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Witten

Happy Birthday! – Die Waldstraße feiert 110. Geburtstag

Wie damals die Annener Zeitung und die Wittener Volkszeitung berichteten, wurde die Waldstraße in Annen am 27. April 1911 mit einer Länge von 1.125,60 Metern aus der Taufe gehoben. Jetzt kann sie ihren 110. Geburtstag feiern.

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„Nicht ganz richtig“, wirft Anwohnerin Ursula Zengerle ein, „eigentlich müsste die Waldstraße jetzt ihren 110. Namenstag feiern.“ Der Grund: ihre Recherche beim Stadtarchiv hat ergeben, dass es diese Straße als Teil von Kohlensiepen ab der Hausnummer 76 und 78a bereits vorher gab. Tatsächlich schrieb die Annener Zeitung am 29.4.1911: „Die nachstehend aufgeführten Straßenzüge sollen wie folgt anderweit benannt werden: ...14. Von der Provinzialstraße… bis zur Gr. Borbach Waldstraße.“ Ihren Namen erhielt die Waldstraße ausgangs der Ardeystraße Richtung Herdecke nach seiner Lage „am Wald des Ardeyer Buchenholzes entlangführend“. In und um der idyllisch gelegenen Straße am Waldrand hat sich über die Jahre natürlich auch das eine oder andere ereignet. Im Einwohnermeldebuch von 1925 waren nur sechs Häuser mit den Hausnummern 38, 44, 47, 70, 84 und 86 aufgeführt. Allein im Bereich bis zur Einmündung „Kleine Borbach“ entstanden zwischen 1931 und 1961 rund 20 Wohnhäuser.

73 Einwohner 1950
Das sich hinter der Waldstraße anschließende große Naherholungsgebiet mit den Wäldern des Buchenholz ist vom Bergbau geprägt, die ehemaligen „Drei Teiche“ waren ein beliebtes Ziel für Spaziergänger. Die großen Gärten hinter den Häusern dienten nach dem Weltkrieg der Eigenversorgung, wie Altbewohner berichteten. Kleintierhaltung und der Anbau von Obst und Gemüse reichte großteils, um die Familien zu ernähren. „Heute werden diese Flächen nur als Wiese genutzt“, so Ursula Zengerle. Wie im Stadtarchiv nachzulesen, wurde die Waldstraße im Jahre 1950 verkürzt, den Anwohnern neue Hausnummern zugeordnet und der abgehängte Teil als „Große Borbach“ angelegt. 25 Bewohner wurden im Einwohnerbuch von 1925 zu den Anwohnern gezählt, 73 Menschen wohnten laut Adressbuch der Stadt Witten im Jahre 1950 in der Waldstraße. Mit Stand 31.12.2020 erfasste das Amt für Statistik mittlerweile 295 Bewohner.
„Die Waldstraße besaß bis vor einigen Jahren auch eine kleine Infrastruktur“, weiß Ursula Zengerle weiter zu berichten: 1971 öffnete eine Minigolfanlage seine Bahnen, die 1998 mit der „Golfhütte“ und seinem Angebot an Speisen und Getränke erweitert wurde. Sogar ein kleines Lebensmittelgeschäft öffnete an der Ecke Waldstraße/Ardeystraße bis Ende der neunziger Jahre regelmäßig seine Türen. Die Golfhütte ist mittlerweile wieder geschlossen. Auch die Geschichte des Waldstadions mit gleichnamigem Vereinslokal, auf dessen Fußballplatz früher der Ball für die Ballfreunde Ardey 32 rollte, lebt heute nur noch in der Erinnerung. An gleicher Stelle sind jetzt 19 neue Wohnhäuser fertiggestellt worden.
Ursula Zengerle wohnt mit ihrem Mann Peter bereits seit 1994 in der Waldstraße. Ihre Kinder sind in ihrem Haus herangewachsen, haben die nahe Borbachschule besucht, sind irgendwann ausgezogen, zurückgekommen und leben jetzt mit ihren Familien gemeinsam in ihrem schönen Mehrgenerationenhaus. „Wir wurden damals bei unserem Einzug sehr freundlich von unseren Nachbarn aufgenommen. Im Laufe der Jahre haben wir bei Spaziergängen in unserer neuen Heimat viele interessante Informationen gesammelt und eine Reihe von netten Geschichten erfahren. Einiges haben wir auch über die Jahre selbst erlebt“, erzählt Ursula Zengerle weiter.
Die Wittenerin plant deshalb, ihren Enkeln und natürlich auch allen neu hinzugezogenen Nachbarn die Geschichte der Waldstraße näher zu bringen. Neben den Informationen aus dem Wittener Stadtarchiv kennt sich Nachbar Dipl.-Ing. Hans-Jürgen Lewer gut aus: seit 1952 wohnhaft in der Waldstraße verfügt er über ein umfangreiches Wissen über die Wittener Bergbau- und Heimatgeschichte und kann so auch über die Waldstraße entsprechend berichten.  dx