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Witten

Viermal wurde Rüdinghauser Kirche neu gebaut

Die Geschichte der ev. Gemeinde reicht weit zurück. Feier am 15. November.

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Eine alte Postkarte mit der dritten Kirche.

Bildquelle: Gemeinde Rüdinghausen

Dieses Jahr feiert die evangelische Kirchengemeinde in Witten-Rüdinghausen ein großes Jubiläum: 700 Jahre. So lange gibt es im Stadtteil ein Gotteshaus. Allerdings: Die aktuelle Kirche stand vor sieben Jahrhunderten noch gar nicht.
Am 29. Juni 1326 wurde die erste Kirche, damals noch Kapelle, neben einem kleinen Friedhof eingeweiht. Damit wurde die Gemeinde Rüdinghausen (damals noch katholisch), die bis dahin zu St. Reinoldi in Dortmund gehörte, eine selbständige Kirchengemeinde. Die Kirche war nur aus Holz gebaut (Fachwerk) und hatte wenige Plätze. Trotzdem diente sie 460 Jahre lang als Gotteshaus. Im Zuge der Revolution wurde sie protestantisch, verankert ist dies seit dem Jahr 1612.
In den Jahren 1787 bis 1789 wurde die zweite Kirche – ebenfalls als Kapelle – in Rüdinghausen errichtet, da die Holzkirche zerfallen war. Der erste Gottesdienst konnte erst 1789 stattfinden, übergangsweise wurde ins Pfarrhaus ausgewichen. Die Fundamente des Neubaus hatten allerdings keine gute Qualität, es entstanden mit der Zeit Risse in den Wänden und das Dach brach teilweise ein. 1819 wurde die Kapelle wegen Einsturzgefahr geschlossen. 1822 musste das Dach abgetragen werden. Auch das Pfarrhaus war unbewohnbar. Gottesdienste fanden zunächst unter freiem Himmel statt. Die Gemeinde wollte selbstständig bleiben. Aus eigenen Mitteln und mittels Pfarrfonds wurde der Bau der dritten Kirche finanziert, die 1830 errichtet wurde. Sie wurde in Zeiten der Industrialisierung erneut zu klein. Bis zur Einweihung der vierten Kirche am 11. Mai 1864 wurde sie für den Gottesdienst genutzt, danach teils zu Schulzwecken. Die vierte Kirche wurde am Fuß des Eichholzes am Rüdinghauser Berg auf felsigem Untergrund errichtet. Sie wurde im Rundbogenstil errichtet – hatte damit den Typus einer Dorfkirche des mittleren 19. Jahrhunderts. Daneben war Platz für einen neuen Friedhof. 1922 wurde die dritte Kirche zum Gemeindehaus umfunktioniert.
Seit 1976 steht die aktuelle Kirche unter Denkmalschutz und wurde kurz darauf restauriert, neu gestaltete Chorfenster wurden eingebaut. Der Glockenturm der Kirche wurde zwischen 2005 und 2009 saniert, das schwere Stahlgeläut hatte schwere Schäden verursacht. Nach dem Bau des neuen Gemeindehauses in der Brunebecker Straße in den Jahren 1993/1994 wurde das ehemalige Gemeindehaus (die ehemals dritte Kirche) 2014 an eine Privatperson verkauft.
Die 700 Jahre werden am Sonntag, 15. November, zwischen 11 und 20 Uhr groß gefeiert. Nach einem Festgottesdienst (11 Uhr) gibt‘s Mittagessen (12.30 Uhr), Kuchenbuffet (ab 14 Uhr) und Kinderprogramm (ab 14 Uhr) weiter. Parallel läuft eine Ausstellung über die Historie der Kirchengemeinde. Es gibt Stände (Handwerk und Handel) sowie Aktionen mit Feuershow (ab 17 Uhr) und Musik.

Von Hendrik Steimann