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Hattingen

Fünfzig Jahre Lions-Club Hattingen: Helfen mit Herz

Mit Gründungsmitglied Volker Wullstein im Gespräch über die Arbeit der Hattinger Lions.

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Der Hattinger Lions-Club wird 50 Jahre alt. Gegründet wurde er am 11. November 1975. Damals kamen sechzehn Männer, darunter viele Ärzte, Rechtsanwälte und Wirtschaftsunternehmer, zusammen. Ihr Ziel: Verantwortung zu übernehmen und den Schwächeren in der Gesellschaft zu helfen. Heute sind die Hattinger Lions ein gemischter Club mit 31 Mitgliedern, darunter fünf Frauen. Aufgenommen wird man nur durch Einladung, „Diergardts Kühler Grund“ ist das Clublokal.
Unter dem Motto „we serve“ dienen Lions der Gemeinschaft. Vor Ort bedeutet dies das Engagement und die Unterstützung für gemeinschaftliche Projekte zur Förderung der Stadtgesellschaft. International sollen die Projekte helfen, Beziehungen zwischen den Völkern zu entwickeln und Kulturgüter sinnvoll zu bewahren. Lions International ist eine weltweit aktive Organisation und umfasst heute rund 45.000 Clubs mit 1,4 Mio. Mitgliedern in fast 200 Ländern. In Deutschland engagieren sich 52.000 Mitglieder in 1580 Clubs. Der gemeinnützige Unterstützungsverein des Lions Club Hattingen Ruhr führt verschiedene Aktivitäten durch, um den Erlös daraus für soziale, mildtätige oder kulturelle Vorhaben einzusetzen, die finanzieller Hilfe bedürfen.

Ein Herzstück der Arbeit: Der Adventskalender
Bereits seit 2007 geben die Hattinger Lions mit zahlreichen Kooperationspartnern aus Handel und Wirtschaft den beliebten Adventskalender heraus. Zunächst in einer Auflage von 2500 Stück, später 3500 Stück, sind es mittlerweile 5000 Exemplare geworden, die jährlich alle verkauft werden. Für fünf Euro ist der Kalender zu bekommen. Die Einnahmen aus dem Großprojekt gehen im Sinne der Lions an gemeinnützige Organisationen. In den nunmehr fast zwanzig Jahren des Kalenderverkaufs wurden über 70.000 Kalender verkauft – das entspricht einem Erlös von rund 270.000 Euro. 
In den fünfzig Jahren des Club-Bestehens hat es zahlreiche Unterstützungen gegeben. Finanziert wurden sie zum großen Teil über den Adventskalender, einem Herzstück der Vereinsarbeit, sowie Spenden, Konzert- und Mitgliedsbeiträgen. Unter anderem profitierten davon die Vesperkirche in St. Georg, Spenden an den Hattinger Ferienspaß, Benefiz-Konzerte, die Verteilung von 3000 Corona-Schutzmasken, Hilfe für die Flutopfer, Unterstützung für den 1998 gegründeten Kinderhospizdienst Ruhrgebiet, den Verein „Hattingen solidarisch“, den Verein für Trauerarbeit und das Projekt „Klasse 2000.“
Die Idee zum Hattinger Adventskalender hatte Volker Wullstein (84), langjähriger Geschäftsführer der Rudolf-von-Scheven GmbH, Armaturenfabrik und Apparatebau, Sprockhövel. Heute wird das Unternehmen in der nächsten Generation von seinem Sohn, dem promovierten Maschinenbauer Dr. Mathias Wullstein (51) geführt – aber der Seniorchef ist immer noch dabei, weil er Spaß an der Arbeit hat. Gegründet wurde das Unternehmen 1937 von Volker Wullsteins Schwiegervater Rudolf von Scheven. 
„Ich bin das einzige noch lebende und aktive Gründungsmitglied“, sagt Volker Wullstein, der „Vater vom Hattinger Adventskalender“. „Unser erster Kalender hatte auf dem Titel ein Foto vom Hattinger Malerwinkel. Wir haben damals 176 Preise im Wert von 8000 Euro ausgelobt. Heute haben wir Gewinne im Wert von 14.500 Euro. Unterstützt werden wir von 52 Partnern aus Handel, Gastronomie und Dienstleistungen, die diese Gewinne zur Verfügung stellen. Es ist alles dabei – von Gutscheinen über VIP-Tickets für Fußball bis hin zu Kulturführungen. Dabei müssen alle Sponsoren jedes Jahr neu angesprochen und um Unterstützung gebeten werden.“ 
Das macht seit vielen Jahren Volker Wullstein mit einem Team engagierter Lions. Für sein humanitäres Engagement im Sinne des Lions-Gründer Melvin Jones wurde er ausgezeichnet mit dem Governors Appreciation Award vom Lions District 111 Westfalen-Ruhr sowie von Lions International mit dem Melvin Jones Fellow, der höchsten Form der Anerkennung der Lions Clubs International Foundation. Der Adventskalender der Hattinger Lions wird auch auf dem Kirchplatz beim Hattinger Weihnachtsmarkt in der Ehrenamtshütte der Sparkasse Hattingen am Samstag, 29. November, verkauft. Außerdem gibt es ein Glücksrad – für jeden Dreh gibt es einen kleinen Gewinn.

Der Hattinger Löwe
Ein weiteres besonderes Projekt ist seit 2016 die Verleihung vom „Hattinger Löwen“ an engagierte und sich für die Gemeinschaft einsetzende Persönlichkeiten und Organisationen. Geschaffen wurde der Hattinger Löwe von dem international bekannten Hattinger Bildhauer Stephan Marienfeld. Die Skulptur einer zupackenden Hand war in der Anzahl limitiert und ist mittlerweile komplett vergeben. Nachfolgermodell wurde die Miniatur des Stadtreliefs, geschaffen von der Sprockhöveler Bildhauerin Anja Nessler, die bereits als Bronze-Relief seit Herbst 2021 auf dem Untermarkt zu sehen ist. Der Preis ist mit jeweils 2000 Euro dotiert. Erhalten haben ihn unter anderem Klaus Blümer vom Verein „Merlin“, Stadtarchivar Thomas Weiß, Inge Berger vom inzwischen aufgelösten Seniorenverein „Kick“, Naturschützer Martin Maschka, Thorsten Kestner von der Tierpflegestation Paasmühle, Michael Dommermuth von der Initiative „Niederwenigern hilft“, die Freiwillige Feuerwehr, das Technische Hilfswerk, die Lehrerin Judith Nockemann für ihr Engagement gegen Antsemitismus sowie Laura Becker und Torben Kriege für „Med Care Professional“ für die Versorgung von Kriegsopfern. 
Was Volker Wullstein, der in seiner Freizeit gerne zu Pinsel und Palette greift und farbenfrohe Werke entstehen lässt, wichtig ist: „Die Lions-Mitglieder sind sich gute Freunde. Wenn wir Erlöse aus unseren Projekten ausschütten, teilen wir dies mit der Öffentlichkeit. Die Arbeit findet im Hintergrund stand – getreu unserem Motto, der Gemeinschaft in Verantwortung zu dienen.“ Von Dr. Anja Pielorz