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Sport

Wo der Fußball im Dorf mehr und mehr wächst

AVU unterstützt: Den Sport Club Obersprockhövel.

Jubelnde Sportler

SCO jubelt

Das kleine Obersprockhövel ist auf der Landkarte nur ein kleiner Fleck. Wer über die Haßlinghauser Straße fährt, kommt am Schlagbaum vorbei. So heißt eine Gaststätte, die dort beheimatet ist. Gegenüber liegt gut erkennbar ein Fußballplatz. Er ist die Heimspielstätte des SC Obersprockhövel, der seit 1921 besteht und sich vor allem im vergangenen Jahrzehnt sportlich gut entwickelt hat. Mit der ersten Mannschaft ist der Fußballverein seit mittlerweile drei Jahren in der Westfalenliga (6. Spielklasse) vertreten und geht nun in die neue Spielzeit.
Früher gab es im Verein mal ein Gymnastikangebot, auch eine Leichtathletik-Abteilung war kurze Zeit in Überlegung – doch es kam nicht dazu. Beim Kicken war der SCO immer gut und motiviert dabei. In den ersten Jahren, von 1929 bis 1931, wurde er Westdeutscher Meister in der damaligen Fußballgemeinschaft des Arbeiterturn- und Sportbundes und qualifizierte sich für die Deutsche Meisterschaft. 1931 schaffte es die Mannschaft sogar ins Endspiel, in dem sie vor 20.000 Zuschauern gegen Lorbeer 06 Hamburg verlor (1:2).

Früher um Deutsche Meisterschaft mitgespielt
1931 hat der SCO seinen eigenen Fußballplatz neben der Gaststätte am Schlagbaum gebaut. Mit einem Pflug wurde die Spielstätte hergerichtet. Der Bauantrag für die andere Straßenseite, auf der der Platz sich heute befindet, folgte 1951. Zehn Jahre später wurde der Ascheplatz bespielt, 1988 modernisiert. Ersetzt wurde die rote Asche im Jahr 2007 durch Kunstrasen, der 2017 erneuert wurde, da er verklebte. Außerdem hat der Verein seit 2012 ein Kleinspielfeld.
Die Kapazitäten sind notwendig, da die Obersprockhöveler viele Mannschaften im Spielbetrieb haben. In der abgelaufenen Saison waren es 18 – darunter elf Jugendteams und ein reines Mädchenteam. Was zuletzt fehlte, waren die älteren Nachwuchsmannschaften. Es gab keine A- und B-Jugend. Zur neuen Saison ist wieder eine B-Jugend gemeldet. „Die A-Jugend ist in den kommenden Jahren ein Ziel, damit wir wieder eigenen Nachwuchs für unsere Herrenteams haben“, sagt der Vorsitzende des Klubs, Detlef Westerhoff. Er erinnert sich: „Gerade in der Coronazeit hatten vor allem A-Jugendliche keine Lust mehr auf Fußball.“

Eigengewächse und treue Spieler
In der zweiten Mannschaft, die in der Kreisliga A am Ball ist, gibt es viele Eigengewächse, die seit vielen Jahren zusammenspielen. Auch in der ersten Mannschaft gibt es etwa mit Pascal Fabritz und Nico Jahnke Spieler aus der eigenen Jugend – wobei Letzterer nun aufhört. Es gibt daneben viele Spieler, die schon mehrere Jahre hintereinander für die Grünen auflaufen. „Das ist eher ungewöhnlich. Aber es liegt an dem Zusammenhalt bei uns und wir versuchen, die Jungs zu unterstützen“, betont Westerhoff.
Mit Moritz Schrepping gibt es einen Stürmer, der sich mit dem SCO identifiziert und der in der abgelaufenen Saison mit 22 Treffern auf Platz in der Torschützenliste der Westfalenliga lag. Das war wichtig, um Punkte für den Ligaverbleib zu sammeln. Seitdem die erste Mannschaft im Jahr 2014 den Aufstieg in die Landesliga schaffte, ging es stetig bergauf. Der Verein muss finanziell einiges stemmen, um die Formalitäten zu erfüllen. Die Verbandsabgaben haben sich drastisch erhöht. Allein für den Schiedsrichtersold sind pro Saison künftig rund 4000 Euro fällig. Viel Unterstützung gibt es im Jugendbereich von Eltern oder ehemaligen Spielern, die einige Talente in ihren Reihen haben. „Wir müssen damit rechnen, dass wir sie irgendwann nicht mehr bei uns halten können“, so Westerhoff.

Zum 75. Mal gibt’s das große Sommerfest
Wobei es auch viel Unterstützung aus den eigenen Reihen gibt, ist das beliebte Sommerfest, das im Juli zum 75. Mal veranstaltet wird. Gegenüber des Platzes wird von Freitag, 10. Juli, bis Sonntag, 12. Juli, drei Tage lang wieder ein großes Zelt stehen. Freitag legt Malle DJ T auf (ab 20 Uhr) und Samstag Party-DJ Sven K (ab 19 Uhr). Eintritt: Jeweils sieben Euro. Am Sonntag ist ab 11 Uhr Frühschoppen angesagt, ab 13.30 Uhr ein großes Kinderfest, ehe um 17 Uhr die Tombola-Gewinner gezogen werden. Früher gab es eine Schießbude, ein Schnurrad für Lose, ein Bierrondell und eine spielende Kapelle. Durch das Zelt ist man seit mehr als zehn Jahren wetterunabhängig, der Circus Antoni stellt das Zelt und das Programm ist auf das junge Publikum ausgedehnt worden.
Die AVU hatte dem Verein einmal das große Zirkuszelt gesponsert, als dies erstmalig für das Sommerfest genutzt worden ist. „Uns hat das damals sehr geholfen“, erinnert sich der Vorsitzende. Die AVU ist zudem auf der Sportanlage mit Bandenwerbung sowie im jährlichen Infoheft vertreten. „Jede kleinste Unterstützung hilft. Die AVU ist über viele Jahre unser Partner, auf den wir uns verlassen können“, freut sich Westerhoff.

Von Hendrik Steimann