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HSG Hattingen-Sprockhövel: Jung und ambitioniert Richtung Zukunft

AVU unterstützt: Die Handball-Spielgemeinschaft des TuS Hattingen und der TSG Sprockhövel.

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Erst seit zweieinhalb Jahren sind die Teams der HSG Hattingen-Sprockhövel im Spielbetrieb. Was schon länger geplant war, wurde zur Saison 2023/24 realisiert: Eine Spielgemeinschaft der Handball-Abteilungen des TuS Hattingen und der TSG Sprockhövel. Die Abteilungen gehören zwar weiterhin ihren Stammvereinen an, haben aber nach der Fusion ihre Kräfte gebündelt, um sich zukunftsorientiert aufzustellen. Einer der Partner ist die AVU, dessen unterstützte Vereine und sportliche Zusammenschlüsse vom IMAGE-Magazin nacheinander vorgestellt werden.
Im Spielbetrieb befinden sich derzeit fünf Erwachsenenteams der HSG, darunter ein Frauenteam. Hinzu kommen zehn Jugendmannschaften. In der Jugend kooperieren die beiden Vereine schon seit 2017, bis zur HSG-Gründung gab es die JSG Hattingen-Sprockhövel. Schon damals überlegten der TuS und die TSG, auch direkt im Herren- und Damenbereich zusammenzuschmelzen. Das geschah aber erst viel später. Die Handballerinnen und Handballer sind weiterhin Mitglieder der jeweiligen Vereine, die HSG ist nämlich kein eigenständiger Verein. Im Handball sind Spielgemeinschaften keine Seltenheit. Im Jugendbereich gut aufgestellt
Die HSG ist mit ihren zehn Jugendteams aktuell gut aufgestellt. Als beide Vereine noch getrennt voneinander agierten, sank die Zahl der Nachwuchsteams. „In den untersten Jugenden gibt es in der Regel nie Probleme. Es gibt immer Kinder, die Handball spielen wollen“, erzählt Jannis Sinnemann, der Vorsitzende der HSG. Doch wenn die Kinder älter werden, nimmt die Zahl der Aktiven ab. Auch etwa durch vermehrten Nachmittagsunterricht und OGS-Einrichtungen. Bis zur C-Jugend können Mädchen und Jungen gemeinsam in einem Team spielen, ehe sie getrennt werden. „Dann gibt es teilweise für die einen und anderen Teams nicht mehr ausreichend Spieler. Das ist ärgerlich, wenn die verbleibenden den Verein wechseln und Mannschaften so zerbröseln“, sagt Sinnemann.
Das Problem hat die HSG nicht, sie stellt ab kommender Saison sogar eine männliche und weibliche C-Jugend. „Wir haben viele gute Mädchen, die sehr ambitioniert sind. Daher werden wir eine eigene Mannschaft gründen. Die Eltern drumherum unterstützen uns auch viel. Das Team kann sogar leistungsorientiert ausgerichtet werden“, blickt Sinnemann voraus. Trainer wird Ex-Profi Thomas Zeller (2. Bundesliga) sein

„Es ist cool, dass wir überhaupt wieder eine weibliche Jugend haben werden. Sie soll als Anker dienen, um noch weitere zu gründen“, so der HSG-Vorsitzende, der ebenfalls in der zweiten Herrenmannschaft in der Bezirksliga am Ball ist. Sie dient als Unterbau der ersten Mannschaft, die in der Oberliga um Punkte kämpft. Dort hält sie sich seit der HSG-Gründung. Den Kern bilden Spieler der ehemaligen ersten Mannschaft des TuS Hattingen. Der TuS hatte vor der Fusion drei Herrenteams, die TSG eins. Bei der TSG waren dafür Damen vertreten, die es beim TuS zwischenzeitlich nicht mehr gab. Die Damensieben der HSG spielt diese Saison in der Kreisliga. Viele der Spielerinnen sind noch jung. Über die nächsten Jahre hinweg kann somit eine Entwicklung stattfinden – vor allem, wenn jugendliche Eigengewächse aufrücken.
Zweite Herrenmannschaft als Sprungbrett
In den Herrenteams gibt es aktuell und erstmals mehrere A-Jugendliche, die schon mittels eines Doppelspielrechts mitwirken. Im männlichen Bereich gibt es durchgehende Teams, die die Zukunft der Herrenmannschaften sichern. „Wir hatten vor der Gründung festgestellt, dass jeder Verein alleine nicht mehr genug Spieler für einen Unterbau haben wird, um langfristig Herrenteams zu besetzen“, sagt Sinnemann. Die Talente sollen möglichst in die oberen Herrenteams integriert werden, die zweite Mannschaft soll als Sprungbrett für die Oberliga-Mannschaft dienen, die aktuell von Oliver Bratzke trainiert wird.
Alles soll etwas leistungsorientierter werden – gleichzeitig soll jeder auch ohne Druck einfach nur sein geliebtes Hobby ausspielen können. „Durch die eigenen Jugendteams haben wir es künftig leichter, die unteren Herrenmannschaften zu bestücken“, so Sinnemann. Alles soll zudem noch mehr Struktur bekommen. Jugendtrainer zu finden sei etwa sehr schwierig. Bei der HSG sollen sie eine kleine Pauschale erhalten, wenngleich die finanziellen Mittel begrenzt sind. „Die Jugend stellt aber unser Fundament dar, was wir nun haben“, betont der HSG-Vorsitzende.
Er gehört mit 35 Jahren der jüngeren Generation an. Bei der HSG sind viele jünger und spielen sogar noch selbst. Sie identifizieren sich mit dem Handball in ihrem Verein und haben persönliche Verbindungen untereinander. „Wir haben früher selbst von den Vereinen profitiert und wollen etwas zurückgeben. Wir haben Interesse, die Vereine am Leben zu halten“, beschreibt es Sinnemann. Das helfe zudem, die Aufgaben auf mehrere Schultern zu verteilen – was es vor Gründung der Spielgemeinschaft nicht gab.
Von Hendrik Steimann