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Auto & Mobilität

Innenstadt-Parken: Das Auto soll raus aus der Stadt

Das gilt für Anwohner und für Besucher. Mobilität soll über eine neue Verkehrswende kommen.

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Genau vor dreißig Jahren wurde in Hattingen die Parkraumbewirtschaftung eingeführt. Zu bestimmten Zeiten und an den meisten Orten in der Innenstadt wurde das Parken damit kostenpflichtig. Auch in Witten gibt es eine Parkraumbewirtschaftung. Für beide Städte ist das eine wichtige Einnahmequelle. 900.000 Euro nimmt die Stadt Hattingen jährlich an Parkgebühren ein. Bei 780.000 Euro Betriebskosten bleibt etwas für die Stadtkasse übrig. Die Stadt Witten hat zuletzt durchschnittlich rund 850.000 Euro kassiert. Neben den Parkgebühren für Besucher gibt es noch das Anwohnerparken. Auch das spült Geld in das Stadtsäckel. Was aber in Zukunft deutlich wichtiger wird: es soll eine Alternative zum Auto geben, um die Verkehrswende voranzutreiben. Das Ziel sind ÖPNV, Rad- und Fußwege, Carsharing und Mobilstationen als Alternative zum privaten PKW. Dafür gibt es das Zukunftsnetz Mobilität NRW (ZNM), ein Unterstützungsnetzwerk, das Kommunen dabei berät und begleitet.
Anwohnerparken
Die Anwohner der Innenstädte müssen aber trotzdem ihr Auto abstellen, solange sie eines haben. Ab dem 1. Januar 2025 zahlen die rund 1600 Inhaber von Anwohnerparkausweisen in Hattingen statt wie bisher 20 Euro satte 100 Euro – einen garantierten Stellplatz gibt es dafür allerdings nicht. Das sorgt auch regelmäßig für Ärger – vor allem in den vier Wochen Weihnachtsmarkt. In Witten hingegen hat sich an den rund 3000 ausgestellten Anwohnerparkausweisen nichts geändert. Um einen Bewohnerparkausweis zu bekommen, muss man in einer Bewohnerparkzone gemeldet sein, ein Fahrzeug dauerhaft nutzen und darf nicht über einen Stellplatz oder eine Garage verfügen. Der Ausweis kostet weiterhin 30 Euro im Jahr. Seit über 20 Jahren hat sich an der Höhe dieser Gebühr nichts verändert. Die Stadt bietet jetzt die Möglichkeit an, den Ausweis direkt für zwei Jahre zu beantragen (60 Euro). Der niedrige Preis fürs Parken passt nach Ansicht von Befürwortern der Verkehrswende allerdings nicht zu dem im November 2023 vorgestellten Mobilitätskonzept für die Wittener Innenstadt. Es sieht unter anderem deutlich weniger Verkehr in der City vor. Klima- und umweltbewusste, barrierefreie sowie vernetzte Mobilität und ein attraktiver Stadtraum in der Innenstadt sind die Leitziele, die in naher Zeit umgesetzt werden sollen. Aktuell bestimmt sowohl der fließende als auch der ruhende Kfz-Verkehr das Bild.
Suche nach Parkplatz für Besucher
Wer als Besucher mit dem Auto in die Innenstadt möchte, wird in Hattingen und Witten selten einen kostenlosen Parkplatz finden. Auch muss er sich auf eine längere Suche einstellen – vor allem dann, wenn besondere Aktionen in der Innenstadt geplant sind. Doch auch zu normalen Einkaufszeiten wird es nicht leicht. In Hattingen kann man vom Reschop-Carré- und dem Kaufland-Parkhaus die Innenstadt mit ihren Geschäften bequem erreichen. Im Reschop Carré kostet jede angefangene Stunde zwei Euro, das Tagesticket 18 Euro. Allerdings kann man bei Saturn oder der Stadtbibliothek die Parkgebühren rabattieren lassen. So zahlt man nur 50 Cent pro Stunde. Bei Kaufland ist das Parken für Kunden in den ersten 90 Minuten kostenlos, wenn man den QR-Code auf dem Kassenbon am Automaten scannt. Danach kostet jede angefangene Stunde 2,50 Euro. Im Altstadt-Parkhaus wird das Auto-Kennzeichen gescannt und es gibt überhaupt kein Ticket mehr. Der Kunde tippt sein Kennzeichen vor der Ausfahrt in den Parkautomaten ein, zahlt die Gebühr und verlässt das Parkhaus. Die Kosten betragen Montag bis Freitag (9-19 Uhr), Samstags (9-18 Uhr) und an den Adventssonntagen (13-18 Uhr) jeweils 1,50 Euro pro angefangene Stunde. Das Tagesticket ist für sieben Euro zu haben. Damit das Parkhaus nicht mehr – wie in der Vergangenheit – als kostenlose Garage nutzbar ist, zahlt man außerhalb dieser Zeiten einen Euro pro Stunde. Der Höchstsatz für das Tagestickt bleibt.  
Bei den Supermärkten im Bruchfeld sowie den Fast-Food-Ketten ist das Parken nur für die Aufenthaltsdauer in den jeweiligen Geschäften erlaubt. Geregelt wird das mit der Parkscheibe oder einer Kennzeichenerfassung.
Bei den weiteren städtischen Parkplätzen gibt es eine einheitliche Regelung. Kosten: Montag bis Freitag (9-19 Uhr), Samstags (9-18 Uhr), zu den verkaufsoffenen Sonn- und Feiertagen sowie an allen Adventssonntagen (12-19 Uhr) kostet das Parken 70 Cent pro angefangene halbe Stunde, sieben Euro pro Tagesticket. Außerhalb dieser Zeiten ist das Parken kostenlos. Das gilt für die Parkplätze P+R im Bruchfeld, Parkplatz Roonstraße, Parkplatz Rathausplatz, Rathaushof, Talstraße, am Finanzamt, Bunkerparkplatz in der August-Bebel-Straße, Schreys Gasse und verschiedene Straßenrandplätze.
In Sprockhövel ist Parken kein Thema
Im Innenstadtkern von Witten stehen rund 2500 Parkplätze zur Verfügung. Auf der Hauptverkehrsader Ruhrstraße/Hauptstraße gibt es an den Parkscheinautomaten den „Brötchentarif” für 15 Minuten. Die Parkhäuser in Witten findet man über die Wegweisung City-P-Ring. So kommt man zum nächstgelegenen Parkhaus. Das Parkhaus an der Stadtgalerie beispielsweise verfügt über 441 Parkplätze und kostet im Tagestarif maximal 12,50 Euro. Die Tiefgarage City Passage bietet 101 Stellplätze mit einem maximalen Tagestarif von acht Euro. Eine Stunde Parken kostet hier einen Euro, in der Stadtgalerie zahlt man 1,50 Euro. Für die zweite Stunde sind es sogar 2,50 Euro. Danach kostet jede angefangene Stunde einen Euro.
Wer sich nicht an die Regeln hält, muss mit teils hohen Strafen rechnen. Das Parken ohne gültigen Parkschein kostet zwischen 20 und 40 Euro, während das Blockieren von Rettungswegen mit bis zu 100 Euro geahndet wird. Im schlimmsten Fall droht das Abschleppen des Fahrzeuges, was Kosten von bis zu 300 Euro verursachen kann.
Wer lange sucht, findet in den Innenstädten etwas außerhalb auch noch kostenfreie Parkplätze. Im ländlichen Sprockhövel ist Parken jedoch kein Thema. Mit Parkscheibe ist es kostenlos. Das gilt auch für die Nachbarstadt Gevelsberg, die mit dem kostenfreien Parken beim Shopping sogar Schilder-Werbung macht. Bittere Shoppingalternative für den lokalen Handel bleiben aber oft die Einkaufszentren mit kostenlosen Parkhäusern und das Internet.  anja