Umleitung bei Vollsperrung der Omegabrücke möglich – mit umfangreichen Maßnahmen.
Die Herbeder Ruhrbrücken sind bekanntlich marode, das Land NRW muss sie sanieren. Geplant ist ein Neubau ab 2028 – und der wird für Wittens Infrastruktur eine Herausforderung. Das städtische Planungsamt plant parallel, die Gewerbebetriebe Sogefi und Lohmann besser zu erschließen, um das Herbeder Zentrum dauerhaft vom Schwerverkehr der Industriebetriebe zu entlasten. Hierzu soll unter anderem eine neue Gewerbeabfahrt von der neuen L924 auf die Von-Elverfeldt-Allee gebaut werden. Gegebenenfalls könnte diese auch als Umleitung während der Vollsperrung der Omegabrücke (vermutlich ab 2031) ins und aus dem Herbeder Zentrum dienen. Ein Gutachten zum Gewerbeabzweig wurde in der Sitzung des Ausschusses für Mobilität und Verkehr am 9. Februar vorgestellt.
Es zeigt, dass die vom Arbeitskreis Herbeder Brücken vorgeschlagene Umleitung der Verkehre durch die östliche Meesmannstraße (ab Bahnübergang) grundsätzlich möglich ist. Damit wäre der Weg frei für das nunmehr beschleunigt anzugehende Bebauungsplanverfahren zur Erstellung des Gewerbeabzweigs von den Ruhrbrücken ins Ruhrtal. Der Einleitungsbeschluss hierzu könnte in der nächsten Sitzung des Planungsausschusses Ende April gefasst werden. Damit würde dem Wunsch der mehr als 3500 Unterzeichner zur Forderung „Abzweig sofort - Keine Vollsperrung!“ entsprochen.
Durch die rechtzeitige Erstellung des Gewerbeabzweigs und die vorübergehende Verkehrsführung durch die östliche Meesmannstraße in den Herbeder Ortskern können die Folgen einer Vollsperrung der Omegabrücke für die lokale Bevölkerung, Betriebe und Kunden/Patienten deutlich abgemildert werden. Eine ein- bis zweijährige Vollsperrung der Omegabrücke ohne einfache Umleitungsstrecke wäre nach Ansicht des Arbeitskreises für die Herbeder und Wittener Bevölkerung katastrophal.
Das Verkehrsgutachten weist neben grundsätzlicher Machbarkeit eine Reihe von Erschwernisfaktoren auf, die im Rahmen einer möglichen Umsetzung gelöst werden müssen. Der Arbeitskreis ist sich bewusst, dass für die Anwohner der östlichen Meesmannstrasse temporäre Mehrbelastungen durch die erhöhten Verkehrsströme wahrscheinlich sind, allerdings ergeben sich durch den Gewerbeabzweig auch Entlastungen für die Anwohner durch die deutliche Reduzierung der Schwerlastverkehre und Freizeitverkehre ins Ruhrtal. Der Arbeitskreis wird mit den Anwohnern Kontakt aufnehmen, um mögliche Schwierigkeiten (z.B. Parkplätze) ausräumen zu können. Dies sei nur als Ergänzung zu den von der Stadt Witten geplanten Anwohnergesprächen zu sehen.
Insgesamt wird der Gewerbeabzweig nach Fertigstellung eine erhebliche Verbesserung für die Herbeder Bevölkerung und die Verkehrsflüsse durch den Wittener Stadtteil bringen. Die Schwerlastverkehre müssen nicht mehr durch den Herbeder Ortskern zu den Herbeder Firmen geführt werden. Die Freizeitverkehre erhalten einen attraktiveren Zugang zu den Herbeder Freizeitangeboten. Die Verkehrsflüsse im Stadtteil werden harmonisiert. Für die Anwohner der östlichen Meesmannstraße entsteht nach Schließung des Bahnübergangs eine der verkehrsberuhigtesten Straßen Wittens.
Der Arbeitskreis hat im Rahmen des vorgestellten Verkehrsgutachtens die Kooperationsbereitschaft und Transparenz des neuen Wittener Bürgermeisters Dirk Leistner sehr positiv wahrgenommen. Wie geht es jetzt weiter? Um die Planungen für eine neue Gewerbeerschließung voranzutreiben, befindet sich die Stadt im Ausschreibungsverfahren für einen weiteren Planungsauftrag. Damit sollen die technische Machbarkeit der einzelnen Maßnahmen überprüft und die Kosten ermittelt werden. Auf Grundlage der Ergebnisse werden dann seitens der Verwaltung die Gespräche mit den Grundstückseigentümern fortgeführt. Quelle: Arbeitskreis Herbeder Brücken/Stadt Witten