Event zum 30. Mal.
Der Sound einer Harley Davidson ist schon etwas Besonderes. Und wenn ziemlich viele davon zusammenkommen, dann ist es ein inneres Beben. So war es auch beim 30. Harley-Davidson-Meeting auf dem LWL-Hüttengelände. Aus allen Richtungen kamen die Harley-Fans und es war voll, sehr voll. Bei hochsommerlichen Temperaturen geriet man auf der schattenlosen Veranstaltungsfläche in historischer Hochofen-Kulisse ordentlich ins Schwitzen. Während Stadtmarketing-Chef Georg Hartmann standesgemäß mit der Harley einfuhr, war Bürgermeister Dirk Glaser mit dem E-Bike gekommen.
Was 1995 als kleines Treffen unter Freunden begann, ist heute ein Highlight im Pott. Die amerikanische Kultmarke fasziniert nicht nur die Fahrer aus aller Welt, sondern hat auch unter den Nicht- oder Noch-Nicht-Fahrern viele Fans. Seit 2014 kommen sie alle auf das Gelände der ehemaligen Stahlindustrie und präsentieren sich mit ihren Maschinen. Bikeshow, Live-Musik und jede Menge Aussteller rund um das Kultlabel machten das Event perfekt.
Doch ob die Bikes auch im kommenden Jahr unter der Hochofenanlage durchfahren werden, ist völlig offen. Um das Gelände vom Industriemuseum erhalten zu können, müssen Millionen investiert werden. Mindestens 17 Millionen Euro stehen allein für die Windleitung des Hochofens sowie für das Bessemer Stahlwerk auf der Ausgaben-Seite. Teilen vom Bessemer Stahlwerk droht gar der Einsturz und auf den Hochofen kann der Besucher schon lange nicht mehr. Das Denkmal rostet vor sich hin. Jetzt wird geprüft, wie es weitergehen soll. Manches wird möglicherweise rückgebaut, manches wird zu einer Baustelle. Was das für Großveranstaltungen wie das Harley-Treffen bedeutet, ist völlig offen. Und noch etwas kommt hinzu: Unumstritten ist das Treffen in Zeiten von Diskussionen zu Lärm und Umweltbelastung nicht. Die lauten Auspuffanlagen lassen den einen in Verzücken geraten, dem anderen schwillt der Kamm. Ob also so ein Treffen in Zukunft noch erwünscht ist, bleibt auch eine offene Frage. von Dr. Anja Pielorz