Finanzinstitut möchte den Bau aus den sechziger Jahren abreißen und an gleicher Stelle bauen.
Model Neubau neben dem Schultenhof.
Ein starkes Signal für seinen Standort an der Mühlenstraße, Sprockhövel, gibt die Volksbank Sprockhövel eG mit einem geplanten Neubauprojekt. Von der Politik gab es vor der Sommerpause dafür grünes Licht.
Bereits unter dem im Mai aus dem Berufsleben ausgeschiedenen Vorstandsvorsitzenden Rudolf Hermanns waren die Pläne entwickelt worden. Die Eckpfeiler waren klar: Das Gebäude war in die Jahre gekommen, eine Sanierung betriebswirtschaftlich nicht darstellbar. Der Neubau soll nachhaltig und energieeffizient konstruiert werden und soll etwas größer sein als das bisherige Gebäude, denn Personal soll von Hattingen nach Sprockhövel verlagert werden. Wichtig: Die Parkplätze bleiben im wesentlichen erhalten und der Neubau muss sich stimmig in das vorhandene Standtbild einfügen.
Bauantrag soll im Herbst eingereicht werden
Im Ausschuss für Stadtentwicklung und Denkmalschutz wurde das Vorhaben mit einer geplanten Bauzeit von etwa zwei bis zweieinhalb Jahren vorgestellt. Die Ausschussmitglieder äußerten sich positiv und gaben grünes Licht für das Projekt. Der Vorstand der Volksbank Sprockhövel war als Zuschauer bei der Sitzung dabei. Der Bauantrag soll im Herbst dieses Jahres eingereicht werden. 2200 Quadratmeter sind geplant. Der Baukörper hat eine Länge von 31 Metern und eine Breite von 14 Metern. Es wird zwei- bis dreigeschossig gebaut, je nach Höhenunterschied. Der Haupteingang soll auf Höhe des denkmalgeschützten Schultenhofes liegen, ein weiterer Nebeneingang wird auf der Höhe des schon heute vorhandenen Parkplatzes liegen. Dieser soll im wesentlichen als Parkfläche erhalten bleiben. Der bisherige Standort für die E-Autos entfällt, soll aber nach Gesprächen mit dem örtlichen Energieversorger an anderer Stelle berücksichtigt werden. Verkehrstechnisch wird es zusätzliche Fahrradstellplätze geben. Außerdem soll der Platz auch in Zukunft als Veranstaltungsfläche – beispielsweise für die Veranstaltung „Sprockhövel karibisch“ oder als Kinderland während des Stadtfestes – zur Verfügung stehen. Die bestehende Natursteinmauer bleibt bis auf eine Verbreiterung bei der Einfahrt erhalten. Die Höhe des Gebäudes mit einem Flachdach bleibt unter der Firsthöhe des Schultenhofes und trägt damit dem Denkmalschutz Rechnung.
Schieferfarbene mattgraue Keramik gestaltet die Fassade und fügt sich mit weißen Holzfenstern optisch in die Umgebung ein. Auch der Außenraum wird neu gestaltet und begrünt. Vor dem Gebäude wird es Sitzgelegenheiten geben und die Aufenthaltsqualität im Zentrum von Niedersprockhövel deutlich anheben.
Neues Zuhause mit sechzig Arbeitsplätzen
Sechzig Arbeitsplätze werden an der Hauptstelle der Volksbank vorgehalten. Das neue Gebäude passt zum denkmalgeschützten Schultenhof, denn hier wird die Bank ihren Sitz behalten. Seit dem 11. April 1983 ist der historische „Schultenhof“ in die Denkmalliste der Stadt Sprockhövel eingetragen. Das Fachwerkhaus wurde 1815 errichtet. Sein Vorgänger war bei einer Jubelfeier zur Niederringung Napoleons abgebrannt. Im 19. Jahrhundert wohnte zeitweilig Henriette Davidis in dem Gebäude. Sie arbeitete als Hauswirtschaftslehrerin, Erzieherin und Gouvernante und wurde durch ihre Kochbücher bekannt. Die Volksbank Sprockhövel eG zog mit ihrer Gründung 1964 in das historische Gebäude ein.
Von Dr. Anja Pielorz