist erbracht, dass Sie zugestimmt haben.
Ein Vertrag wurde nicht abgeschlossen
Rechtlich gesehen ist jedoch kein Vertrag durch zwei übereinstimmende Willenserklärungen zustande gekommen und Sie müssen die Rechnung auch nicht bezahlen. Was Sie aber machen müssen: Sie müssen sich wehren. Die Verbraucherzentrale hat Musterbriefe formuliert, um eine unberechtigte Forderung wie ein Zeitschriftenabo oder die Forderung eines Inkassobüros abzuwehren. Diese Musterbriefe sind kostenlos über die Verbraucherzentrale erhältlich. Außerdem können Sie Anzeige erstatten und sich bei der Bundesnetzagentur oder der Verbraucherzentrale beschweren. Dazu notieren Sie am besten Telefonnummer und Namen des Anrufers sowie Uhrzeit und Inhalt des Telefonats.
Richtiges Verhalten am Telefon
Damit es aber erst gar nicht so weit kommt, legen Sie sich schon mal in Ruhe zurecht, wie Sie bei dubiosen Anrufen antworten könnten – ein „Ja“ rutscht nämlich schneller raus, als Sie eigentlich wollten. Eine Möglichkeit: Wiederholen Sie die Frage als Antwort. Zum Beispiel: auf „Hören Sie mich?“ können Sie mit „Ich höre (Sie)“ antworten. Oder: „Bin ich mit Herrn XY verbunden?“ antworten Sie – wenn Sie überhaupt noch wollen – mit „Sie sind mit XY verbunden“ oder „Am Apparat“. Noch besser: Sie gehen gar nicht auf die Fragen ein und beenden das Gespräch konsequent per Tastendruck.