Was macht Witten lebenswert, was macht es zur Heimat?
Viele Menschen und Vereine aus Witten engagieren sich auf unterschiedliche Art für ihre Heimatstadt. Das kann in ganz unterschiedlichen Bereichen sein: Heimat- und Denkmalpflege, Pflege des Naturraums, gesellschaftlicher Zusammenhalt und lokale Verwurzelung. Dieses besondere Engagement wurde auch in diesem Jahr mit dem „Heimat-Preis Witten“ ausgezeichnet. Eine eigens gebildete Jury aus Bürgermeister, Mitgliedern des Verwaltungsvorstandes und Vertreterinnen und Vertretern der Wittener Lokalpolitik haben drei preiswürdige Projekte ausgewählt. Aus den Händen von Bürgermeister Dirk Leistner sowie den jeweiligen Laudatorinnen und Laudatoren nahmen Vertreterinnen und Vertreter der drei Initiativen den Preis am Freitag (5. Dezember) während eines Festaktes im Haus Witten entgegen.
1. Platz: „Tischtennis gegen Parkinson“ vom DJK Blau-Weiß Annen
Seit Januar 2025 bieten Paulo Rabaca, Lennart Schultheis, Stephan und Monika Achternbosch vom DJK Blau-Weiß Annen eine neue Trainingsgruppe speziell für Menschen mit Parkinson an. Denn Studien belegen, dass Tischtennis eine gesundheitsfördernde Wirkung auf den Krankheitsverlauf von Parkinson hat: Die motorischen Fähigkeiten können verbessert und der Fortschritt der Erkrankung verlangsamt werden. Darüber hinaus bietet das Training eine wertvolle Möglichkeit zum Austausch und zur Stärkung des Gemeinschaftsgefühls.
Gewürdigt wurde dieses Engagement mit dem 1. Platz und 2.500 Euro. Von den Fördermitteln sollen Trainingsmaterialien beschafft werden. Die Laudatio hielt Regina Fiedler.
2. Platz: Das Projekt „space mission“ des Magic Acadamy e.V.
Im Spätsommer 2025 wurde „Das Große Zaubertheater“ der Magic Academy auf die Bühne gebracht. Gestaltet und aufgeführt wird es von vielen Schülerinnen und Schülern aus Witten und Umgebung, von einigen Lehrerinnen und Lehrern der Rudolf-Steiner-Schule sowie den Eltern. Das Zaubertheater ist ein komplettes Theaterstück, in welches in vielen Szenen großartige Zauberkunst eingeflochten ist.
Gegründet wurde die Magic Academy 1999 als Schul-AG. Seinerzeit bestand die Gruppe aus drei Schülern und der Zauberlehrerin Susanne Malik. Im Laufe der Zeit kamen immer mehr Kinder und Jugendliche dazu. Auch das Repertoire und der Requisitenfundus wuchsen ständig an, sodass der Raum, der in der Schule zur Verfügung stand, nicht mehr ausreichte.
2010 mietete die Schule dann eigene Räume an der Sprockhöveler Straße an, in denen unterrichtet, geprobt, gefachsimpelt und präsentiert wird. Seit 2015 ist die Magic Academy ein gemeinnützig anerkannter, eingetragener Verein, der sich selbst finanziert.
Die Jury belohnte das Engagement von Susanne Malik, Shabaz Malik und Cordula Kauffmann mit dem zweiten Platz und einem Preisgeld in Höhe von 1.500 Euro. Die Laudatio hielt Lieselotte Dannert.
3. Platz: Der Heimat- und Geschichtsverein Bommern e.V.
Seit seiner Gründung 1984 sammelt und bewahrt der Heimat- und Geschichtsverein Bommern Materialien zur Geschichte des Vororts, stellt sie bei Veranstaltungen der Öffentlichkeit vor und verarbeitet sie in eigenen Publikationen. Im Souterrain der ehemaligen Bommeraner Gaststätte „Zur Krone“ befindet sich eine Begegnungsstätte und ein großes Ortsarchiv, in dem historische Schriftstücke, Fotos, Bilder und Kartenmaterial aus Bommern und der näheren Umgebung gesammelt werden. Jährlich erscheint ein Band „Bommeraner Blätter“, der in den letzten Jahren in Form eines historischen Kalenders herausgegeben wird.
Neben dieser Archiv-Arbeit spielen auch Geselligkeit, Traditionspflege und Ausflüge eine besondere Rolle. So finden Tagesfahrten zu historisch bedeutsamen Orten in Deutschland und dem näheren Ausland statt, das Gemeinschaftsgefühl wird durch den monatlichen Singekreis gestärkt, Mitglieder und Gäste des Vereins treffen sich zu monatlichen Wanderungen und nicht zuletzt kommen 30 bis 40 Mitglieder und Gäste etwa viermal im Jahr zum „Erzählcafé“ zusammen.
Für ihr Projekt nahmen Klaus Wiegand und Sabine Laschat den mit 1.000 Euro dotierten dritten Preis entgegen. Die Laudatio hielt Harald Kahl.
Der Heimat-Preis ist vom Ministerium für Heimat, Kommunales, Bau und Gleichstellung des Landes NRW initiiert und wird in vielen Städten des Landes verliehen – in Witten bereits nun zum fünften Mal.
Quelle: ck/hl