Bei Veranstaltung der wattgeht GmbH und der AVU gab es wichtige Infos.
Welche Heiztechnik wird es in Zukunft noch geben? Ist mein Haus für eine Wärmepumpe geeignet? Welche Fördermöglichkeiten gibt es und worauf sollte ich bei einer neuen Heizungsanlage achten?
All diese Fragen und viele weitere standen im Mittelpunkt einer kostenlosen Informationsveranstaltung der wattgeht GmbH und der AVU im Vereinsheim der TSG. Damit trafen die Organisatoren einen Nerv: Das Vereinsheim war bis auf den letzten Platz gefüllt. Angesichts gesetzlicher Vorgaben, zahlreicher Förderprogramme und unterschiedlicher technischer Möglichkeiten fällt es vielen Hausbesitzern schwer, den Überblick zu behalten. Umso größer war das Interesse an fundierten Informationen aus erster Hand.
Wärmepumpe gilt derzeit als sinnvollste Lösung
Im ersten Teil der Veranstaltung erläuterte die wattgeht GmbH, worauf es bei der Planung energieeffizienter Heizungsanlagen ankommt. Nach Einschätzung der Experten stellt die Wärmepumpe derzeit die sinnvollste Heiztechnik für die meisten Gebäude dar. Ihr großer Vorteil liegt im hohen Wirkungsgrad: Aus einer Kilowattstunde Strom erzeugt sie mindestens 3,5 Kilowattstunden Wärme. Zum Vergleich: Ein elektrischer Heizlüfter wandelt eine Kilowattstunde Strom höchstens in eine Kilowattstunde Wärme um.
Zugleich wurde deutlich, dass viele bestehende Heizungsanlagen enormes Einsparpotenzial bieten. Rund 3,3 Millionen Ölheizungen in Deutschland sind älter als 20 Jahre und arbeiten entsprechend ineffizient. Auch ältere Gasheizungen erreichen häufig lediglich einen geringeren Wirkungsgrad und es entstehen bei der Verbrennung und Verteilung der Wärme immer wieder Verluste.
Andere Alternativen wurden ebenfalls beleuchtet. Holz sei aufgrund begrenzter Ressourcen keine Lösung für die breite Masse. Fernwärme lohne sich vor allem in dicht bebauten Städten und sei für eine Flächenkommune wie Sprockhövel kaum realistisch. Auch Wasserstoff wurde kritisch betrachtet: Die Herstellung sei so energieaufwendig, dass dieser künftig vor allem dort benötigt werde, wo es keine praktikablen Alternativen gibt – etwa in der Industrie, nicht jedoch zum Heizen von Wohnhäusern. Ergänzend wurde auf die Bedeutung von Photovoltaik, Wind- und Wasserkraft hingewiesen, die langfristig für mehr Unabhängigkeit bei der Energieversorgung sorgen können.
Planung und Stromnetz im Blick behalten
Im zweiten Teil erklärte die AVU die Herausforderungen für das Stromnetz. Der steigende Strombedarf – unter anderem durch Elektroautos, Klimaanlagen und Wärmepumpen – erfordere intelligente Lösungen. Deshalb ist es so wichtig, dass Wärmepumpen steuerbar sind. Sie können an bis zu zwei Stunden täglich in ihrer Leistung reduziert werden, ohne dass der Wohnkomfort darunter spürbar leidet. Für Besitzer entsprechender Anlagen bietet die AVU zudem einen vergünstigten Wärmepumpen-Stromtarif an.
Ein weiterer wichtiger Punkt war die richtige Planung. Wärmepumpen müssen auf die kältesten Tage des Jahres ausgelegt werden. Gleichzeitig ist eine passende Dimensionierung entscheidend, damit die Anlage effizient arbeitet und weder über- noch unterdimensioniert ist. Dank ihrer guten Regelbarkeit lassen sich Wärmepumpen zudem sehr präzise an den tatsächlichen Wärmebedarf anpassen.
Dass das Thema viele Menschen beschäftigt, zeigte sich nicht nur an der großen Besucherzahl, sondern auch an den zahlreichen Fragen aus dem Publikum. Die Resonanz machte deutlich, wie groß der Informationsbedarf rund um die Wärmeversorgung der Zukunft ist. Die Organisatoren kündigten deshalb an, dass dies nicht die letzte Veranstaltung dieser Art gewesen sein soll. Ein zusätzlicher Pluspunkt: Sämtliche Einnahmen aus dem Verkauf von Getränken und Snacks kamen der TSG zugute.
Von Jessica Niemerg