Logo
Witten

Bildungsquartier: Bildung, Bewegung und Begegnung

Die neuen Gebäude konnten endlich bezogen werden und bieten nicht nur der Schule einiges.

Schule

Der Eingangsbereich des Neubaus der Baedekerschule.

Die Schülerinnen und Schüler der Baedekerschule freuen sich, wenn sie das neue Gebäude an der Lisa-Aponik-Straße betreten. Das können sie seit Ende der Osterferien. Denn seitdem war der Neubau der Schule im Bildungsquartier Annen bezugsfähig. Es wurde zuletzt im Rahmen einer großen Feierstunde eingeweiht, wobei viele Einblicke gewährt wurden. Die Schule samt OGS und Kindertreff stellt den zentralen Punkt dar. Direkt angebaut ist eine modern gestaltete Dreifachsporthalle, die zeitnah auch von Vereinen genutzt werden kann. Außerdem gibt es im Erdgeschoss Räumlichkeiten, in denen sich Bürger und Gruppen aus Annen treffen können.
„Es ist ein wichtiger Schritt für die Stadt, den Stadtteil Annen und die Schule“, sagt Wittens Bürgermeister Dirk Leistner, der sich freut, dass der Schulhof mit hellen Steinen ausgestattet ist und auch durch große Fenster viel Licht ins Gebäude scheinen kann. Für die mehr als 180 Schüler ist in den Pausen bald noch mehr möglich, denn es werden derzeit noch Spielgeräte neu gebaut. „Ihr könnt euch bewegen, spielen, lachen und zusammen etwas erleben“, richtete Leistner bei der Eröffnung Worte in Richtung der Kinder. Auch die neue Mensa, die nun Platz für bis zu 120 Kinder bietet, ist deutlich größer und kann somit von allen statt nur von der OGS genutzt werden. Das freut vor allem die Schulleitung, die den Bedarf sah.

Großprojekt kostet 33,6 Millionen Euro
Nach fast drei Jahren Bauzeit ist nicht nur das real geworden. Die Schule nimmt rund 2,5 Hektar des insgesamt 4,5 Hektar großen Areals in Annen ein. Mehr als zehn Planungsbüros und insgesamt 51 Handwerksbetriebe waren an der Umsetzung des 33,6 Millionen Euro schweren Großprojektes beteiligt. Auf den Bezug der neuen Schule wartete Schulleiter Andreas Stretling sehnsüchtig, wie er verrät: „Immer hieß es: Noch genau fünf Jahre dauert es. Vor zehn Jahren, dann vor acht Jahren und zuletzt vor fünf Jahren.“ Als ihm das erste Mal die Idee der neuen Schule vorgestellt wurde, ging er zunächst davon aus, dass sie innerhalb weniger Jahren stehen würde – doch bei den Dimensionen des gesamten Bildungsquartiers war dies von vornherein ein Langzeitprojekt.
Nun lernen Kinder aus 26 Nationen in der Baedekerschule. „Das ist nicht immer leicht, aber immer schön“, so der Direktor von einer der 17 Schulen in Witten. Wenn diese wie in einer Sportliga in einer Tabelle aufgelistet würden, würde sich die Schule mit Blick auf den Sozialindex im unteren Mittelfeld befinden. Hinsichtlich der modernen Möglichkeiten vor Ort sagt der fußballbegeisterte Straetling hingegen: „Gebäudetechnisch spielen wir in der Champions League.“ Eine eigene „Hymne“ hat die Schule bereits, die Schüler sangen bei der Feierstunde ihren Schulsong – mit altem Text, dafür neu komponiert.

Modernes pädagogisches Konzept
Neu konzipiert sind die Räumlichkeiten, in denen sie lernen. Zu ihren Klassen im Obergeschoss gelangen sie nach dem breiten Treppenaufstieg über einen breit gehaltenen Flur mit einigen baulichen Elementen und offenen Garderoben. „Wir haben keine Schachtflure mehr, sondern Bereiche als Lernecken mit Loungemöbeln“, freut sich die stellvertretende Schulleiterin Karen Fenske. Zwischen zwei Klassenräumen, befindet sich ein sogenannter „Differenzierungsraum“, in dem Kinder in Gruppen lernen können. Durch zwei große Bullaugen ist zudem ein Blick in die Klassen möglich. Abgelenkt worden seien die Kinder laut Fenske bislang noch nicht. „Es winken schon mal Kinder durch das Fenster in die Klasse, ich winke dann auch zurück“, erzählt sie lächelnd.
Was die Beadekerschule bereits vor dem Umzug ein paar Straßen weiter „In den Höfen“ in ihrem baufälligen Gebäude hatte: eine Ausstattung mit iPads zum Lernen. Nun gibt es dafür auch Schränke mit Lademöglichkeit. Modern gestaltet ist zudem die Sporthalle, dessen Flure architektonisch etwas hermachen und in der sich über den Umkleiden sogar ein Kiosk sowie Spinde befinden. Es gibt daneben separate Fitness- und Gymnastikräume, die sogar mit Pfeilen ausgewiesen sind. Die Halle wurde von der Bürgerschaft und Vereinen aktiv mitgestaltet und soll in den Augen von Leistner nun auch noch ein Ort werden, der „mit Leben gefüllt wird“.
Er schaut seit der Grundsteinlegung des Bildungsquartiers Ende August 2023 auf einen „langen Weg“ zurück. Er sagt: „Gute Stadtentwicklung bedeutet, genau hinzuschauen.“ Nun verbinde das Bildungsquartier vor Ort Bildung, Bewegung und Begegnung. In dem Neubau wird auch ein Gebäudemanagement einziehen. Die Möglichkeiten für die Bürger sind ein Ausgleich zu dem Gemeindezentrum, was im Zuge des Projektes aufgegeben werden musste und einen erheblichen Einschnitt bedeutete. Leistner zeigt sich stolz, was nun in Annen entstanden ist: „Aus einer ehemaligen Brachfläche ist ein lebendiger Ort geworden.“

Von Hendrik Steimann