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Gesundheit

Wenn Hämorrhoiden Probleme machen

Jeder hat sie. Experten informieren bei VHS-Veransta ltung zu Diagnose & Hilfe.

Doppelportrait

Prof. Dr. Andreas Tromm, Endoskopiezentrum Hattingen (links), und PD Dr. Benno Mann, Ev. Krankenhaus Hattingen.

Bildquelle: Evangelisches Krankenhaus Hattingen

Am Mittwoch, 25. November, 18 Uhr, gibt es einen neuen Termin aus der Reihe „med in Hattingen: Gesundheitsforen“. Prof. Dr. Andreas Tromm und PD Dr. Benno Mann behandeln das Thema Hämorrhoiden. Es geht um Diagnose und Therapie. Der Vortrag mit anschließendem Gespräch findet im Salon der Ortho-Mobile Hattinger ambulante Rehabilitationsklinik GmbH, August-Bebel-Straße 8-10, in Hattingen statt. Eine Anmeldung zum Termin ist über die Volkshochschule unter 02324/204-3513 (-3512 oder -3511) erforderlich. Die Veranstaltung ist kostenfrei.

Was sind Hämorrhoiden?
Hämorrhoiden sind keine Krankheit, sondern die Bezeichnung für ein arteriell-venöses Polstergeflecht zwischen Enddarm und Schließmuskel. Oder anders: es handelt sich um gut durchblutete Gefäßpolster im Enddarm. Jeder hat Hämorrhoiden. Sie haben eine wichtige Funktion im menschlichen Organismus. Sie verhindern gemeinsam mit dem Schließmuskel eine unkontrollierte Entleerung des Darms.
Normalerweise sind diese Gefäßpolster verborgen. Erst bei krankhaft vergrößerten Hämorrhoiden gibt es typische Beschwerden, wie Juckreiz, Nässen oder ein Druckgefühl am After.

Warum verändern sich Hämorrhoiden?
Vermutlich entsteht ein Hämorrhoidalleiden, weil das Gewebe, das die Hämorrhoiden stützt, mit zunehmendem Alter schwächer wird. Möglicherweise gibt es auch eine genetisch bedingte familiäre Veranlagung für vergrößerte Hämorrhoiden. Im Detail ist noch nicht restlos geklärt, warum die Beschwerden entstehen. Als wichtigster Auslöser gilt aber zu starkes Pressen oder Nachpressen beim Stuhlgang, wie es zum Beispiel bei chronischer Verstopfung der Fall ist. Eine weitere Ursache ist das lange Verweilen auf der Toilette, was sich ebenfalls negativ auf die Hämorrhoidalgefäße auswirkt. Ungünstig ist auch eine häufige Entleerungsfrequenz bei weicher Stuhlkonsistenz (längerer Durchfall, Missbrauch von Abführmitteln). Schwangerschaft und Geburt sowie Übergewicht können ebenfalls eine Rolle spielen. Das Hämorrhoidalleiden ist eine sehr häufige Erkrankung: Schätzungen gehen davon aus, dass mehr als die Hälfte aller Erwachsenen im Laufe ihres Lebens Beschwerden bekommen.

Wie werden Hämorrhoiden diagnostiziert?
Zunächst erfolgt die Anamnese. Der Arzt fragt nach den Beschwerden des Patienten und seiner Krankheitsgeschichte. Anschließend folgt eine Untersuchung des Afters, um festzustellen, ob er entzündet ist und ob vergrößerte Hämorrhoiden beim Pressen nach außen treten oder bereits herausgetreten sind. Danach folgt die Tastuntersuchung des Enddarms: Mit einem Handschuh und etwas Gleitmittel führt die Ärztin oder der Arzt vorsichtig einen Finger in den After ein. Der Analkanal wird von innen abgetastet. So lassen sich die Schließmuskeln und die Beschaffenheit der Analschleimhaut untersuchen. 
Besteht der Verdacht auf vergrößerte Hämorrhoiden, folgt in der Regel eine Enddarmspiegelung (Proktoskopie). Diese Untersuchung dauert einige Minuten und ist schmerzfrei. Hierbei wird die Schleimhaut des Enddarms untersucht. Zur Vorbereitung muss der Enddarm aber entleert werden. Dafür können Abführmittel, Zäpfchen oder Einlauf notwendig sein. Je nach Beschwerden kommen verschiedene weitere Untersuchungen infrage. Wenn sich Blut auf dem Stuhl befindet, könnte eine Darmspiegelung (Koloskopie) notwendig werden.

Wie können Hämorrhoiden behandelt werden?
Die Behandlung von Hämorrhoiden hängt von ihrer Größe und der Stärke der Beschwerden ab. Bei einer leichten Vergrößerung können schon Hausmittel und vor allem eine angepasste Ernährung helfen. Oft wird zu ballaststoffreichem Essen mit Obst, Getreide, Gemüse und Hülsenfrüchten geraten, um den Stuhl weicher zu machen. Es gibt Hinweise aus Studien, dass pflanzliche Mittel mit Ballaststoffen wie Flohsamen die Häufigkeit von Blutungen verringern können. Der Konsum von raffiniertem Zucker, Weißmehlprodukten, „schlechten“ Fetten wie z. B. frittierten Speisen, sollte bestmöglich reduziert werden. Diese Lebensmittel können aufgrund ihres hohen Fett– und Zuckergehalts einen trägen Darm verursachen. Dadurch werden Verstopfungen oder andere Stuhlgangprobleme begünstigt. Wichtig ist es, auf eine ausreichende Trinkmenge zu achten. 
Beschwerden können auch durch Salben und Sitzbäder gelindert werden. Bei unangenehmen und belastenden Beschwerden ist es sinnvoll, ärztliche Hilfe in Anspruch zu nehmen. Geeignete Anlaufstellen sind die hausärztliche Praxis oder eine Fachpraxis für Proktologie. Sie sind spezialisiert auf die Behandlung von Erkrankungen des Enddarms.

Gibt es Unterschiede bei Hämorrhoiden?
Hämorrhoiden werden nach ihrer Größe unterschieden. Hämorrhoiden 1. und 2. Grades können beispielsweise mit einer Verödungstherapie behandelt werden. Hierbei bekommt man einen Wirkstoff gespritzt, der die Durchblutung der Hämorrhoiden verringert.
Hämorrhoiden 2. Grades: Hier kommt oft eine Gummibandligatur infrage. Bei dieser Methode werden die Hämorrhoiden abgebunden, sodass sie nach einiger Zeit abfallen.
Hämorrhoiden 3. oder 4. Grades können beispielsweise durch eine Operation behandelt werden. Bei dem Eingriff werden die vergrößerten Gefäßpolster entfernt. Je nachdem, wo und wie stark die Hämorrhoiden heraustreten, gibt es verschiedene Operationsverfahren. Mittels Laser kann heute eine schonende und schmerzarme Behandlung von Hämorrhoiden stattfinden. Ein wichtiger Vorteil des Laserverfahrens ist, dass bei dieser Behandlung nicht das Risiko besteht, dass durch sie Inkontinenz verursacht wird. Das Verfahren dauert nur wenige Minuten.

Bilden sich vergrößerte Hämorrhoiden von selbst zurück?
Nein, das tun sie in der Regel nicht. Aber man kann vorbeugen oder vorhandene Beschwerden lindern. Neben der bereits erwähnten Ernährung und die ausreichende Flüssigkeitsmenge gehören Bewegung und eine gründliche Analhygiene dazu. Auf Seife und Kosmetik sollte verzichtet werden, da diese zu einer zusätzlichen Reizung in der Analregion führen und somit die Behandlung erschweren können. Lauwarmes Wasser ist ausreichend. Wichtig ist es, auf das Körpergewicht zu achten, denn jedes Kilo weniger entlastet den Beckenboden und die Blutgefäße im Analbereich. Weitere Informationen geben die Experten im Vortrag.
Von Dr. Anja Pielorz