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Witten

5500 Tonnen Schlamm aus dem Hammerteich gepumpt

Die notwendige Maßnahme am großen Gewässer in Witten wurde schnell abgewickelt. Nun folgen wichtige Messungen.

Archivbild

Eine große und überfällige Maßnahme ist kurz vor Ostern abgeschlossen worden: Der Hammerteich wurde entschlammt. Innerhalb von zwei Monaten wurden die Arbeiten rund um die größte Wasserfläche in Witten durchgeführt, nachdem anfangs noch etwas Eis auf der Oberfläche störte. Nach Angaben der Stadt sind letztlich 5500 Tonnen aus dem Teich gepumpt worden. Der Verein Hammerteich hatte jahrelang darum gekämpft und hat für dieses Engagement zuletzt beim Neujahresempfang des Rotary Clubs Witten sogar den Wittenpreis gewonnen.
Dem Hammerteich drohte, immer mehr seiner Fläche einzubüßen. Deshalb machte der Verein Druck. Zuletzt gab es 1982 eine Teilgewässersanierung, bei der noch mit Schaufel und Schubkarre gearbeitet wurde und etwa 3,4 Hektar des Gewässers aufgegeben werden mussten. Als die Betreiberfirma nun ihre Bauzäune aufstellte, durfte der Verein nach Absprache Banner aufhängen, um neben der Geschichte des Gewässers auch eine Machbarkeitsstudie und Ideen zur Weiterentwicklung zu präsentieren. Die Leitungen der Anlage, durch die der Schlamm abgesaugt wurde, verliefen durch das Bett des Borbachs, sodass es keine Einschränkungen der Gehwege gab. Ein Spezial-Schwimmfahrzeug saugte den Schlamm ab, der anschließend entwässert und zur Deponie transportiert wurde.

Fische wurden im Vorfeld umgesiedelt
„Es wurde eine Firma gefunden, die bereit war, schnell zu reagieren, das muss man positiv sagen“, merkt Uwe Seifert aus dem Vorstand des Hammerteich-Vereins an. Sogar Nachtschichten wurden kurzfristig eingelegt, als die Witterung die Arbeiten anfangs verzögerte. Es ging darum, Fischlaich und Amphibien sowie generell Flora und Fauna zu schonen. Vor Beginn der Arbeiten wurden die Fische sicher umgesiedelt. „Mit Netzen, Reusen und mittels Elektrobefischung wurden die heimischen Fische in Zusammenarbeit mit der Wildnisschule Ruhrgebiet und dem Sportfischer Verein Witten in die Ruhr umgesiedelt. Invasive Arten waren nicht dabei“, sagt die Stadt Witten auf Anfrage. Kleinere Exemplare verblieben im Teich, damit der Bestand wieder wachsen kann.
Der gewonnene Sand wurde getrennt und kann im Straßenbau wiederverwendet werden. Das gereinigte Wasser wurde direkt zurück in den Teich geleitet. Gefunden wurden neben Laub und Ästen nur vereinzelt Überreste von Plastiktüten, keine größeren Gegenstände. Seifert schätzt, dass insgesamt sogar mehr als 5500 Tonnen Schlamm entnommen werden konnten. Der nächste Schritt sei nun, das Umfeld zu gestalten. Der Pavillon ist baufällig, eine Sanierung oder ein Neubau stehen im Raum. „Es gibt zudem Überlegungen bei uns, ob man einen Steg in den Teich hinein baut“, verrät Seifert. Die Schlussrechnung für die abgeschlossene Maßnahme liegt laut Stadt nicht vor, es heißt aber: „Wir liegen im Rahmen der Auftragssumme, diese lag bei 980.000 Euro brutto.“
Um eine erneute Verschlammung zu verhindern, erarbeitet die ESW derzeit Grundlagen für ein nachhaltiges Sedimentmanagement. „Es soll möglichst lange erhalten bleiben, damit die Verschlammung nicht schnell wieder zunimmt. Aktuell werden Messungen vorgenommen, wie viel Schlamm über den Borbach in den Teich gerät“, erklärt Seifert. Er sagt zudem, dass im Falle von Starkregen durch eine stärkere Strömung mehr Schlamm in den Teich gelangt. „Das muss mit in die Messung einbezogen werden, die deshalb mindestens über das gesamte Jahr hinweg laufen muss.“ Erst danach wird entschieden, was passiert und welche Maßnahmen vorgenommen werden.

Von Hendrik Steimann