VHS-Veranstaltung: Sommergespräch mit Experten informiert im Stadtmuseum.
Wie viel Gemüse sollte ich essen, welche Getränke wählen oder warum ist täglicher Vollkorn-Genuss ein guter Bestandteil einer gesunden und nachhaltigeren Ernährung? Antworten auf diese und weitere Fragen liefern ergänzende Informationen zum DGE-Ernährungskreis. Sie sind unter dge-ernaehrungskreis.de online. Für alle sieben Lebensmittelgruppen bietet die DGE dort mehr Texte und Links an.
Am Mittwoch, 27. Mai, 18 Uhr, gibt es einen neuen Termin aus der Reihe „med in Hattingen: Gesundheitsforen“. Im Sommergespräch geht es um die Frage, ob Ernährung der Schlüssel zur Gesundheit ist. Es referieren: Mark Warnecke, Weltmeister im Schwimmsport, Olympiasieger und Arzt. Mit ihm zusammen beleuchten werden das Thema außerdem Dr. Kirsten Kampmann, Ärztliche Leiterin des Diabeteszentrums Ruhrgebiet, Allgemeinmediziner Prof. Dr. Herbert-Hans Rusche und Christina Fischer, Diät-Assistentin der Klinik für Naturheilkunde an der Klinik Blankenstein.
Das Sommergespräch findet im Café vom Stadtmuseum Hattingen, Marktplatz 1-3 in Hattingen-Blankenstein statt. Eine Anmeldung zum Termin ist über die Volkshochschule unter 02324/204-3513 (-3512 oder -3511) erforderlich. Die Veranstaltung ist kostenfrei.
Ist frisch gekocht immer am besten?
Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) sagt dazu: Nein. Frisch gekocht ist nicht automatisch gesünder. Denn auch bei der Zubereitung vor Ort kann eine Speiseplanung unausgewogen sein, die Ausgangsware nicht optimal oder die Zubereitung problematisch, z. B. durch zu langes Warmhalten oder den übermäßigen Einsatz von Fett, Salz oder Zucker.
Honig oder Agavendicksaft besser als Haushaltzucker?
Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung sagt dazu: Nein. Aus ernährungsphysiologischer Sicht bieten Vollrohrzucker, Agavendicksaft, Honig sowie andere Dicksäfte keinen gesundheitlichen Vorteil gegenüber „normalem Haushaltszucker“.
Soll ich eine Diät machen?
Wissenschaftliche Studien belegen: Kurzzeitige Diäten wirken nicht dauerhaft. Charakteristisch für Diäten ist, dass Abnehmwillige schnell viel Gewicht verlieren. Nach der Diät nehmen sie aber genauso schnell wieder zu, manchmal sogar mehr, als sie abgenommen hatten, sobald sie in alte Ernährungsgewohnheiten zurückfallen (sogenannter Jojo-Effekt). Um das Körpergewicht zu halten, müssen die Energiezufuhr und der Energieverbrauch ausgeglichen sein. Die DGE empfiehlt eine langfristige Gewichtsabnahme, die auf einer Kombination aus Ernährungsumstellung, Verhaltensänderung und einer Steigerung der körperlichen Aktivität basiert. Eine vollwertige Ernährung und 30-60 Minuten Bewegung pro Tag unterstützen, das Gewicht zu regulieren.
Ein Glas Alkohol ist doch nicht schädlich?
Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung sagt: Alkohol ist eine psychoaktive Droge und wurde als kausaler Faktor für mehr als 200 negative gesundheitliche Folgen wie Krankheiten und Unfälle identifiziert. Der Zusammenhang zwischen Alkoholkonsum und Gesundheit ist jedoch komplex: so werden bei einigen wenigen chronischen Krankheiten risikosenkende Assoziationen mit dem Alkoholkonsum beobachtet. Die Ergebnisse zeigen, dass es keine potenziell gesundheitsfördernde und sichere Alkoholmenge für einen unbedenklichen Konsum gibt. Die DGE empfiehlt daher, auf alkoholische Getränke zu verzichten.
Was bedeutet gesunde Ernährung?
Alter, Geschlecht und körperliche Leistung bestimmen den täglichen Bedarf an Energie, Flüssigkeit und Nährstoffen. Die Nährstoffzusammensetzung ist daher abhängig von speziellen Lebenssituationen wie Schwangerschaft, Adoleszenz oder hohem Alter. Die Ernährung hat von Anfang an einen großen Einfluss auf Wachstum, Entwicklung und Wohlbefinden des Säuglings. Insbesondere in den ersten Monaten reifen Verdauungsorgane, Stoffwechsel und Immunsystem noch heran. Auch die neuromotorische Entwicklung schreitet voran. Durch das Wachstum sind Energie- und der Nährstoffbedarf besonders hoch.
Welche Rolle spielen Nahrungsergänzungsmittel?
Das Bundeszentrum für Ernährung sagt: Eine ausgewogene und abwechslungsreiche Ernährung liefert in der Regel alles, was ein gesunder Mensch braucht, um gut mit Energie und Nährstoffen versorgt zu sein. Für bestimmte Lebensphasen, Ernährungsgewohnheiten und Bevölkerungsgruppen gibt es allgemeine Empfehlungen zur Supplementierung. Dazu zählen vor allem Frauen mit Kinderwunsch (Folsäure), Schwangere (Folsäure und Jod) und Stillende (Jod), Menschen, die sich vegan ernähren (Vitamin B12) sowie Säuglinge, über 65-Jährige und auch Menschen, die sich kaum draußen im Tageslicht aufhalten oder ihre Haut größtenteils bedecken (Vitamin D).
Das Risiko einer unzureichenden Nährstoffversorgung steigt zum Beispiel durch eine einseitige Ernährung, Appetitmangel, plötzlichen Gewichtsverlust oder eine chronische Medikamenteneinnahme. Beispielsweise können Wirkstoffgruppen wie Diuretika, Protonenpumpenhemmer oder Antidiabetika Effekte auf die Versorgung mit Kalium, Natrium oder Vitamin B12 haben. Bei Frauen mit starker Regelblutung steigt das Risiko einer unzureichenden Eisen-Versorgung.
Nicht jeder Mensch, auf den einer der beschriebenen Fälle zutrifft, braucht zwingend eine Nahrungsergänzung. Im Zweifel ist es sinnvoll, vor einer ungezielten Supplementierung fachlichen Rat einzuholen, zum Beispiel von der Hausärtzin oder dem Hausarzt.
Sollte man selbst kochen?
Das Bundeszentrum für Ernährung sagt: Viele Menschen greifen gerne zu Fertiggerichten wie Tiefkühlpizza, Tütensuppen oder Kartoffelsalat aus dem Kühlregal. Die sind zwar besser, als hungrig ins Bett zu gehen, haben aber Nachteile: oft wenig Nährstoffe, dafür viel Fett, Salz und diverse Zusatzstoffe. Außerdem erzeugen portionsweise Verpackungen viel Müll und sind meist deutlich teuer als Selbstgekochtes. Wer selbst Pizza backt, Salat zubereitet oder Suppe kocht, hat die „Zutatenliste“ in der eigenen Hand und kann gleichzeitig Geld und Verpackungsmüll sparen. Und wenn Sie dabei auch noch frisches Gemüse der Saison oder Bio-Lebensmittel verwenden, schmecken Sie das nicht nur, sondern schonen auch noch Umwelt und Klima. Beim Kochen immer mit Deckel ankochen. Beim Backen möglichst auf das Vorheizen verzichten, die Umluftfunktion wählen und den Ofen kurz vor Ende der Backzeit ausschalten, um die Restwärme zu nutzen.
Von Dr. Anja Pielorz