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Sprockhövel

Fünfzig Jahre Heimat- und Geschichtsverein Sprockhövel

Feierstunde in der Sparkasse: Die Geschichte kann viele Geschichten erzählen.

Gebäude

Vor fünfzig Jahren wurde im Mai 1976 der Heimat- und Geschichtsverein Sprockhövel gegründet. Zu den Gründungsmitgliedern gehörten der Jurist Hubertus Mayer und der Sprockhöveler Historiker und Studiendirektor Ludger Haverkamp, der 36 Jahre Vorsitzender war und später Ehrenvorsitzender wurde. Haverkamp verstarb im Mai 2025. Beim Jubiläumsabend ist heute seine Frau Gisela dabei. Mit ihr gemeinsam machen die Besucher eine Reise in die Vergangenheit, an die Zeitzeugen wie Hubertus Mayer erinnern. Seit den Anfängen dabei ist auch Gerhard Koch, der sich um den Nachlass von Haverkamp kümmert und sich – ebenso wie ich – an unzählige Gespräche mit ihm erinnert. Haverkamp beschrieb die Gründungszeit so: „Zu den ersten Wünschen zählte die Einrichtung einer eigenen Heimatstube. Die Stadt bot uns einen Raum in der Schule Nord an. Die Umrüstung eines Geschäftes in Gevelsberg bot uns die Gelegenheit des kostenlosen Zugriffs zu Regalen. Erich Schultze-Gebhardt und ich standen morgens um sechs Uhr vor dem Laden, luden die Möbel in Erichs Bully und schafften sie zur Schule Nord. Pünktlich zur ersten Unterrichtsstunde standen wir vor unseren Schülern – er in der Realschule Gevelsberg, ich im Gymnasium Waldstraße Hattingen. Wir mussten aber gedanklich sehr schnell umrüsten. Wegen der Baufälligkeit der Grundschule an der Von-Galen-Straße hatte die Stadt unerwarteten Schulraumbedarf in der Schule Nord. In dieser Notlage sprang uns die Volksbank Sprockhövel zur Seite: Sie stellte uns zwei Räume in dem später unter Denkmalschutz gestellten Schultenhof zur Verfügung. Die Miete deckte für den damals finanzschwachen Verein die Stadtsparkasse ab – ein außergewöhnliches Zusammenwirken der beiden Geldinstitute vor Ort.“ Der Bestand an heimatgeschichtlichen Material wuchs schnell. Im Jahr 1996 mussten die Räume am Schultenhof wegen Eigenbedarf der Volksbank geräumt werden. Aber es gab eine gute Lösung. Gerhard Koch, später dann im Vorstand vom Heimatverein, brachte das Haus Hauptstraße 85, bekannt unter der Flurbezeichnung „Am Grevendiek“, ins Gespräch. Das Gebäude stand schon unter Denkmalschutz und seit einigen Jahren leer. Es machte allerdings einen nicht gerade einladenden Eindruck. Koch berichtet, dass es etwas Überzeugung kostete, bis er schließlich mit dem bisherigen Eigentümer Paul Herbert Gremm durch Handschlag und später natürlich notariell den Eigentumswechsel vollziehen konnte. 
Hier befindet sich die Heimatstube bis heute. Es kam sogar ein Ausstellungsgebäude dazu. Die Heimatstube erzählt mit vielen Exponaten und fast 50 Veranstaltungen pro Jahr lebendige Geschichte. Dröppelminnas, Bergbarte und Grubenlampen sind nur einige Gegenstände, die sich hier entdecken lassen. Seit 2007 sind hier sogar Trauungen möglich. Rund 600 Mitglieder hat der Verein heute. Tages- und Wochenreisen, Wanderungen und Publikationen machen Heimat und Geschichte lebendig und erlebbar. Seit ein paar Jahren ist Sprockhövels früherer Bürgermeister Dr. Klaus Walterscheid Vorsitzender vom Heimat- und Geschichtsverein. Unterstützt wird er von Gerhard Koch (2. Vorsitzender), Schriftführerin Christina Herrmann, Schriftführer Arnd Pleiger sowie den Kassierern Frank Scharwat und Hartmut Kroll. Info: www.hgv-sprockhoevel.de

Von Dr. Anja Pielorz