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Hattingen

Autoparty: Eine Idee von Präsentation und Nachhaltigkeit

Horst Hochkirchen (80), Mitbegründer der Autoparty in Hattingen, erinnert sich an die Anfänge des Festes. Neben der Präsentation der Fahrzeuge hatte schon damals der Gedanke von Nachhaltigkeit, Umweltschutz und Entsorgung besondere Priorität.

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Viele Jahre gehörte das Fest der Autoparty zum Bestandteil des Hattinger Jahresprogramms. Wegen der Corona-Pandemie fiel es jetzt zweimal aus.

„Die erste Autoparty“, so erinnert sich Mitbegründer Horst Hochkirchen, „fand 1980 auf dem Parkplatz am Rathaus statt, wo früher das Gymnasium Bismarckstraße gestanden hat. Wir waren zehn Autohändler. Damals waren das alles noch kleine Betriebe und uns fehlte ein repräsentativer Raum, um Fahrzeuge zu präsentieren. Wir haben damals ein Zelt gehabt und es war ein erfolgreicher Versuch, mit dem Thema in die Öffentlichkeit zu gehen – eben außerhalb der eigenen Firma.“
Es waren bewegte Zeiten damals. Die Stahlkrise und die sich anbahnende Schließung der Henrichshütte bewegen Horst Hochkirchen noch heute. Neben dem Strukturwandel galt das Interesse der Autohändler von Anfang an aber auch dem Umweltschutz und der Nachhaltigkeit. „Es gab damals überhaupt kein Konzept der Entsorgung oder der Sammlung der verschiedensten Materialien auf den Firmengeländen. Kühl- und Bremsflüssigkeit, Öl und ölhaltige Stoffe, Batterien, verschiedene Plastiken – es gab unheimlich viel, was entweder als Wertstoff gesammelt und aufbereitet werden musste oder fachgerecht der Entsorgung zugeführt werden muss. Wir wollten das professionalisieren. Und dann kam Lueg Umweltschutz mit ins Boot und hat unsere Ideen und Konzepte als Modellprojekt begleitet. 1986 hat Lueg dann ein Umweltschutzkonzept entwickelt, bei dem sich Betriebe zusammenschließen, um Abfälle gemeinsam zu entsorgen. Drei jahre später wurde die Lueg Umweltschutz GmbH gegründet.“
Mittlerweile, so Hochkirchen, habe sich vieles verändert. „Eigene Präsentationsflächen haben jetzt eigentlich alle Autohändler. Und das Thema Nachhaltigkeit hat noch mehr an Bedeutung gewonnen. Selbst Stoßstange und Windschutzscheibe bestehen heute aus verschiedenen Plastikteilen. Die Dokumentation ist umfangreich geworden und die Entsorgung sehr teuer.“
Auch der Blick in die Zukunft, zeigt: Bei modernen E-Autos werden beispielsweise Batterien ebenfalls ein Entsorgungsfaktor bleiben. Die erste große Altakku-Welle wird möglicherweise erst in knapp 20 Jahren rollen. Lithium-
Ionen-Batterien zeichnen sich durch eine lange Lebenserwartung aus. Vieles hängt dabei von der Nutzung im Fahrzeug und von der ursprünglichen Kapazität ab. Auch wenn das Fahrzeug sein Lebensende erreicht hat, kann die Batterie noch kein Fall für den Schredder sein. Die Akkus lassen sich noch lange weiter nutzen. Aus dem Fahrzeug ausgebaut, können sie zum Beispiel als stationäre Speicher genutzt werden. Wie der ADAC berichtet, haben Labormessreihen ergeben, dass in dieser Funktion noch eine Nutzungsdauer von zehn bis zwölf Jahren drin ist.
„Vieles hat sich weiterentwickelt. Auch die Autoparty. Wir hatten in Spitzenzeiten täglich 20.000 bis 30.000 Besucher“, so Hochkirchen. „Das Besondere ist aber bis heute unser Händlerverbund mit über dreißig Mitgliedern. Die Autoparty hat uns zusammengeschweißt. Wir haben ein Gemeinschaftsgefühl und nehmen uns nicht gegenseitig Kunden weg. Wir reden miteinander, haben einen Stammtisch und Freundschaften entwickelt. Das ist auch eine wichtige Form der Nachhaltigkeit.“anja