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Gesundheit

Hinhören statt wegsehen

Die Tinnitus Awareness Week findet vom 2. bis zum 8. Februar statt.

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Die internationale Aktionswoche zum Thema „Tinnitus“ findet jährlich in der ersten Februarwoche statt und möchte über Tinnitus, die damit verbundenen Belastungen und Möglichkeiten der Bewältigung informieren. 2026 fällt sie zudem mit einem besonderen Anlass zusammen: dem 40-jährigen Bestehen der Deutschen Tinnitus-Liga e. V. (DTL).
Was ist Tinnitus?
Tinnitus bezeichnet Ohrgeräusche, denen keine äußere Schallquelle zugeordnet werden kann. Die Wahrnehmungen reichen von Pfeifen, Summen oder Rauschen bis hin zu Klicken oder Klopfen und können ein- oder beidseitig auftreten. Hält ein Tinnitus länger als drei Monate an, spricht man von einem chronischen Tinnitus. Während viele Betroffene die Geräusche als zwar lästig, aber bewältigbar empfinden, können sie bei anderen den Alltag und die Lebensqualität deutlich beeinträchtigen, etwa durch Schlaf- und Konzentrationsstörungen.
Häufig entsteht Tinnitus im Zusammenhang mit Lärmbelastung, etwa durch laute Musik oder Maschinen. Auch Erkrankungen des Ohres, Probleme im Kieferbereich oder bestimmte Medikamente können eine Rolle spielen. In vielen Fällen lässt sich jedoch keine eindeutige Ursache feststellen.
Behandlung und Umgang mit Tinnitus
Die Behandlung richtet sich nach der Ursache. Ist diese bekannt und therapierbar, können auch die Ohrgeräusche verschwinden. Bei chronischem oder idiopathischem Tinnitus (also einem Tinnitus ohne bekannte oder nachweisbare Ursache) steht vor allem die Linderung der Belastung im Vordergrund. Wissenschaftlich gut untersucht ist die tinnitusspezifische kognitive Verhaltenstherapie. Sie zielt darauf ab, den Umgang mit den Geräuschen zu verbessern und die Lebensqualität zu steigern, auch wenn der Tinnitus selbst bestehen bleibt.
Zahlreiche Medikamente und alternative Verfahren werden angeboten, für die jedoch kein gesicherter Wirksamkeitsnachweis besteht. Wichtig sind eine fundierte Diagnose, realistische Erwartungen und Strategien für den Alltag, etwa der Schutz vor starkem Lärm und der bewusste Umgang mit Stress.
Die Deutsche Tinnitus-Liga e. V.
Die Deutsche Tinnitus-Liga e. V. ist eine gemeinnützige Selbsthilfeorganisation von Betroffenen für Betroffene. Seit ihrer Gründung 1986 vertritt sie die Interessen von Menschen mit Tinnitus, Hörsturz, Hyperakusis und Morbus Menière sowie ihrer Angehörigen. Rund 11.000 Mitglieder, zahlreiche Fachleute und etwa 60 Selbsthilfegruppen bundesweit machen sie zur größten Tinnitus-Selbsthilfeorganisation Europas.

Im Mittelpunkt der Arbeit der DTL stehen Hilfe zur Selbsthilfe, Information und Aufklärung, der Austausch von Erfahrungen sowie die Förderung von Forschung und Prävention. Zum Auftakt der Tinnitus Awareness Week 2026 lädt die DTL am 2. Februar zu einem Online-Vortrag ein, der sich der Frage widmet, was Tinnitus ist und was Betroffenen wirklich helfen kann – ein Angebot, das Wissen, Orientierung und Unterstützung miteinander verbindet.
Anmeldung unter:
www.tinnitus-liga.de/veranstaltungen/40-jahre-dtl-taw-2026-online-vortrag-und-fragerunde/