Ab dem 1. Mai ist Oliver Flüsloh der Vorstandsvorsitzende und im Ennepe-Ruhr-Kreis kein Unbekannter.
Oliver Flüshöh
Oliver Flüshöh (51) ist in Ennepetal aufgewachsen, verheiratet, Familienvater von zwei Kindern, 16 und 18 Jahre alt. Viele Bürger aus dem Ennepe-Ruhr-Kreis kennen Oliver Flüshöh aus seiner jahrzehntelangen kommunalpolitischen Tätigkeit in Schwelm. Außerhalb der Politik war Flüshöh Vorsitzender des DRK im Kreis und in Schwelm.
Der gelernte Bankkaufmann und Volljurist erzählt: „Ich habe nach meiner Ausbildung überlegt, ob ich Betriebswirtschaftslehre oder Jura studieren wollte. Ich habe mich damals für Jura entschieden, weil ich mich sehr für den Aufbau des Staates, seiner Organe und der Beziehungen zueinander interessiert habe. Jura bedeutet nicht, etwas auswendig zu lernen. Das macht man höchstens als Vorbereitung auf eine Prüfung. Man lernt in Jura, Herausforderungen zu lösen. Man lernt, vom Ende her zu denken. Wir sind ständig mit Veränderungen konfrontiert. Ich habe davor keine Sorge, aber Respekt. Ich glaube, mit Jura habe ich das nötige Handwerkszeug bekommen, Herausforderungen anzunehmen, um sie zu lösen. Hinzu kommt mein langes politisches Engagement und die Suche nach Lösungen. Die politische Arbeit habe ich natürlich mit der Tätigkeit in der Sparkasse aufgegeben. Was aber bleibt, ist die handwerkliche Fähigkeit nach der Lösungssuche“, sagt Oliver Flüshöh auf die Frage, was ihn überhaupt in die Rechtswissenschaften gebracht hat.
Zahlen sind die Grundlage von Strukturen
Eine Affinität zu Zahlen hatte er aber schon zu Schulzeiten. Der Mathe-Leistungskurs gehörte zu seinen Lieblingsfächern. Zahlen bestimmen jetzt natürlich seinen Bankalltag. „Man darf aber nicht vergessen, dass wir in einer sehr stark regulierten Bankenwelt leben. Dahinter verbergen sich nicht nur viele Zahlen, sondern vor allem viele Verordnungen und Gesetze. Zahlen sind für mich die Grundlage von Strukturen. Ich sehe mich selbst als einen sehr strukturierten Menschen. Ich gehe ungern Wege, die nach meinem Verständnis nicht zielorientiert sind. Anders gesagt: Ich versuche, einen Überraschungseffekt so gering wie möglich zu halten.“ Zahlen bringen Ordnung ins Chaos. Und für Chaos steht Flüshöh defintiv nicht.
Gilt das auch für den Privatmenschen Oliver Flüshöh? „Na ja, kleine Überraschungen als persönliches Geschenk sind in Ordnung. Aber große Überraschungen des Lebens brauche ich jetzt nicht so sehr“, lacht Flüshöh.
Bis heute genießt die vierköpfige Familie gerne gemeinsame Urlaube. Bevorzugt an der Nordsee oder in Südtirol. „Als die Kinder noch kleiner waren, hatten wir einen Camper und sind damit in den Norden oder in den Süden gefahren. Wir sind immer gerne in Deutschland unterwegs gewesen. Ich mag die Natur. Ich gehe gerne spazieren und kann gut einfach irgendwo sitzen, in die Natur gucken und alles auf mich wirken lassen. Ich suche schon eher die Ruhe und bin nicht der Typ für einen Abenteuerurlaub mit Bungee Jumping. Früher mit dem Camper unterwegs zu sein – das war auch immer eine gute Schule dafür, mit weniger Dingen eine gute Zeit zu haben.“
Den Camper hat Flüshöh jetzt zwar nicht mehr, aber seine Liebe zum eigenen Land ist geblieben. „Ich würde mich nicht als Weltenbummler bezeichnen. Sicherlich möchte ich noch das ein oder andere außerhalb von Deutschland sehen, aber ich fühle mich hier sehr wohl. Das gilt für das Land und für meine Heimat vor Ort.“
Ruhe und Architektur mag Oliver Flüshöh gerne
Ruhe und Architektur mag Oliver Flüshöh privat sehr gerne. Manchmal greift er aber auch schon einmal zum Buch, gibt jedoch zu: „Ich muss beruflich sehr viel lesen. Und weil es so viel ist, liest man natürlich auch anders. Man liest quer, um die Menge an Inhalt zu bewältigen. Wenn ich privat ein Buch lese, und das wirklich Zeile für Zeile, das ist eine ganz andere Form des Lesens. Fast würde ich sagen, das muss ich wieder lernen.“
Wenn es Musik sein darf, dann ist die Wahl des Musikstils von der Situation abhängig. „Ich mag sowohl Klassik als auch Pop und elektronische Musik. Das kommt darauf an, was ich gerade mache und wo ich sie höre. Zu aufregende Musik ist aber nicht so meins.“
Im Haus Flüshöh schwingt er auch ab und zu den Kochlöffel. Manchmal auch gerne gemeinsam mit seiner Frau. „Wir müssen aber immer gucken, was wir dann kochen. Meine Frau und mein Sohn essen gerne asiatisch und mögen zum Beispiel Sushi. Ich hingegen bin da eher gutbürgerlich unterwegs.“ Also Currywurst? „Nee, aber Frikadelle. Und gerne mit selbstgemachtem Kartoffelsalat“, lacht er. Überhaupt isst Oliver Flüshöh lieber herzhaft als süß. „Kuchen brauche ich nicht sooo“, sagt er.
Vor allem im Urlaub geht Oliver Flüshöh gerne essen. „Ich erinnere mich an einen Urlaub in Südtirol. Da waren wir in einem Weingut und das Essen dort war wirklich gut und wurde mit Blüten serviert. Wunderschön. Hatte ich vorher noch nie gesehen. Ich finde das sehr spannend, was man mit Lebensmitteln und der Natur alles zaubern kann. Das kann ich dann schon sehr genießen.“
Gut für die Stadtgesellschaft
Und wie sieht Oliver Flüshöh seine zukünftige Aufgabe in der Stadtgesellschaft? „Wir sind in Sprockhövel und Schwelm mit der Sparkasse sehr verortet. Ich glaube, es ist unsere und damit auch meine Aufgabe, in der Stadtgesellschaft präsent zu sein. Wir müssen mit den Menschen reden, sind Ansprechpartner. Wir repräsentieren und wir unterstützen auch finanziell, zum Beispiel durch die Sparkassen-Stiftung. Wir sind ein öffentliches Institut und haben den Auftrag, der Stadtgesellschaft Gutes zu tun.“
Von Dr. Anja Pielorz