Aus gesundheitlichen Gründen des Betreibers. Probleme mit der Post, die neue Filiale plant.
Die Stöberstube in Sprockhövel bleibt dauerhaft geschlossen. Betreiber Udo Seider ist schwer krank und muss sich einer Herzoperation unterziehen. Für mehrere Monate fällt er aus. Aber auch danach wird nicht mehr gestöbert. Und das hat mit der Deutschen Post zu tun. Der Postservice war schon am alten Standort auf der oberen Hauptstraße eine wichtige betriebliche Stütze und sollte dies auch nach dem Umzug in die untere Hauptstraße sein. Doch laut Seider hat die Deutsche Post die Entlohnung seiner Dienste deutlich zusammengestrichen, sodass sich der Service gemessen an dem Zeitaufwand betriesbwirtschaftlich nicht mehr lohnt. Das macht, so Seider, ein deutliches Minus im vierstelligen Bereich aus. Für die acht Teilzeitkräfte bedeutet die Schließung aus betriebswirtschaftlichen Gründen die Kündigung, für Sprockhövel droht damit ein neuer Leerstand.
Die Post plant, ab dem 15. Mai eine neue Partnerfiliale in der Hauptstraße 65 zu eröffnen, sagt Sprecherin Britta Töllner. Das ist das Westlotto-Geschäft. Wer eine Dienstleistung der Deutschen Post benötigt, muss bis dahin nach Haßlinghausen ausweichen. Seit 1. Oktober 2025 bietet der „Ecktreff“, Mittelstraße 1, einen Postservice an.
Es ist ein trauriges Ende für eine Einrichtung, die in der Hauptstraße 69 wie ein Abenteuer begonnen hat. Viel Nostalgisches und zahlreiche Bücher luden zum Stöbern ein. Ein gemischtes Programm im Hinterhof, das immer bekannter wurde. Als Udo Seider die Dienste der Deutschen Post übernahm, wurde der Laden noch bekannter. 2024 dann der Umzug aus dem Hinterhof der Hauptstraße 69 in die vorderste Front an die Hauptstraße 31, in das ehemalige Modegeschäft „Mode pro te“. Zwar weniger Quadratmeter als im Hinterhof der alten Adresse, aber dafür deutlich sichtbarer. Jetzt hat sich das Kapitel der Stöberstube offenbar für immer geschlossen.
Von Dr. Anja Pielorz