Logo
Hattingen

Kindern Zeit schenken und gemeinsam glücklich sein

Verein „Kinderpaten“ KiPA Hattingen sucht dringend Paten, die ein Herz für Kinder haben.

HAT-Kinderpaten-Maerz2026.jpg

Dagmar Koch (66) steht vor dem Kindergarten und wartet auf ihre „Enkelin“. Die Fünfjährige freut sich sehr, als sie ihre „Oma“ erblickt und ist ganz gespannt darauf, was heute auf dem Programm steht. Ein Ausflug vielleicht? Zum Berger Hof oder in den Zoo? Geht es ins Kindertheater oder hat sich die „Oma“ etwas Schönes für zuhause überlegt – basteln oder kochen vielleicht? Die Auswahl ist groß und die ehemalige Lehrerin für Religion und Erdkunde lässt sich immer etwas einfallen. Obwohl – sie ist jetzt nicht die „richtige“ Oma und die Fünfjährige auch nicht ihr „richtiges“ Enkelkind – zusammengekommen sind die beiden durch den Hattinger Verein „Kinderpaten KiPA“.

Dagmar Koch ist Patin aus Leidenschaft
Dagmar Koch ist hier seit Februar 2024 Mitglied und leidenschaftliche Patin. „Ich wollte nach meiner beruflichen Laufbahn unbedingt weiter etwas mit Kindern machen und ich kannte den Verein aus der lokalen Berichterstattung. Ich habe mit der damaligen Vorsitzenden Thekla Bieder telefoniert und es kam zu der ersten Anbahnungsphase mit einem Patenkind. Die Kleine war damals 3 1/2 Jahre alt. Wir lernten uns kennen, natürlich gemeinsam mit ihrer Mutter. Ich besuchte die beiden zuhause, die beiden haben mich besucht. Ich habe sie gemeinsam mit der Mutter vom Kindergarten abgeholt und die persönliche Beziehung ist einfach gewachsen. Heute bin ich nur noch Oma Dagmar für sie und sie ist meine Enkelin. Ich habe selbst zwei erwachsene Kinder, aber keine eigenen Enkelkinder. Bei den Kinderpaten fühle ich mich sehr wohl und die Zeit, die ich mit der Kleinen verbringe, ist für uns beide wirklich schön.“ In der Regel treffen sie sich einmal pro Woche. Neben Ausflügen, Spiel und Spaß begleitet die „Oma“ ihre „Enkelin“ aber auch schon einmal zum Arzt, ist bei Festen im Kindergarten dabei oder – ganz aktuell – war natürlich auch auf der Ranzenparty, denn die Fünfjährige kommt ja in diesem Jahr in die Schule.
Regula Näser (66) gehört zum neuen Vorstand von Kinderpaten KiPA Hattingen. Sie hat über sechzig Jahre in Hattingen gelebt und wohnt jetzt in Bad Sassendorf. Ihr enger Kontakt zur Ruhrstadt ist aber geblieben. „Seit sieben Jahren bin ich bei KiPA aktiv und habe zwei Patenkinder, die mittlerweile 11 und 13 Jahre alt sind. Bis zum 16. Lebensjahr werden die Kinder und Jugendlichen von uns durch KiPA begleitet, wobei die persönlichen Kontakte oft weit über das Alter hinaus gehen. Gemeinsam mit meinen eigenen Enkelkindern finde ich die Aufgaben sehr erfüllend. Es kommt sehr viel zurück.“
Das sieht auch Annette Bürger (50) so. Die Sozialpädagogin, die beruflich in der Schulsozialarbeit zuhause ist, hat noch kein eigenes Patenkind und ist der andere Teil vom neuen Vorstand. „Der Verein hat aktuell zwanzig Mitglieder und betreut 13 Patenkinder zwischen fünf und 16 Jahren. Die meisten von ihnen kommen durch die Kita, Schule, Jugendamt oder Beratungsstellen zum Verein. Der persönliche Hintergrund der Kinder ist unterschiedlich. Mal sind die wirtschaftlichen Familienverhältnisse nicht gut, mal lebt ein Kind in einer Pflegefamilie und benötigt zusätzlichen persönlichen Kontakt. Mal vermissen die Kinder aber auch einfach Großeltern oder Geschwister und durch die Patenschaften haben wir die Möglichkeit zu einem kleinen Ausgleich. Hier können wir etwas helfen und vor allem den Kindern Zeit schenken. In einer Zeit, in der Familien oft weiter voneinander entfernt leben und viele Kinder gar nicht mehr mit ihren Großeltern aufwachsen, ist so ein Projekt unheimlich schön und für alle Seiten eine beglückende Erfahrung.“
Wer sich für die Vereinsarbeit interessiert und gerne Pate werden möchte, wird dabei natürlich nicht allein gelassen. Der Verein unterstützt mit gemeinsamen Gruppenangeboten. Für den Erstkontakt ist nach wie vor Thekla Bieder, die frühere Vereinsvorsitzende, unter der Rufnummer Telefon 02324/30751 zuständig. Sie hat den Verein 2013 gegründet. 
Informationen und Kontakt gibt es auch per E-Mail unter info@kipa-hattingen.de. Weitere Informationen findet man auf der Homepage des Vereines unter www.kipa-hattingen.de.

Patenschaften sind wertvoller Beziehungsausgleich
Selbst die Corona-Pandemie hat der Verein überstanden. Durch Telefonate und elektronische Medien wurde der Kontakt gehalten, doch das ist natürlich kein Ersatz für die persönlichen Begegnungen. „Wer Geduld und Empathie mitbringt, wer ein Herz für Kinder hat und etwas von seiner Zeit verschenken möchte, der ist bei uns genau richtig“, sagen Regula Näser und Annette Bürger. 
Dagmar Koch jedenfalls ist als Patin angekommen. Im Moment bahnt sich gerade eine zweite Patenschaft an. „Es gibt da einen sechsjährigen Jungen. Der hatte schon eine Patin, die aber aus persönlichen Gründen nicht mehr weitermachen kann. Mich hat das sehr berührt und deshalb sind wir gerade in der Anbahnungsphase. Ich würde mich freuen, wenn ich ein zweites Patenkind bekomme.“ Von Dr. Anja Pielorz