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Hattingen

Dreckig, kaputter Aufzug - das Parkhaus der Schande

Sanierung 2021 kostete fast zwei Millionen Euro - Ergebnis nach zwei Jahren nicht mehr sichtbar.

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2021 freuten sich die Verantwortlichen über die umfangreiche Sanierung des Parkhauses. Doch leider hat sie nicht lange angehalten. Mittlerweile war eine weitere Großreinigung notwendig.

Das Altstadtparkhaus in der Augustastraße ist Hattingens ungeliebtes Schmuddelkind. Genau das Parkhaus, welches eigentlich schon per Namen die Besucher zum Besuch in die historische Altstadt einladen soll, macht seit Jahren Probleme. 2021 schien die Stadt es endlich in den Griff zu bekommen. Eine große Sanierung stand an. Gut ein halbes Jahr war das Parken im 1987 erbauten Parkhaus nahe der Innenstadt nicht möglich. Baudezernent Jens Hendrix freute sich damals: „Die Generalüberholung konnten wir gemeinsam mit der Sparkasse Hattingen als Miteigentümer stemmen und unser Bestandsgebäude fit für die Zukunft machen.“ Die einzelnen Maßnahmen stellte die Stadt damals gemeinsam mit dem ausführenden Ingenieursbüro vor.
Neben aufwendigen Boden- und Markierungsarbeiten bekamen die einzelnen Parkdecks einen neuen Anstrich. Jede Ebene, von außen sichtbar, erhielt eine neue Farbe: Rot, blau und grün - die Farben sollten nicht nur der besseren Orientierung dienen, sondern auch eine optische Aufwertung hervorrufen.
Betonschäden wie Risse wurden im Zuge der Sanierung ebenfalls behoben. Ausgenommen von den Arbeiten waren die Parkdecks 8 und 9. An den oberen beiden Parkdecks, den beiden Treppenhaustürmen und den Betonbrüstungen wurden bereits im Jahr 2016 Betoninstandsetzungsarbeiten und Fahrbahnbeschichtungen vorgenommen. Auch das Treppenhaus wurde erneuert.
306 Stellplätze, sowie fünf weitere Familienparkplätze und Frauenparkplätze sorgen für ein entspanntes Parken nahe der Innenstadt. Ebenso die sechs behindertengerechten Parkplätze im Außenbereich hat die Stadt erhalten können. Alles, alles fein.
Anlass der Parkhaussanierung waren übrigens Korrosionsschäden, die in den vergangenen Jahren entstanden sind. Diese sind durch Chloride entstanden, die durch Streusalz im Winter in das Parkhaus gelangt sind. Eine Besonderheit, die bei der Baumaßnahme umgesetzt wurde, war ein spezielles Korrosionsschutz-System, um das Rosten der Stahlelemente zu verhindern.
Doch zwei Jahre später ist die Optik des Parkhauses eine Katastrophe: Dreckig und beschmiert, immer wieder finden sich Fäkalien und der Fahrstuhl geht schon lange nicht mehr. Zu alt für Ersatzteile.
Im letzten Jahr modernisierte die Stadt Hattingen das Parksystem des Parkhauses und schaffte die bisherigen Ein- und Ausfahrtschranken ab. Stattdessen werden jetzt die Kennzeichen der Fahrzeuge gescannt.
Nach Ende des Besuchs kann die Parkgebühr entweder direkt vor Ort am Kassenautomaten oder über eine Zahlungsplattform bezahlt werden. Nach den neuen Parkregeln wird eine Gebühr von 0,70 Euro je angefangener halben Stunde fällig, wobei der Tageshöchstsatz bei sieben Euro liegt. Die kostenpflichtigen Parkzeiten liegen von Montag bis Freitag zwischen 9 und 19 Uhr, samstags von 9 – 18 Uhr und an verkaufsoffenen Sonn- und Feiertagen von 12 – 18 Uhr sowie an den Adventssonntagen. Auch eine Generalreinigung wurde mittlerweile durchgeführt - Beschwerden gab es ja genug.
Immer noch kaputt bleibt der Aufzug. Außerdem gibt es noch kein Ampelsystem, das anzeigt, ob das Parkhaus freie Kapazitäten hat - das alte System ist mit der neuen Technik nicht kompatibel. Dreckig ist das Parkhaus an manchen Stellen allerdings schon wieder. Und teurer wird es auch. Für eine Stunde ist ab 1. April 1,50 Euro fällig. Die Stadt rechnet mit Mehrerträgen in der Größenordnung von 30.000 Euro für das laufende Jahr und 40.000 Euro im kommenden Jahr. anja

Der Kommentar zur Sache
Eines vorweg: Für den immer wiederkehrenden Dreck im Parkhaus steht die Stadt nicht allein in der Verantwortung. Denn den Dreck produzieren die „lieben Mitmenschen“. Allerdings ist es ziemlich traurig, dass wir in Zeiten, wo wir aus Legobausteinen Geschäftsrampen bauen, um für einen barrierefreien Zugang zu sorgen, es seit Jahren nicht hinbekommen, das Thema Aufzug im Parkhaus anzugehen. Eine Anhebung der Parkgebühren wäre eher vertretbar, wenn der Service verbessert würde. Sollte es zu einer Mehreinnahme in der Größenordnung von 30.000 oder 40.000 Euro kommen, dann wäre es prima, dieses Geld in die regelmäßige Reinigung des Parkhauses zu stecken und hübsche Sümmchen nicht irgendwo im Hattinger Haushalt versickern zu lassen. Denn immerhin macht die Stadt Werbung mit dem Thema Altstadt. Und wenn die Gäste schon das alte Hattinger Rathaus nicht mehr betreten dürfen, weil man seit Jahren mit dem Brandschutz keine Lösung findet und auch nicht mehr ins Bügeleisenhaus kommt und die Zukunft, ob und wann das wieder geht, völlig offen ist - dann sollten die Besucher wenigstens sauberer parken können. Und die Anwohner freut es ja auch. Dr. Anja Pielorz