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Witten

Gemeinsam mit Star Hape Kerkeling vor der Kamera

Wittenerin Antonia Stein ist als Komparsin beim Film „Extrawurst“ dabei und sammelt Erfahrung.

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Antonia Stein mit Hape Kerkeling.

Eigentlich wollte Antonia Stein (siehe Fotos) gerne mal bei der bekannten Fernseh-Quizsendung „Wer wird Millionär“ teilnehmen. Dafür hatte sie sich nach ihrem Abitur mehrmals geworden. Doch es klappte nicht. Über einen Newsletter bekam sie vor einem Jahr zufällig einen Aufruf, sich als Komparsin bei den Dreharbeiten für den Film „Extrawurst“ zu bewerben. Das tat sie – und wurde angenommen. So war sie neben bekannten Schauspielern wie Hape Kerkeling, Friedrich Mücke oder Christoph Maria Herbst am Set und im Film zu sehen.

„Ich hatte mir anfangs gedacht, dass es interessant wäre. Und gleichzeitig, dass es bestimmt nicht klappen wird“, erinnert sich Stein. Über ihren Opa war ihr als Kind schon früh Hape Kerkeling ein Begriff, sie las Sketche von ihm in einem Buch. Die Studentin der Rechtswissenschaft und der Sozialwissenschaft meldete sich also bei der Ennepetaler Agentur Eick & Partner und wurde überrascht: Eine Zusage flatterte herein. Ein paar Tage später kam bereits die Einladung zum Casting. „Es fand in Köln statt. Dabei mussten wir singen, tanzen und schauspielern. Es wurde relativ offen gehalten und noch keine bestimmten Rollen vorgesehen, damit man alles abdecken könnte. Es wurde geschaut, wie wir vor der Kamera wirken“, erzählt die Hevenerin.

Von mehr als 100 Bewerbenden ausgewählt
Sie war eine von mehr als 100 Bewerbenden und schließlich unter den 40, die genommen wurden. Sie weiß noch: „Montags kam der Anruf mit der Zusage und mittwochs war direkt Kostümprobe. Als Studentin war sie relativ flexibel, zumal dies in ihre vorlesungsfreie Zeit fiel. Die Drehtage standen von Mitte April bis Ende Mai an. Der Film handelt von einer Mitgliederversammlung eines kleinen Tennisclubs in Deutschland. Dabei kommt es zu Kontroversen, als neben einem neuen Grill auch die Anschaffung eines separaten Grills für das einzige türkisch-stämmige Mitglied vorgeschlagen wird. Eine Debatte über kulturelle und religiöse Unterschiede sowie Fragen des gesellschaftlichen Zusammenlebens entstehen. Manche der Komparsinnen und Komparsen erhielten einen kleinen Satz, den sie im Film sagen. Die Wittenerin allerdings nicht.
Ihre Rolle war eine Teilnehmerin der Versammlung, die im Vereinsheim saß. Letztendlich ist sie nur zwischendurch zu sehen, für kleine Momente. „Einmal erzählt Hape Kerkeling im Film einen Witz. Bevor er den erzählt, bin ich relativ zentral zu sehen“, verrät Stein, die mit einer Jeansjacke, einer Anzughose und Turnschuhen eingekleidet wurde – während andere lockerer im Trainingsanzug an den Tischen saßen. Sie gesteht: „Ein bisschen schade finde ich es schon, dass es nur wenige Sekunden sind, in denen man mich sieht.“ Das bekam sie auch erst bei der finalen Aufnahme mit, da natürlich viele Szenen geschnitten wurden. „Es war allgemein aber so eine tolle Erfahrung, dass es mir das wert war“, betont sie. Am Set erlebte sie viele schöne Momente.

Zwei Aufenthaltsräume
Die Dreharbeiten, bei denen sie involviert war, fanden auf dem Gelände des RTHC Bayer Leverkusen statt. Dort gab es zwei verschiedene Aufenthaltsräume. Einer war für die Schauspieler mit den Haupt- und Nebenrollen vorgesehen, der andere für die Komparsen. „Wir haben getrennt gegessen. Aber man durfte zwischendurch auch in den anderen Raum, es war alles sehr locker, was mich überrascht hat“, sagt die 22-Jährige, die auch nicht damit rechnete, dass die bekannten Schauspieler so nahbar waren. „Ich hätte Verständnis gehabt, wenn sie in den Pausen ihre Ruhe haben wollen. Aber es war ein sehr schönes Miteinander.“ Vor allem beim ersten Mal in der Maske war sie aufgeregt, als Kerkeling kam. Nach ein paar Tagen war es für alle Normalität, sich zu begegnen. Man grüßte sich auf dem Flur, wie in einem großen Team eben. In allem war aber Geheimhaltung angesagt, nur Steins näheres Umfeld wusste von ihrer Komparsen-Rolle.
Neben Kerkeling war ihr Herbst sehr bekannt, aus den Filmen „Der Buchspazierer“ und der Reihe aus „Der Vorname“, „Der Nachname und „Der Spitzname“. Und an Friedrich Mücke faszinierte sie, wie wandelbar er ist. „Er wirkt persönlich teilweise ganz anders als in seinen Rollen, weil sie immer unterschiedlich sind“, so Stein, die durchweg von angenehmen Begegnungen spricht. Wer ihr noch kein Begriff war, ist Fahri Yardım als Erol Oturan im Film, dem türkischen Clubmitglied: „Er war sehr herzlich und ist vor allem mit den Komparsen nett umgegangen“, erinnert sich Stein, die Kerkeling zudem als sehr authentisch beschreibt.
Wenn sich die Gelegenheit ergibt, möchte sich die Wittenerin noch einmal als Komparsin für einen Film bewerben. Im vergangenen Herbst standen die Dreharbeiten von „Tribute von Panem“ an, zu der Zeit war sie allerdings im Urlaub. Schauspielerin sei aber nicht ihr Berufswunsch. Sie möchte im Journalismus Fuß fassen. Beim Hochschulradio CC der Ruhr-Universität Bochum moderiert sie bereits. Später soll es in den Bereich Fernsehen oder Radio gehen. So wäre sie eventuell erneut vor der Kamera zu sehen.
Von Hendrik Steimann