Neubau an der Märkischen Straße ist in vollem Gange und wird sichtbarer. Bald gibt‘s drei Becken.
So sieht bald das Kinderbecken aus.
Es wird noch mindestens eineinhalb Jahre dauern, bis an der Märkischen Straße wieder Badespaß und Leistungssport möglich sind. Dann soll das neue Hallenbad Annen fertiggestellt sein, was von den Stadtwerken Witten betrieben wird. Die Arbeiten laufen wie gewünscht. Im vergangenen Monat wurde die Baugrube erweitert, vollständig ausgekoffert und die Bodenplatte für den Tiefraum betoniert. Die Witterungsbedingungen spielten den Bauarbeiten in die Karten, die beauftragte Firma konnte kontinuierlich durcharbeiten. Das war vor allem für die Arbeiten mit Beton wichtig.
Das alte, im April 2025 abgerissene Gebäude, hatte vor den Sommerferien 2024 letztmals geöffnet. Es war 56 Jahre in Betrieb und wies dementsprechend Mängel auf, oft bei der Technik. Es gab 2023 aber auch mal einen Wasserrohrbruch. Der Abriss nahm einige Monate Zeit in Anspruch. „Heutzutage muss alles aus Umweltgründen getrennt werden. Das ist zeitintensiv“, erklärt Mathias Kukla aus der Unternehmenskommunikation der Stadtwerke. Im November 2025 starteten schließlich die Bauarbeiten für das neue Bad, was voraussichtlich Ende 2027 eröffnet wird. Für den Bau wurden seitens des Bundes Fördermittel in Höhe von sechs Millionen Euro zur Verfügung gestellt. Weitere zwei Millionen kommen aus dem Haushalt der Stadt Witten. Die restliche Summe des insgesamt 25 Millionen Euro schweren Projektes stemmen die Stadtwerke selbst.
Insgesamt rund 630 Quadratmeter Wasserfläche
„Das Bad wird sich schön in das entstehende Bildungsquartier Annen einfügen“, freut sich Mathias Kukla aus der Unternehmenskommunikation. Und es wird transparenter, mit Fensterflächen nach außen, durch die das neue Schwimmangebot erkennbar werden wird. Insgesamt wird der Neubau mit rund 620 Quadratmeter Wasserfläche doppelt so viel Platz zum Schwimmen bieten wie das ehemalige Bad (250 Quadratmeter). Es wird drei Becken geben, die räumlich durch Glastrennwände so voneinander getrennt sein werden, um akustisch nicht zu viel von den anderen Bereichen mitzubekommen. „Sie sind durchsichtig, damit die Schwimmmeister alles im Blick haben können. Die Optik ist zudem mit Holz gestaltet, es soll ein offenes, helles Bad werden“, sagt Projektleiter Dennis Korte.
Erstes Becken: Ein 25-Meter-Sportbecken mit sechs Bahnen, Startblöcken sowie einem Ein-Meter-Sprungbrett und einem Drei-Meter-Sprungturm. „Es ist tauglich für regionale Wettkämpfe, was wir uns auch zertifizieren lassen“, erklärt Kukla. Für große Wettkämpfe reicht es allerdings nicht, dafür wäre eine Tribüne notwendig, die es nicht gibt. Im Becken ist ein Teilhubboden eingebaut.
Zweites Becken: Ein Mehrzweckbecken, als Lehrschwimmbecken mit einer Länge von 16 Metern und einer Breite von zehn Metern. Neben Schwimmkursen besteht die Möglichkeit, Wassergymnastik anzubieten und damit weg vom Sportbecken zu gehen, wo vorher durch Leinen Bereiche abgetrennt werden mussten, wenn Kurse im Bereich der Nichtschwimmer durchgeführt wurden. Im Mehrzweckbecken gibt es sechs Massagedüsen. Der Hubboden kann sogar auf 0 Meter hochgefahren werden. „So kann er als Geh- oder Sitzfläche mitbenutzt werden, wenn zum Beispiel Wettkämpfe stattfinden oder es können darauf Yoga-Kurse stattfinden“, erzählt Korte.
Und: Rollstuhlfahrern wird so ein Einstieg ermöglicht. Denn im Hubboden ist nochmal ein kleiner Hubboden eingebaut. „Rollstuhlfahrer kommen so mit ihrem Stuhl ins Becken, ganz modern und ohne Krananlage“, freut sich Korte. Sein Kollege Kukla sagt: „Das ist einzigartig in Deutschland.“ Ohnehin wird das gesamte Bad barrierefrei sein. Umkleiden befinden sich auf Erdgeschoss-Ebene, ins Ober- und Untergeschoss gelangt man mit Aufzügen. Im Obergeschoss befindet sich künftig ein Raum, der für maximal 30 Personen ausgelegt ist. „Er kann angemietet werden, etwa für DLRG-Kurse. Hauptsächlich wird er aber für unser eigenes Team genutzt, um Sitzungen einzuberufen“, merkt Korte an.
Räume für Sitzungen und Kindergeburtstage
Drittes Becken: Auf 40 Quadratmetern ist Spiel und Spaß für die kleinen Badegäste angesagt. Es gibt eine Rutsche, Wasserspiele mit einem Wasserfall und Wasserkanonen und das Ganze als Wärmebecken mit einer Temperatur von mindestens 30 Grad. Alles wird optisch mit einer Walflosse visualisiert, angelehnt an das Maskottchen des Kinderklubs der Stadtwerke: Wiwa. Lichtspiele sind thematisch in Richtung Nordpolarlicht ausgerichtet. Es gibt direkt neben dem Becken einen kleinen Raum, der für Kindergeburtstage gemietet werden kann und mehrere Stunden Aufenthalt ermöglicht. Abgerundet wird der Neubau durch ein nachhaltiges Energiekonzept aus der Verbindung zwischen Photovoltaikanlagen, Wärmepumpen und einem Blockheizkraftwerk, das mit Biomethangas betrieben wird. Ein simuliertes Video, wie das Hallenbad künftig im Inneren aussehen soll, können sich Interessierte auf der Internetseite der Stadtwerke ansehen:
neubau-hallenbad.stadtwerke-witten.de.
Von Hendrik Steimann