So lautet das Motto der Session.
Mit dem passenden Karnevalsmotto und dem neuen Prinzenpaar, den Vereinsmitgliedern Michael und Simone Valentin, steuert der Aktivenkreis Holthauser Rosenmontagszug (AHR) auf die karnevalistischen Höhepunkte der aktuellen, relativ kurzen, Session zu. Mit dabei ist die neue Kinderprinzessin Mia Alma I. (Hoppmann, 13 Jahre), die auch Mitglied der Tanzgarde ist und Adjutantin Sophie (10), die Tochter von „Holti“ Yvonne Laux.
Das Ehepaar Valentin ist schon lange in Hattingen zuhause. Die beiden 50-Jährigen haben zwei Kinder, wohnen in Welper, sind sportlich, und musikalisch. Selbstverständlich lieben sie den Karneval - sonst wären sie ja auch nicht das neue Prinzenpaar. Sein Ornat hat sich der Prinz extra anfertigen lassen - seine Prinzessin wurde zwar im Internet fündig, ließ das Kleid aber aufwendig handmade verändern. Das Zepter des Prinzen wurde aus einer Harfe gemacht, vom freischaffenden Bildhauer Roger Löcherbach aus Essen. Im bürgerlichen Leben arbeitet Michael Valentin beim TÜV Süd Industrie Service GmbH, seine Frau in der Personalverwaltung der Theresia Albers-Stiftung und schreibt neben ihrem Job liebend gern Romane mit einer Prise Humor, viel Liebe und natürlich einem Happy End. Schlechte Nachrichten gibt es ja auch genug.
Seit sieben Jahren sind die beiden Mitglied im Aktivenkreis. Prinz und Prinzessin stand zwar am Anfang nicht im Raum, aber beide lieben Kostüme, die gern etwas opulenter sein dürfen. Das hängt auch mit ihrer Leidenschaft für Live-Rollenspiel und den Gewandungen zusammen. So waren sie beispielsweise auch schon als Galadriel und Gandalf, die bekannten Figuren aus „Der Herr der Ringe“, unterwegs. Doch irgendwann kam er dann doch, der majestätische Wunsch...
Ihre Erfahrungen mit der Session? „Wir lieben es. Wir haben so viele Kontakte geknüpft und so tolle Menschen kennengelernt. Das wäre sonst nie passiert. Wir freuen uns auf jeden Termin, der noch kommt und genießen die Veranstaltungen. Höhepunkt wird sicherlich der Rosenmontagszug und die strahlenden Kinderaugen. Aber auch die Besuche im sozialen Bereich, beispielsweise in Altenhilfeeinrichtungen, haben uns sehr bewegt“, erzählen die beiden. Manchmal haben sie bis zu sechs Veranstaltungen am Tag, manchmal verbunden mit Grußworten oder Ordensverleihungen. Immer bekommt das Prinzenpaar aber auch etwas von dem Programm der jeweiligen Veranstaltung mit. Und jeder der befreundeten Vereine wird in der Session auch mindestens einmal besucht. Da muss also die Logistik stimmen. Doch mit Thomas Kohl und Thomas Behling sowie vielen anderen Aktiven gibt es wertvolle und notwendige Unterstützung. Von Anfang November bis zum 1. Advent waren sie schon unterwegs, dann kam die Weihnachtspause und seit Anfang Januar sind sie wieder voll dabei.
Langsam steuert die Session jetzt auf ihren Höhepunkt zu. Am Freitag, 6. Februar, 15.11 Uhr (Einlass ab 14.30 Uhr) steigt in der Gebläsehalle wieder die große Kinderparty. Bis 17.11 Uhr wird gesungen, getanzt, geschunkelt, Kostüme präsentiert und vor allem richtig gefeiert. Kinder ab drei Jahren zahlen für die karnevalistische Sause fünf Euro, begleitende Erwachsene zahlen sechs Euro.
Für die Erwachsenen geht es am gleichen Tag um 19.11 Uhr (Einlass ab 18.30 Uhr) am gleichen Ort weiter. Stargast Achim Petry ist nur einer von vielen Höhepunkten, die am Abend richtig einheizen werden. Im Vorverkauf an der Henrichshütte oder per E-Mail unter kontakt@holti-holau.de oder unter VzFdiK@gmx.de sind Karten für 22 Euro zu haben, an der Abendkasse kosten sie 25 Euro.
Am Donnerstag, 12. Februar (Weiberfastnacht) wird dann traditionell das Rathaus gestürmt. Zum ersten Mal muss die neue Hausherrin Melanie Witte-Lonsing den karnevalistischen Sturm „über sich ergehen lassen“. Ihr Vorgänger Dirk Glaser war dem karnevalistischen Frohsinn nur bedingt zugetan.
Am Rosenmontag, 16. Februar, startet dann um 15.11 Uhr der 48. Rosenmontagszug vom Aktivenkreis in Holthausen. „Wir werden wieder einen schönen Zug mit vielen Fußgruppen und Wagen haben“, verspricht Thomas Behling, der gemeinsam mit Jörg Winterscheid wieder als Zugsprecher für Stimmung und Information sorgen wird. Nur einen Wunsch hat Behling schon jetzt: das Wetter. „Bitte keinen Sturm oder sonstige Katastrophen. Dann wird alles gut gehen.“
Vielleicht gibt es für das bunte Treiben ja auch den höchsten Segen, denn die Kirche hat durchaus etwas mit Karneval zu tun. Entstanden aus dem lateinischen „carnelevare“ bedeutet es in etwa „Fleischwegnahme“ und meint schmausen und feiern, bevor am Aschermittwoch die Fastenzeit beginnt. Schon Augustinus (354 - 430) hatte die „civitas diaboli“ (das Reich des Teufels) und die „civitas dei“ (das Reich Gottes) unterschieden. In der Fastnacht sollten die Menschen also der „civitas diaboli“ frönen, um am Aschermittwoch umzukehren und sich der „civitas dei“ anzuschließen. Selbstverständlich soll Karneval aber nicht in Zügellosigkeit ausarten. „Lasst euch auf keine finsteren Machenschaften ein, die keine gute Frucht hervorbringen, im Gegenteil: Helft, sie aufzudecken.“ (Epheser 5/11).
Übrigens: Nach der Session ist es für das Stadtprinzenpaar nicht vorbei: am 11. November geht es weiter, denn Micha I. und Mone I. sind auch „dienstverpflichtet“ für die Session 2026/27. Von Dr. Anja Pielorz