Beliebtes und kostenloses Lauf-Event findet jeden Samstagvormittag statt.
Zur 200. Auflage sind die Läufer wieder aufgerufen, wie auch schon beim 100. Lauf, dem Anlass entsprechend verkleidet zu kommen.
Woche um Woche treffen sich Läuferinnen und Läufer am Kemnader See und drehen eine fünf Kilometer lange Runde gemeinsam mit vielen anderen. Gezielt organisiert, aber komplett kostenlos. Alle sind willkommen, es gibt kein Zeitlimit für die Strecke. Das ist das Konzept des Parkruns, der immer samstags um 9 Uhr veranstaltet wird. Am 1. August steht die 200. Auflage an.
Der Ursprung des international stattfindenden Laufs war in England. Dort, wo die Initiatorin des Laufes am Kemnader See, Susanne Röttgers, mal teilnahm und den Parkrun im Oktober 2022 erstmals hier vor Ort auf die Beine stellte. Im Herbst 2023 übergab sie die Standortleitung an Andrea und Arnd Bernstein. Andrea Bernstein absolvierte ihren ersten Parkrun übrigens auch in England, in London. Ihr Mann wurde vom Helfer zum Läufer. Für die Organisation werden helfende Hände benötigt, alles passiert ehrenamtlich.
Laufleitung, Streckenposten und Zeitnehmer
Dennoch braucht es jeden Samstag eine Laufleitung, Streckenposten mit Erste-Hilfe-Set, eine Schlussbegleitung (die aber keinen Druck macht), Zeitnehmer und Scanner zum Übertragen der Daten in ein System, über welches die Startenden ihre Zeit erhalten. Außerdem ist ein Defibrillator Pflicht. Mitlaufen darf jeder. Kinder ab vier Jahren, Babys im Kinderwagen, Hunde an der kurz gehaltenen Leine. Auch Walker können auf die Strecke gehen.
Zur 100. Auflage am 31. August 2024 gab es bereits eine besondere Aktion: Die Laufenden waren verkleidet auf den Beinen. Diesmal werden sogar zwei Teilnehmerinnen aus Japan dabei sein, die die Organisatoren über das Konzept kennengelernt haben. „Sie reisen viel herum und machen überall Parkruns mit“, erzählt Arnd Bernstein. Für die 200. Auflage wurde zum Feieranlass wieder um „Abendgarderobe“ gebeten, die aber keine Pflicht ist. Ein Kuchenbuffet wird von Teilnehmenden organisiert. Zudem gibt es wie sonst auch Kaffee, Tee und Zitronenwasser im Ziel. Start ist wie immer unterhalb des Parkplatzes P2. Von dort aus geht es um den Leuchtturm – sonst ist der Wendepunkt an der Zeche Gibraltar.
Knapp 90 Startende im Schnitt
„Man kann das Tempo so angehen, wie man möchte. Es besteht kein Leistungsdruck. Schnelle Läufer feuern die anderen auch an“, sagt Bernstein. Alle zwei Monate sind Tempomacher dabei, damit sich Läufer an ihnen orientieren können. Die Spanne reicht dabei von 20 bis 50 Minuten über die fünf Kilometer. Am 1. August werden auf jeden Fall auch Tempomacher mit am Start sein. „Alles ist freiwillig. Man muss sich noch nicht einmal registrieren, dann gibt es nur keine Zeit in der Ergebnisliste. Wir wissen auch nie, wie viele Leute kommen“, berichtet der Organisator. Im ersten Jahr waren im Schnitt 20 Laufende dabei, mittlerweile liegt die Zahl bei knapp 90. Mitte Mai gab es am Kemnader See den 10.000sten Zieleinlauf.
Gestartet wird bei Wind und Wetter. Nur zweimal war es im Laufe der vier Jahre zu glatt und der Parkrun wurde abgesagt. Vielen ist die Uhrzeit zu früh. Bernstein: „Sie hat aber Vorteile: Es ist noch nicht so viel Betrieb am See und man kann den eigenen Tag danach flexibel gestalten, nachdem man an der frischen Luft war.“ Der nächst entfernte Parkrun ist in Dortmund, im Pferdebachtal. Die Organisatoren haben das Konzept am Kemnader See kennengelernt.
Von Hendrik Steimann