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Hattingen

Fahrräder von Grundschülern werden für Prüfung vorbereitet

Aktion von Stadt, ADFC und HWG läuft zum zweiten Mal an zwei Standorten.

Gruppenbild

Jedes Jahr steht sie für Schülerinnen und Schüler der vierten Klasse an: die Fahrradprüfung. Sie gilt als Radfahrausbildung und ist im Bundesland Nordrhein-Westfalen ist in der Grundschule als Teil der Verkehrserziehung im Lehrplan vorgesehen. Die Teilnahme ist allerdings freiwillig. Für die praktische Prüfung ist ein verkehrssicheres Fahrrad erforderlich. Damit dies gewährleistet ist, gibt es zum zweiten Mal eine Fahrrad-Aktion zwischen den Familiengrundschulzentren der Stadt Hattingen und der ADFC-Ortsgruppe Hattingen/Sprockhövel. An den Grundschulen Oberwinzerfeld und Heggerfeld lief sie.
Bereits 2025 gab es einen Testlauf an beiden Schulen, die seit Juni 2024 Hattingens Familiengrundschulzentren sind. Deren Ziel ist es, die gesamte Familie stärker ins Schulleben und in den Sozialraum einzubinden und die Zusammenarbeit mit Eltern zu fördern. Die Fahrrad-Aktion ist eine davon. „An beiden Schulen besteht besonderer Bedarf mit Blick auf Fahrradreparaturen“, erklärt Stephan Jacob, der die Familiengrundschulzentren leitet. Es gebe Familien, die keine Möglichkeit haben, ihren Kindern Fahrräder zur Verfügung zu stellen. Das sind voinsgesamt rund 120 Viertklässlern der beiden Schulen zehn Prozent.
An dieser Stelle hilft die HWG und stellt gebrauchte Räder zur Verfügung, dieses Jahr zehn Stück. Diese und alle anderen werden an den Aktionstagen seitens der Mitglieder des Reparatur Cafés des ADFC begutachtet und bei Bedarf repariert – kostenlos. Die Kinder werden dabei fachkundig angeleitet, um künftig selbst an kleinen Stellschrauben zu drehen. „Für uns ist es ein Stück weit Passion, da es uns allgemein um Mobilität geht – vor allem auch praktisch“, sagt Bernd Lauenroth vom ADFC. Für die Aktion hat sich der Verein entsprechendes Equipment angeschafft und dazu einen Werkzeug- und Materialwagen besorgt. Die Einzelteile werden von der Fahrradwerkstatt Taschner zum Einkaufspreis bezogen – und über Spenden finanziert.
„Es hat sich herumgesprochen und es trauen sich in diesem Jahr mehr Familien, zu äußern, dass Hilfebedarf besteht“ erzählt Jacob. Als er den ADFC ansprach, gab es direkt eine Zusage, weil das Reparatur Café ohnehin seit drei Jahren besteht. „Dabei haben wir zwei Elemente: Reparatur und Austausch“, sagt Lauenroth zum monatlichen Treffen. Und er weiß: „Eltern haben entweder keine Zeit oder keine ausreichenden Kenntnisse, selbst wenn es teilweise nicht schwierig ist.“ Vor der Fahrradprüfung erhalten die Kinder eine Liste, was sie benötigen. Zum Beispiel auch ausreichend Reflektoren. Und: Selbst, wenn es bei der Prüfung in der Regel hell ist, ist die Beleuchtung an Fahrrädern Pflicht. Sonst gelten sie nicht als verkehrstüchtig und die Prüfung kann gar nicht erst angetreten werden.

Von Hendrik Steimann