Heinz Bösel aus Hattingen und Dieter Körner sind für den SGV vor Ort unterwegs.
Heinz Bösel (links) und Dieter Körner sind Wegemarkierer beim Sauerländischen Gebirgsverein.
Heinz Bösel ist verantwortlich für die Waben 4 (Schulenburg Durchholz) und 6 ( Deilbachtal) auf dem Hattinger Stadtgebiet.
Dieter Körner kümmert sich um eine Sprockhöveler Wabe und ist organisatorischer Wabenverantwortlicher für die sechs Hattinger Waben sowie die drei Waben auf Sprockhöveler Stadtgebiet. Im letzten Jahr wurde der Ruhrtalsteig neu markiert.
Seit 2022 ist der Sauerländische Gebirgsverein in Hattingen und Sprockhövel für die Wegemarkierung der Wanderwege im Stadtgebiet verantwortlich. Das Hattinger Stadtgebiet ist in sechs Waben mit rund 350 Kilometer Wanderwege unterteilt, auf dem Sprockhöveler Stadtgebiet sind es drei Waben mit rund 180 Kilometern. Für jede Wabe ist eine Person zuständig, die im zweijährigen Rythmus jeden Wanderweg abgehen muss. In Hattingen unterwegs ist unter anderem Heinz Bösel. Er ist erst im letzten Jahr Mitglied im Sauerländischen Gebirgsverein geworden. „Ich bin ein Bewegungsmensch und sehr gerne in der Natur unterwegs. Soweit es möglich ist, verzichte ich auf das Auto und laufe oder fahre mit dem Rad. Da passt der Wegemarkierer sehr gut ins Bild“, erzählt er. Genau wie der Wabenverantwortliche Dieter Körner hat er sich zum Wegemarkierer qualifizieren lassen. Beide sind – gegen eine kleine Aufwandsentschädigung – ehrenamtlich per pedes oder mit dem Fahrrad unterwegs. Ihre Aufgabe: die Markierungen der Wanderwege überprüfen und gegebenenfalls ersetzen und ausbessern, Wegebehinderungen feststellen und dafür sorgen, dass sie beseitigt werden. Körner hat als Wabenverantwortlicher außerdem die Gesamtstruktur im Blick.
So werden die Wanderwege markiert
Die meisten Menschen kennen diese Zeichen, die sich in der Nähe von Wanderkarten, Rastplätzen oder an Bäumen in den Wäldern finden: Oft mit einem Buchstaben versehen (zum Beispiel „H“ für Hattinger Rundwanderweg), manchmal auch mit einem Wort wie die neue Markierung vom Ruhrtalsteig. Dahinter verbergen sich historisch gewachsene Wanderwege der Region oder solche, die neu markiert worden sind und das bisherige Angebot ergänzen. Der Ruhrtalsteig beispielsweise ergänzt den Ruhrhöhenweg. Und so arbeiten die Wegemarkierer: „Insgesamt ist der Ruhrtalsteig 64 Kilometer lang. Er kommt von Herdecke und verläuft auf Hattinger Gebiet über Holthausen, an der Schulenburg vorbei bis zur Isenburg. In der Regel starten wir mit unserer Arbeit im Frühjahr, wenn die erste Vegetation bereits vorhanden ist und wir sehen können, ob sie beispielsweise die Wanderzeichen verdeckt“, erklärt Dieter Körner. Die Wanderzeichen dienen der Qualitätssicherung auf den Wegen und natürlich der Orientierung für die Wanderer. „Sichtbar müssen sie sein und dem Wanderer zeigen, wo es langgeht. Es gibt genaue Vorgaben, in welchen Abständen die Wanderzeichen stehen müssen. An jeder Wegkreuzung beispielsweise, aber auch alle 250 Meter auf gerader Strecke und nach einer Kreuzung sollte ein Zeichen als Beruhigung für den Wanderer erkennbar sein, damit er weiß: ich bin auf dem richtigen Weg“, erläutert Heinz Bösel das System. Einen ganzen Tag hat er sich als Vereinsneumitglied und neuer Wegemarkierer vom Sauerländischen Gebirgsverein qualifizieren lassen – eine dicke Mappe mit Material zum Nachlesen inklusive. „Wir haben immer wieder neue Wegemarkierer. Wenn jemand nicht mehr gut zu Fuß ist, dann gibt er seine Wabe natürlich ab und wir suchen jemanden, der die Aufgabe übernimmt“, erläutert Dieter Körner.
Die meisten Wanderzeichen findet man an zentralen Orten wie Wanderpläne oder Rastplätze. Aber auch an Bäumen werden sie befestigt – übrigens heute nicht mehr genagelt, sondern mit umweltfreundlichem Material geklebt. Mit einer kleinen Handwerkstasche sind die beiden unterwegs. Da ist dann alles drin, was man braucht. Für den Wegemarkierer gilt: wer nicht gerne in der Natur wandert, für den ist der ehrenamtliche Job nichts.
Am 14. Mai ist der bundesweite Tag des Wanderns
Das benötigte Material – Werkzeug und Beschilderung – erhalten die Wegemarkierer vom Sauerländischen Gebirgsverein. „Auf unseren Inspektionstouren stellen wir zum Beispiel fest, dass Schilder kaputt sind, überklebt wurden oder auch schon einmal verschwunden sind. Je attraktiver sie sind, desto größer das Risiko, dass sie verschwinden. Dann kleben wir natürlich nach.“ Dabei sind sie auch auf Hinweise aus der Bevölkerung angewiesen. Diese können am besten über das Kontaktformular an die Wegemarkierer gesendet werden: es befindet sich auf der Homepage www.sgv-hattingen.de. Dort gibt es auch das Jahresprogramm und viele andere wertvolle Informationen.
Mittelfristig arbeitet man an einer Beschilderung mit QR-Code „Ihr Hinweis zum Weg“, um es den Wanderern noch einfacher zu machen, Hinweise direkt an den richtigen Mann (oder Frau) zu bringen. Für die Wegemarkierung haben die beiden sogar ein eigenes Schild: „Wanderwegmarkierer im Einsatz“ steht darauf und es ist vor allem dann hilfreich, wenn sie Forstwege nutzen müssen.
Am 14. Mai findet jährlich der bundesweite Tag des Wanderns statt. Dieter Körner bietet an diesem Tag (Christi Himmelfahrt, Vatertag) eine geführte Wanderung an. Los geht es am Marktplatz in Blankenstein. Ziel ist nach 15 Kilometern die Isenburg. Infos zur Uhrzeit und zu weiteren Angeboten finden sich auf der Homepage www.sgv-hattingen.de.
Die Wegemarkierer haben auch noch einen Appell an alle Besucher der Wanderwege: „Seid in der Natur mit Respekt unterwegs und nehmt den eigenen Müll wieder mit.“
Von Dr. Anja Pielorz