Donnerstag, 9. Dezember
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Gesundheit

Hast Du den Knall denn nicht gehört?

Als Schall bezeichnet man das, was man mit den Ohren hören kann. Ohne Schall können wir nichts hören. Die Schallwellen gelangen in unser Ohr und werden in Signale umgewandelt und an unser Gehirn weitergeleitet. Wir hören! Was ist, wenn das nicht funktioniert?

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Als „Schall“ bezeichnen wir alle Klänge, Geräusche usw. die Menschen und/oder Tiere mit ihrem Gehör wahrnehmen können. Damit Schall entstehen kann, muss ein mechanischer Körper in einen entsprechenden Schwingungszustand gebracht werden.
Quelle: Grundwissen Physik/www.grund-wissen.de

Meistens fängt es schleichend an: Der Fernseher wird lauter gestellt. Oder das Radio. In Gesprächen fällt immer öfter der Satz „Ich kann Dich nicht verstehen. Sprich lauter und nuschel doch nicht so“. Das Sprachverstehen fällt mit der Zeit schwer, weil gewisse Silben beziehungsweise ihre Frequenzen verloren gehen. Spätestens dann ist es Zeit für einen Fachmann.  
Die Hörfähigkeit definiert sich über zwei Einheiten: die Tonhöhe und die Lautstärke. Die Tonhöhe (Frequenz) wird in Hertz gemessen, der gesamte Hörbereich liegt normalerweise zwischen 20 und 20.000 Hertz. Am sensibelsten reagiert unser Gehör auf den Frequenzbereich von 500 bis 4.000 Hertz – der Bereich der menschlichen Sprache. Hinsichtlich der Lautstärke – die in Dezibel gemessen wird – liegt die Schwelle zum Unwohlgefühl grundsätzlich bei 95 bis 100 Dezibel (dB). Alles, was darüber liegt, erfordert auf Dauer einen Gehörschutz.
Bekommen wir Probleme mit dem Hören, so unterscheidet man man zwei verschiedene Hörminderungen.
Die Schallleitungsstörung hat in der Regel eine mechanische Ursache. Regelmäßig sind krankhafte Veränderungen des Trommelfells oder Verengungen des Gehörgangs, Entzündungen etc. dafür verantwortlich. Auch Ohrenschmalz kann eine Ursache sein.
Bei einer Schallempfindungsstörung befindet sich der Schaden im Innenohr oder im Hörnerv, der zum Gehirn führt. Die Ursachen hierfür können unter anderem erhöhtes Alter (Altersschwerhörigkeit), Lärm, Hörsturz, Innenohrentzündungen, Infektionskrankheiten oder Morbus Menière sein.
Letzteres ist eine Erkrankung des Innenohrs, bei der ein Druckgefühl im Ohr, über Stunden andauernder Drehschwindel, Übelkeit und Erbrechen sowie eine zunehmende Schwerhörigkeit des betroffenen Ohres auftreten. Oft beginnt die Krankheit mit einer Störung im Tieftonbereich und dem Anzeichen von Ohrendruck, bis dann die ersten Schwindelanfälle auftreten.
Ab einem Alter von ca. 40 Jahren nimmt die Hörleistung kontinuierlich ab. Die meist schleichend eintretende Hörminderung wird nicht immer sofort erkannt. Unsere Sinneszellen im Innenohr nutzen sich ab und können den Schall nicht mehr richtig weiterleiten. Wir hören mit zunehmendem Alter schlechter.
Wie bei der Altersschwerhörigkeit sorgt auch eine dauerhafte Lärmbelastung über 85 Dezibel mit hoher Wahrscheinlichkeit zu einer Hörminderung. Selbst einzelne extreme Lärmerlebnisse, wie zum Beispiel ein Knall aus nächster Nähe oder ein Flugzeugstart, können das Gehör irreparabel schädigen. Wie bei der Altersschwerhörigkeit werden die Härchen im Innenohr beschädigt und können den Schall nicht mehr weiterleiten.
Auch Krankheiten oder Unfälle können einen Hörverlust verursachen, wie zum Beispiel Mittelohrentzündungen, ein Bruch der Gehörknöchelchenkette aber auch Infektionserkrankungen wie Röteln oder Mumps.
Ein besonderer Fall von Hörproblemen ist der Tinnitus – ein Rauschen oder Pfeifen im Ohr. Die möglichen Ursachen sind vielfältig: Schuld kann eine ständige oder permanente Lärmeinwirkung sein, oft können aber auch Stress, Stoffwechselerkrankungen, Kiefer- oder Zahnentzündungen oder Probleme mit der Halswirbelsäule einen Tinnitus hervorrufen. Daher ist es schwer, einen bestimmten Auslöser zu finden. Tinnitus ist keine eigenständige Erkrankung, sondern ein Symptom für unterschiedliche Störungen.
In jedem Fall gilt: Bei Hörproblemen steht ein Besuch beim Facharzt auf dem Programm.
Nachdem der HNO-Arzt akute und pathologische Ursachen ausgeschlossen und eine Hörgeräteversorgung als geeignete Therapie verordnet hat, übernimmt der Hörakustiker mit seinem Know-how den dienstleistungsintensiven Prozess der Hörgeräteversorgung.
So einzigartig wie das Hören des Einzelnen, so individuell ist auch die Leistung der Hörakustiker. Erst die genaue Anpassung eines Hörgerätes auf die Bedürfnisse und Hörprobleme des Betroffenen machen aus dem Hörgerät ein individuell Nutzen stiftendes Hörsystem. Um sowohl den audiologischen Erfordernissen wie auch den wichtigen individuellen Bedürfnissen der Kunden gerecht zu werden, ist eine Vielzahl unterschiedlicher Arbeitsschritte nötig. Hierzu gibt es beim Hörakustiker Hörräume, um die Geräte perfekt anzupassen. Der Hörakustiker begleitet den Betroffenen im gesamten Versorgungszeitraum, um den Nutzen der Hörsysteme bestmöglichst zu optimieren. anja