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Witten

Jeweils 5000 Euro für drei ehrenamtliche Projekte

Die Wittener Sparkassen- und Bürgerstiftung fördert die drei herausragendsten ehrenamtlichen Angebote und Projekte zur Unterstützung von Senioren in Witten.

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Auf dem Foto oben: Vorstands- und Kuratoriumsmitglieder sowie die Gewinnergruppen.

Die Wittener Sparkassen-und Bürgerstiftung (WSuBS) unterstützt jedes Jahr gemeinnützige Projekte aus den verschiedensten Bereichen. Im Jahr 2025 lag der Fokus auf ehrenamtlichen Angeboten und Projekten für Senioren in Witten. „Seniorinnen und Senioren stellen einen wichtigen und großen Teil unserer Gesellschaft dar – und haben viel zu bieten“, betont die Stiftung. „Sie können als Vorbilder für Kinder und jüngere Generationen dienen sowie Werte, Wissen und Erfahrungen teilen und weitergeben. Häufig rücken ältere Menschen allerdings aus dem Fokus der Öffentlichkeit und erhalten daher oftmals nur unzureichende Wertschätzung, Begleitung oder Förderung. Somit haben sie häufig nicht die Möglichkeit, ihre wertvollen Fähigkeiten und Talente zum Wohle der Gesellschaft einzubringen und ihren gesellschaftlichen Wert für alle erfahrbar und greifbar zu präsentieren. Die WSuBS möchte das durch ihren aktuellen Förderschwerpunkt ändern und fördert in diesem Jahr insbesondere Projekte, die Seniorinnen und Senioren eine Basis bieten, sich sowie ihre Fähigkeiten und Talente weiterzuentwickeln und zu zeigen“, führt sie weiter aus.

Die Gewinner
Unter der Kurzformel „Unsere Seniorinnen und Senioren gehen uns alle an!“ wurden folgende Projekte jeweils mit einer Förderung von 5000 Euro ausgezeichnet:

• Projekt „Tanztheater Abrakadabra – Gruppe Quatschgymnastik“
Preisträger: Ev. Kirchenkreis Hattingen-Witten 
Innerhalb des Evangelischen Kirchenkreises Hattingen-Witten ist – unter dem Dach des „Tanztheaters Abrakadabra“ – die Gruppe „Quatschgymnastik“ entstanden. Ziel dieses kostenlosen Angebots ist es, ältere Menschen zu ermutigen, sich mehr zu bewegen, sich untereinander zu vernetzen und sich somit gegenseitig zu unterstützen. So treffen sich zwei Mal pro Woche jeweils rund 30 Teilnehmerinnen im Alter von etwa 50 bis 90 Jahren, um sich unter Anleitung gemeinsam zu bewegen – und sich danach auszutauschen und Bekanntschaften zu knüpfen oder bestehende Kontakte zu pflegen. Obwohl derzeit ausschließlich Frauen an der „Quatschgymnastik“ teilnehmen, ist die Gruppe ausdrücklich offen für alle. Treffpunkt ist das Kultur- und Veranstaltungszentrum Krone in Witten-Heven. Im Anschluss an die Gymnastikstunde oder sonstige Termine wird gemeinsam gefrühstückt, Karten gespielt oder Kaffee 
getrunken.
• Projekt „Gemeinsam, statt einsam – neue Wege zum Miteinander“
Preisträger: ProPat e. V. – Familienunterstützender Dienst 
Mit dem Projekt „Gemeinsam, statt einsam – neue Wege zum Miteinander“ schafft der Wittener Verein „Pro Pat e. V.“ mit seinem familienunterstützenden Dienst ein Angebot für Seniorinnen und Senioren, die Menschen mit gleichen Interessen und Hobbys kennenlernen möchten. Viele ältere Menschen erleben Einsamkeit oder den Verlust sozialer Kontakte. Dabei besteht oft der Wunsch, die eigenen Interessen mit anderen teilen zu können. Und genau hier setzt das Projekt an: Durch ein strukturiertes „Speed-Dating Format für Senioren“ entstehen neue Kontakte zu Menschen mit gleichen Interessen und Hobbys. Das wiederum fördert die aktive Freizeitgestaltung und die Teilhabe am gesellschaftlichen Miteinander – und stärkt zugleich Selbstwertgefühl und Lebensfreude. Das mittelfristige Ziel dieses Projekts ist es darüber hinaus, dass die geknüpften Kontakte in langfristigen Gruppen oder Freundschaften münden, die mit Hilfe ehrenamtlicher Multiplikator:innen unterstützt werden – und so neue Impulse erhalten.

• Projekt „Nachbarschaftstreff Café Schelle“
Preisträger: DRK soziale Dienste, Kreisverband Witten gGmbH 
Das „Café Schelle“ in der Annener Schellingstraße ist ein lebendiger Treffpunkt, der vor allem auch älteren Menschen die Möglichkeit bietet, aktiv am gesellschaftlichen Leben teilzuhaben, soziale Kontakte zu pflegen und ihre Fähigkeiten einzubringen. 
Dabei werden die wohnortnahen, bedarfsorientieren Angebote überwiegend von ehrenamtlichen Seniorinnen und Senioren organisiert und durchgeführt, was nicht nur die Eigeninitiative und das Engagement der Teilnehmenden fördert, sondern auch ein starkes Gemeinschaftsgefühl schafft.
Gertrud Holland (siehe Foto) leitet z.B. die Seniorengruppe im Café Schelle. Jeden Freitag treffen sich von 14 bis 16.30 Uhr ca. 15 Leute um zu quatschen, Kaffee zu trinken, aber auch zum Singen, Spielen oder zur Hockergymnastik. Seit nunmehr 40 Jahren leitet die inzwischen 91-Jährige die Seniorengruppe des Cafés. Entstanden ist das Ganze aus einer familiären Krise. Früher war Gertrud Holland beim TUS Heven. Dann stieg sie beim DRK ein und machte ihren Übungsleiterschein und gab Sportkurse wie Gymnastik, Volkstanz und auch Wassergymnastik. Dies tat sie sogar über ihren 80. Geburtstag hinaus. Gesundheitliche Probleme ließen sie die Gruppen aber dann in jüngere Hände geben und so ist sie nun „nur noch“ in der Seniorengruppe aktiv. „Mir gibt das Ganze ja auch etwas zurück“, erklärt sie. Und auf die Frage, wie sie es geschafft hat so lange fit zu bleiben antwortet sie: „Man braucht einen starken Willen.“
Von Jessica Niemerg