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1. Im Stadtgebiet gibt‘s derzeit viele Sperrungen. Eine Übersicht und Stimmen zur Herbeder Straße...
2. Autobahnarbeiten in Herbede und Annen: Das ist der Stand
Bildquelle: Menger
Es bestehen aktuell in keiner Stadt im Ruhrgebiet so viele Baustellen wie in Witten, vor allem im Innenstadtsgebiet. Das geht aus dem Verkehrsinformationsportal Nordrhein-Westfalen (kurz: Verkehr.NRW) hervor. Die Informationen werden über das Ministerium für Umwelt, Naturschutz und Verkehr des Landes Nordrhein-Westfalen (MUNV) erfasst, verarbeitet und bereitgestellt. Einige Baustellen dauern – zum Unmut der Verkehrsteilnehmer – länger an.
Die aktuell größte Einschränkung in Witten besteht durch die seit Mitte September vollgesperrte Herbeder Straße entlang des Ruhrufers in Heven zwischen dem Haus Kesper und dem Kreisverkehr zur Straße „Ruhrdeich“. Dort, wo es bereits vor einigen Jahren unter anderem wegen Felsstürzen am Kleff-Hang sowie Fahrbahnsanierungen temporäre Sperrungen auf dieser wichtigen Verbindungsstrecke gab. Die Umleitungsstrecken sind zu Stoßzeiten sehr befahren, viel mehr Zeit muss eingeplant werden. Auf Facebook ist seitens Nutzern zu lesen, dass durch die Siedlungsgebiete zu schnell gefahren wird – die Polizei hat teilweise schon Geschwindigkeitsmessungen vorgenommen.
Viele Reaktionen auf erneute Sperrung
Es gibt auf Facebook ohnehin einige Kommentare zu der großen Baustelle. Etwas süffisant und mit lachendem Smiley schreibt ein Nutzer: „Wir kommen hier nie wieder raus.“ Er bezieht sich damit auf die vielen derzeit im Stadtgebiet eingerichteten Sperrungen, die auch andere bemängeln. Martin Post schreibt zum vollgesperrten Abschnitt der Herbeder Straße folgendes, was Zustimmung erhält: „Das wird ja auch langsam mal Zeit, dass die Holperstrecke saniert wird.“ Ralf Vohs führt an: „Diverse über mehrere Monate dauernde Vollsperrungen wegen mehrerer Hangrutsche waren offensichtlich nicht geeignet, die Komplettsanierung in einem Rutsch durchzuführen. Auch die Vollsperrung wegen der Leitungssanierung vom Kleff zur Herbeder Straße erforderte ebenfalls eine längere Vollsperrung. Auch hier wurde die Gunst der Stunde für dauerhafte Sanierungsmaßnahmen nicht genutzt.“
Er bezweifelt zudem, dass die Baustelle nach den seitens des Landesbetriebes Straßen.NRW angekündigten sechs Wochen abgeschlossen sein wird. Für diesen Zeitraum wurde zumindest die Vollsperrung angegeben. Im Baustellenatlas der Stadt Witten, der Daten aus dem Verkehrsinformationsprotal NRW anzeigt, ist die Gesamtbaumaßnahme bis zum 21. Dezember 2026 veranschlagt. Straßen.NRW zeigte sich bei Anfrage unserer Redaktion hinsichtlich des Zeitplanes zuversichtlich. Facebook-Nutzer Ralf Vohs kommentiert dazu: „Dass die nunmehr angekündigte Sanierung dauerhaft sein soll, vermag ich wegen der Kürze der Bauzeit nicht zu glauben.“
Übersicht der größeren Baustellen
• Gebiet Am Arenberg (1,06 Kilometer), Gederbachtalweg (600 Meter), Langestraße (820 Meter), Wartenbergweg (500 Meter): Abschnittsweise halbseitige Sperrungen aufgrund von Breitbandausbau, Ende: 07.12.2026.
• Holzstraße (zwischen Neuer Weg und Ende der Straße, 130 Meter): Halbseitige Sperrung aufgrund eines privaten Hochbaus, Beginn: 01.07.2026, Ende: 31.12.2027.
• Holzkampstraße (zwischen „In der Mark“ und „Eckardtstraße“, 150 Meter): Vollsperrung aufgrund von Fahrbahnsanierung, Beginn: 26.10.2026, Ende: Januar 2027.
• Otto-Hue-Straße (230 Meter): Abschnittsweise Vollsperrung aufgrund von Wasserleitungs- und Kanalisationsarbeiten, Beginn: 01.09.2026, Ende: 31.12.2026.
• Ruhrstraße (zwischen Husemannstraße und und Gasstraße, 350 Meter): Vollsperrung aufgrund von Rohrverlegungsarbeiten, Beginn: 26.10.2026, Ende: voraussichtlich Ende November 2026.
• Sonnenschein (zwischen Almstraße und Hörder Straße, 820 Meter): abschnittsweise Vollsperrung aufgrund von Straßenausbau, Beginn: 27.07.2026, Ende: 31.12.2026.
• Sprockhöveler Straße (1 Kilometer): Halbseitige Sperrungen aufgrund einer Kanalbaumaßnahme, Verlegung von Versorgungsleitungen, Beginn: 25.09.2025, Ende: 14.12.2026 (Ende der Gesamtmaßnahme: 30.12.2030).
• Steinbachstraße (Hausnr. 45 - 55, 40 Meter): Halbseitige Sperrung wegen Stützwandarbeiten, Beginn: 12.10.2026, Ende: 31.12.2026.
• Stockumer Straße (zwischen Kälberweg und Dortmunder Straße, 200 Meter): Wasserleitungs- und Kanalisationsarbeiten, Beginn: 18.08.2026, Ende: 31.05.2027.
• Wannen (zwischen Kreisverkehr und Sprockhöveler Straße, 1,25 Kilometer): Vollsperrung für Durchgangsverkehr aufgrund von Unterhaltungsarbeiten, Beginn: 05.10.2026, Ende: 21.12.2026.
• Wennemarsberg (Wetterstraße bis Hausnummer 9, 240 Meter): Vollsperrung aufgrund von Fels- und Hangsicherungsarbeiten, Beginn: 07.07.2026, Ende: 31.12.2026.
• Wetterstraße (Hausnummer 8 bis Ruhrstraße, 200 Meter): Vollsperrung aufgrund von Sanierung des Erbstollens Franziska, Aufhebung der Einbahnstraßenregelung ab Einmündung Hohenstein, Beginn: 19.10.2026, Ende: 31.01.2027.
Sanierungsarbeiten an A43 ziehen sich in die Länge. An A448 gibt’s ebenfalls Verzögerungen.
Die A43 ist in Witten in den vergangenen Jahren zu einem Reizthema geworden. Zuletzt waren aufgrund von Fahrbahnsanierungsarbeiten zwischen den Anschlussstellen Witten-Heven und Sprockhövel über ein paar Nächte die Auf- und Abfahrt in Heven in Richtung Münster gesperrt. Sie sind wieder frei. Dafür bleiben in Herbede die Auffahrt in Richtung Wuppertal sowie die Abfahrt aus Richtung Münster gesperrt – weil sich die Arbeiten erneut verzögert haben. Auf der A448 haben sich rund um die Anschlussstelle Witten-Annen Verfüllungsarbeiten leicht verzögert.
Arbeiten an der A43
Eigentlich sollte die Sperrung Mitte September wieder freigegeben werden. Umwege über Heven, Bochum oder Sprockhövel müssen jedoch weiterhin in Kauf genommen werden. Als Grund für die Verlängerung nennt die Autobahn GmbH zusätzliche Stahlbauarbeiten, die während der bereits laufenden Sanierung offensichtlich geworden sind. Damit bezieht sie sich einerseits noch auf den erneuten „Anfahrschaden“ durch einen LKW aus dem Jahr 2025, durch den ein zusätzlicher Stahlträger ausgetauscht werden musste. Nach dem ersten Anfahrschaden Ende 2020 war die betroffene Brücke zwischen Februar 2021 und April 2025 immerhin trotz Baustelle befahrbar.
Zeitweise konnte im Laufe der vergangenen zwölf Monate Personal erhöht werden, allerdings nicht dauerhaft. Eine zusätzliche Hürde waren Witterungsbedingungen. „Die Schadenssanierung und die zusätzlichen Sanierungsarbeiten wie zum Beispiel ein Lagertausch auf der Wuppertaler Seite sind dennoch inzwischen abgeschlossen. Derzeit finden Arbeiten im Baufeld in Fahrtrichtung Münster statt“, teilt Anton Kurenbach von der Autobahn GmbH mit. Dabei sind Rostschäden ans Tageslicht gekommen, diesmal an der Übergangskonstruktion. Die Arbeiten ruh(t)en. Mit Fertigstellung werde in diesem Winter, sogar noch im Jahr 2026, gerechnet, heißt es auf Anfrage.
Arbeiten an der A448
Zunächst: Die Verfüllungsarbeiten laufen kontinuierlich. „Unsere Untersuchungen zeigen allerdings wiederholt neue Stollen auf, was das Ende der Arbeiten schon mehrfach verzögert hat. Wir gehen derzeit von einem Ende der Arbeiten bei Witten-Annen in Fahrtrichtung Dortmund im November aus“, so Kurenbach. In dieser Zeitschätzung seien bereits die Sanierung der Fahrbahn und der Umbau der Verkehrsführung eingeschlossen. Sobald die Arbeiten in Fahrtrichtung Dortmund abgeschlossen sein werden, starten die in Richtung Bochum. „Ein verbindliches Ende für die Arbeiten können wir aufgrund ihrer Natur derzeit nicht nennen“, heißt es. Funde weiterer Stollen sind bei den folgenden Bauschritten nicht ausgeschlossen.
Von Hendrik Steimann